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Vorsichtiger Optimismus in Roßweins Wäscherei

Seit wenigen Tagen wird wieder gearbeitet. Auf dem letzten Meter ist eine Insolvenz abgewendet worden.

Seit wenigen Tagen wird in der Wäscherei des Textil-Service Chemnitz im Roßweiner Gewerbegebiet wieder gearbeitet. Die Corona-Krise hatte der Firma arg zugesetzt.
Seit wenigen Tagen wird in der Wäscherei des Textil-Service Chemnitz im Roßweiner Gewerbegebiet wieder gearbeitet. Die Corona-Krise hatte der Firma arg zugesetzt. © Dietmar Thomas

Roßwein. Marcel Gruner, Chef der Roßweiner Wäscherei, ist vorsichtig optimistisch. „Es geht langsam wieder los“, sagt er und meint damit, dass die Hotels der Region nach und nach wieder mehr schmutzige Wäsche in den Betrieb im Roßweiner Gewerbegebiet bringen lassen.

Anfang April hatte Marcel Gruner wegen der Corona-Krise für alle zwölf Mitarbeiter der Wäscherei Kurzarbeit „Null“ anmelden müssen (Sächsische.de berichtete). Damals war infolge der Hotelschließungen der Geschäftsbetrieb komplett zusammengebrochen. Jetzt ist er froh, dass diese seit wenigen Tagen zumindest zur Hälfte wieder angelaufen ist. Kurzarbeit sei immer noch ein Thema. „Wir arbeiten an vier Tagen in der Woche kürzere Schichten“, erzählt er. Etwa 3,5 Tonnen Wäsche pro Tag werden derzeit in den großen Waschmaschinen, Trocknern und der riesigen Mangel gereinigt, getrocknet und geglättet. „In guten Zeiten war es wesentlich mehr – mit rund sechs Tonnen täglich etwa doppelt so viel.“

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Trotzdem ist Marcel Gruner froh, dass es endlich wieder losgehen kann. Er vermutet allerdings, dass die Tonnage sich nicht erhöhen wird, so lange die Hotels noch die Corona-Regelungen umsetzen müssen. In dem Roßweiner Betriebsteil des Textil-Service Chemnitz wird ausschließlich Hotelwäsche gewaschen. „Ich vermute, dass die Hotels noch keine 100-prozentige Auslastung in ihren Häusern fahren dürfen“, so Gruner. Das wirke sich natürlich auch auf sein Unternehmen aus.

Entlassen musste Marcel Gruner keinen seiner zwölf Mitarbeiter, sondern konnte alles über Kurzarbeit „abfedern“. Froh ist er auch darüber, dass er doch noch eine Soforthilfe vom Freistaat in Anspruch nehmen konnte, wenn auch als Darlehen, das zurückgezahlt werden muss. Anfangs sah es nicht danach aus. „Das hat uns vor der Insolvenz gerettet“, sagt er. Die Beantragung der Förderung sei relativ problemlos vonstattengegangen und das Geld zum Glück auch schnell geflossen.

Um seine Stammkunden wegen der Zwangspause nicht ganz hängen zu lassen, hatte Gruner vorübergehend die kleinen Mengen an Hotelwäsche im Betriebsteil im Chemnitzer Stadtteil Mittelbach mit reinigen lassen. „Auch dort macht sich aber die Krise noch bemerkbar und wir kommen nur auf die Hälfte der sonst üblichen Menge“, sagt der Geschäftsführer.

Gruner hofft, dass sich die Hotelbranche schnell erholt und bald wieder die volle Kapazität erreicht – und dass in Roßwein bald wieder viel schmutzige Wäsche gewaschen werden kann.

Bis Ende des Jahres 2017 war in der Gewerbehalle am Neidhardt in Roßwein die Omnitex Zentralwäscherei ansässig. Die musste Insolvenz anmelden. Etwa ein Jahr später startete Marcel Gruner an dem Standort mit einem neuen Maschinenpark und neun Mitarbeitern den Betrieb. Zu Beginn erreichte er eine Kapazität von rund drei Tonnen Wäsche pro Tag, die fast ausschließlich aus Hotels aus der Region Leipzig, Dresden und Chemnitz nach Roßwein gebracht wird. Bis vor der Corona-Krise war es gelungen, die Kapazität nahezu zu verdoppeln. Vor allem die Nähe zu den Autobahnen A4 und A14 hatte den Unternehmer damals dazu bewogen, die Wäscherei in Roßwein aufzubauen.

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