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Viele Brände - ist das alles nur Zufall?

In Bärenstein ist am Sonnabend das dritte Strohlager diese Woche im Landkreis in Flammen aufgegangen. Ist das eine Serie? Oder gibt es sogar noch eine zweite?

In der Nacht zum 29. August stand das Strohlager bei Bärenstein lichterloh in Flammen.
In der Nacht zum 29. August stand das Strohlager bei Bärenstein lichterloh in Flammen. © Egbert Kamprath

Thomas Hubald, Geschäftsführer des Versuchsguts Börnchen, bei dem am Wochenende ein Strohlager im Altenberger Ortsteil Bärenstein abgebrannt ist, hat ein seltsames Gefühl. Und auch Peter Baling, der Vorstand der Agrargesellschaft Ruppendorf, bei dem vergangenen Mittwoch eine Scheune mit 1.500 Strohballen in Flammen aufgegangen ist, geht es ähnlich. Wenige Tage vorher, In der Nacht zum 23. August, ist im Sebnitzer Ortsteil Schönbach eine Feldscheune mit rund 400 Strohballen abgebrannt. Drei Großbrände binnen einer Woche, ist das alles nur Zufall?

Peter Baling hält eine Selbstentzündung des Strohs in Ruppendorf für ausgeschlossen. „Das ist so trocken eingebracht worden und hat schon sechs Wochen gelagert, wie soll sich das jetzt noch entzünden“, sagt er. Seine Mitarbeiter haben regelmäßig die Temperatur des Strohs gemessen, um zu erkennen, ob eine Selbstentzündung drohen könnte. „Die höchste Temperatur, die erreicht wurde, waren 23,7 Grad. „Was soll sich da von allein entzünden?“ sagt Baling.  „Ich bin da nicht vom Fach, aber persönlich kann ich mir nur Brandstiftung vorstellen.“

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In der Nacht zum 17. Juli ist die leerstehende Hammermühle in Bärenstein abgebrannt.
In der Nacht zum 17. Juli ist die leerstehende Hammermühle in Bärenstein abgebrannt. © Feuerwehr Altenberg
Am 23. August brannte eine Scheune mit Stroh in Schönbach (Sebnitz) ab.
Am 23. August brannte eine Scheune mit Stroh in Schönbach (Sebnitz) ab. © Marko Förster
Am 26. August wird das Strohlager der Agrargesellschaft Ruppendorf ein Raub der Flammen.
Am 26. August wird das Strohlager der Agrargesellschaft Ruppendorf ein Raub der Flammen. © Egbert Kamprath

Ermittlungen der Kripo brauchen noch Zeit

In Bärenstein ermittelt die Polizei gezielt in diese Richtung. Anwohner hatten vor dem Feuer ein Auto gehört, das sich offenbar eilig vom Ort entfernte. Die Kriminalpolizei hat einen Brandursachenermittler geschickt, um Spuren zu suchen. Solche Spezialisten waren auch in Ruppendorf vor Ort, schon am Tag des Brandausbruchs und auch danach. 

Um allerdings zu beurteilen, wie die Brände ausgebrochen sind, oder ob gar ein Zusammenhang mit anderen Feuern in der Umgebung besteht, ist es noch zu früh, sagt Lukas Reumund von der Pressestelle der Polizeidirektion Dresden. „Die Brände werden dokumentiert, Spuren aufgenommen und dann ausgewertet“, sagt er. Wenn dabei Laboruntersuchungen erforderlich sind, kann sich das mehrere Tage, wenn nicht Wochen hinziehen. „Wir haben aber auf dem Schirm, dass dort mehrere Brände passiert sind“, sagt der Polizeisprecher.

Ruppendorf ist bei der Agrosecure gegen Brandschäden versichert. Dieses Unternehmen mit Sitz in Berlin ist auf landwirtschaftliche Betriebe spezialisiert und beobachtet in den letzten Jahren eine Zunahme von Bränden. Eine Erklärung ist dafür die Hitze, die in diesem und den letzten Jahren außergewöhnlich groß war. Vereinzelt kommen aber auch immer wieder Brandstiftungen vor.

Feuerwehr hat den Kuhstall mit 1.000 Tieren gerettet

Es gibt die Serie der drei Strohlagerbrände, die aber geografisch weit voneinander getrennt sind, in Schönbach bei Sebnitz, im Altenberger Ortsteil Bärenstein und in Ruppendorf, das zu Klingenberg gehört. Das erstreckt sich über den gesamten Landkreis.

Zeitlich über mehrere Wochen verteilt, aber geografisch nahe beieinander liegen diesen Sommer drei Brände in der Region Müglitztal. Vor dem Feuer in Bärenstein ist dieses Jahr schon Mitte Juli die leerstehende Hammermühle in Bärenstein abgebrannt und Anfang Juni eine Schutzhütte auf der Höhe zwischen Bärenstein und Liebenau. So etwas kann Zufall sein, kann aber auch einen Zusammenhang haben. Die Polizei ermittelt weiter.

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Zum Glück gelang es den Feuerwehren, jeweils die Brände unter Kontrolle zu halten. „Darüber bin ich ja so froh“, sagt Baling. „Die sind bei uns generalstabsmäßig vorgegangen. Damit haben die unseren Kuhstall gerettet.“ Dort stehen 1.000 wertvolle Milchkühe und neue Melktechnik. Der stellvertretende Kreisbrandmeister Thomas Quinger hat den Brand sofort in drei Abschnitte unterteilt. Dadurch hatten die vielen eingesetzten Feuerwehren klare Aufgaben und sind taktisch klug vorgegangen. „Dafür müssen wir ihnen so sehr danken“, ist Baling auch Tage danach noch erleichtert. 

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