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Von Kamerun nach Dohna

Armand Leugoue Deugoue soll Dohnas Abwehr stabilisieren. Der 34-jährige Kicker spielte schon in Marokko und Zypern.

Armand Deugoue (rechts) scheut keine Zweikämpfe, schaltet sich aber auch gern in die Offensivaktionen seiner Mannschaft ein. Radebeul war aber eine Nummer zu groß für die Dohnaer.
Armand Deugoue (rechts) scheut keine Zweikämpfe, schaltet sich aber auch gern in die Offensivaktionen seiner Mannschaft ein. Radebeul war aber eine Nummer zu groß für die Dohnaer. © Marko Förster

Für den Radebeuler Sportchef Eberhard Weiche war das Gastspiel beim SV Chemie Dohna eigentlich ein Heimspiel. Der gebürtige Dohnaer weilte am Sonntag mit dem Landesligisten zum Testspiel beim Landesklasse-Aufsteiger. Die Karl-May-Städter setzten sich mit 6:0 (3:0) durch. Zdenek Kopas (3), Jaroslav Benda (2) und der eingewechselte Benno Töppel trugen sich in die RBC-Torschützenliste ein.

Im Mittelpunkt des Interesses stand zweifellos Chemies neuer Abwehrchef Armand Leugoue Deugoue. Der 34 Jahre alte Kameruner, der am 13. August Geburtstag hat, kam kürzlich aus Radebeul. Beim RBC hatte er seinen Vertrag nicht verlängert, auch weil er eine Arbeit suchte. „Ich wollte nicht unbedingt weg vom RBC“, gibt der 1,83 m große Abwehrspieler zu. Paul Kiontke, mit Deugoue in der Vorsaison in Radebeul aktiv, gab Dohnas Sportchef Bodo Palmer den Tipp. Chemie half dem Kameruner bei der Arbeitssuche und hat nun einen gestandenen Abwehrrecken im Kader.

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Deugoue, zweifacher Familienvater, spielt seit 14 Jahren in Deutschland. „Ich wurde in Babone, einem Dorf im Westen Kameruns, geboren. Später sind wir in die Hauptstadt Yaounde gezogen. Meine Mama, die vor drei Jahren zum letzten Mal hier war, und meine jüngere Schwester leben heute noch dort“, berichtet er. Dem runden Leder rennt der Kameruner hinterher, seit er laufen kann, wie er selbst sagt. „Ich habe in der ersten Liga Kameruns gespielt, mein Trainer war ein Schweizer. Er ging dann nach Marokko und holte mich nach. Ich war dann drei Jahre für Meknes in der höchsten Spielklasse Marokkos aktiv.“ Über Zypern kam Armand Deugoue schließlich nach Offenbach. „Ich war zum Probetraining eingeladen, aber einen Vertrag habe ich bei den Kickers leider nicht bekommen.“

Armand Deugoue blieb in Deutschland, zog nach Dresden, wo sein Bruder studierte. „Eher zufällig bin ich dadurch beim SC Borea gelandet.“ Mit seiner deutschen Frau und seinen beiden Töchtern (14 und 8 Jahre alt) wohnte er damals in der Nähe des Dresdner Jägerparks. Bis 2010 spielte Armand Deugoue für Borea, wechselte danach innerhalb der Oberliga zum 1. FC Gera. Über Altlüdersdorf kam er 2013/14 zum SV See und schließlich nach Bischofswerda, wo er bis 2016 unter Vertrag stand. Nach einem Jahr in Niesky lockte ihn der ehemalige DDR-Nationalspieler Matthias Müller nach Radebeul. Müller, der zuvor auch in Freital und beim SV Wesenitztal coachte, war bis 2019 RBC-Cheftrainer.

Armand Deugoue, der immer noch in Dresden wohnt, besitzt auch die französische Staatsbürgerschaft. „Meine große Schwester lebt in Paris, im Januar war ich zu Besuch dort.“ Noch heute denkt er mit Schrecken an die Terroranschläge vom 13. November 2015 in der französischen Hauptstadt. „Wenn du solche Nachrichten im Fernsehen siehst, bekommst du natürlich Angst, schließlich lebten auch noch Verwandte von mir in Paris.“

Einigermaßen beruhigend sind die Corona-Zahlen, die Deugoues Heimatland offiziell bekannt gab. „Ja, das kann man wohl so sehen“, sagt er. Bisher gab es knapp 400 Tote – bei rund 25 Millionen Einwohnern. Seit dem 18. März hat Kamerun seine Landesgrenzen geschlossen. Die Einreise ist nur kamerunischen Staatsangehörigen und Ausländern mit bestehendem Daueraufenthaltsrecht gestattet. Bei der Einreise muss ein negativer Covid-19-Test, der nicht älter als drei Tage sein darf, vorgelegt werden. Anschließend müssen Einreisende für 14 Tage in Quarantäne.

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