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Wählervereinigungen dominieren

Von den Parteien sind nur CDU, die einen Sitz verlor, und jetzt auch wieder die Linkspartei im Gemeinderat vertreten.

Sie nimmt langsam Gestalt an, die neue Sporthalle in Schieritz. Lange mussten die Freizeitsportler darauf warten, nachdem die Halle in Zehren zweimal tief im Hochwasser der Elbe stand. Der Gemeinderat entschied sich schließlich für einen Ersatzneubau an e
Sie nimmt langsam Gestalt an, die neue Sporthalle in Schieritz. Lange mussten die Freizeitsportler darauf warten, nachdem die Halle in Zehren zweimal tief im Hochwasser der Elbe stand. Der Gemeinderat entschied sich schließlich für einen Ersatzneubau an e © Claudia Hübschmann

Diera-Zehren. Juliane Werner aus Nieschütz ist die Stimmenkönigin bei der Kommunalwahl in Diera-Zehren. Mit 630 erhielt sie die mit Abstand meisten Stimmen, hat ihre Anzahl im Vergleich zur letzten Wahl verdoppelt. Ihre Wählervereinigung Bürger für Diera-Zehren ist auch die stärkste Kraft geworden. Sie holte erneut sieben der 16 Sitze im Gemeinderat, genau so viele wie in der jetzt zu Ende gegangenen Wahlperiode. „Unser Ziel ist es, Diera-Zehren als eigenständige Gemeinde zu erhalten und weiterzuentwickeln“, sagt sie. Dazu gehöre, den Standort der Grundschule in Zadel zu sichern und weitere Einwohner durch Schaffen von Wohnraum zu gewinnen.

Die neue Wählergemeinschaft Diera-Zehren konnte sogar noch zulegen. Sie hat jetzt vier Sitze, einen mehr als bisher. Den büßte die CDU ein, die es nur noch auf vier Mandate bringt. Bemerkenswert: Von den vier Gemeinderäten der CDU sind drei von Beruf Landwirt. Auch Torsten Schlunke vom Milchhof Diera wurde jetzt gewählt. Den Bau der Turnhalle Schieritz sieht CDU-Gemeinderat Wolfgang Schneider als eine vorrangige Aufgabe in der neuen Legislaturperiode an. „Das ist wichtig, damit wieder Ruhe reinkommt, denn die Zehrener Vereine haben lange darauf warten müssen“, sagt er. 

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Auch das geplante Wohngebiet „Am Sand“ in Nieschütz wird den Rat beschäftigen. Der alte Rat hat zwar zugestimmt, dass ein Bebauungsplan aufgestellt werden soll, doch hier ist noch lange nicht das letzte Wort gesprochen. „Ich habe dagegen gestimmt, weil ich nicht verstehe, dass hier landwirtschaftliche Nutzflächen bebaut werden sollen. Wir haben genügend freie Bauplätze in Nieschütz, die sollten erst genutzt werden“, sagt Schneider, der auch Hobby-Landwirt ist. Seine drei Amtskollegen aus der CDU-Fraktion kommen übrigens auch alle aus der Landwirtschaft.

Fakten zum Gemeinderat Diera-Zehren
Fakten zum Gemeinderat Diera-Zehren © SZ-Grafik

Noch mal auf die Tagesordnung gesetzt werden soll der Betrieb der Wagenfähre, welche seit Jahren aus finanziellen Gründen geschlossen ist. Kein Thema dagegen ist laut Schneider ein Anschluss an Meißen. „In dieses Thema verschwenden wir derzeit keine Kraft“, sagt er. Dass die CDU nur Männer aufgestellt hat zur Wahl, gefällt Schneider auch nicht. „Wir haben verschiedene Frauen gezielt angesprochen, aber keine war bereit, sich auf die Kandidatenliste setzen zu lassen“, bedauert er.

Wieder im Rat vertreten ist die Linkspartei. Deren Kandidat Ingo Kaiser aus Niederlommatzsch war schon lange Jahre Gemeinderat, war aber zuletzt nicht mehr angetreten. Jetzt wollte er es noch mal wissen und holte nach Juliane Werner mit 335 Stimmen das zweitbeste Wahlergebnis, hauchdünn vor dem Arzt Frank Spitzhüttl, der für die Bürger von Diera-Zehren antrat und 334 Stimmen erhielt.

Alle anderen Parteien spielen im Gemeinderat von Diera-Zehren keine Rolle. Weder die Grünen, noch die FDP, die SPD oder die AfD stellten Kandidaten auf.

Interessant ist, in der durch die Elbe geteilten Gemeinde Diera-Zehren, aber auch immer die Verteilung nach links- und rechtselbischen Gemeinderäten. Und da haben die rechtselbischen die Nase vorn. Während die linkselbischen sieben Räte stellen, kommen die rechtselbischen auf neun. Dazu kommt noch die Bürgermeisterin, die zwar kein Gemeinderatsmandat hat, aber stimmberechtigt ist. 

Für Juliane Werner hingegen spielt es keine Rolle, von welcher Elbseite die Gemeinderäte kommen, denn eine Spaltung von Diera-Zehren in links- und rechtselbisch sieht sie nicht. In der Vergangenheit wurde diese Spaltung allerdings sehr deutlich. So votierte eine große Mehrheit von Zehren für einen Anschluss der Gemeinde an Meißen, während das rechtselbisch eine Mehrheit anders sah. 

Auch bei der Bürgermeisterwahl zeigten sich die Unterschiede deutlich. Ihren Sieg holte sich Carola Balk (parteilos) auf der rechtselbischen Seite mit 89 Prozent der Stimmen. Auf auf linkselbischen Seite hingegen siegte der Bewerber der CDU Sven Böttger mit 65 Prozent der Stimmen.

Die Gemeinderäte Wählervereinigung „Bürger für Diera-Zehren“ kommen alle aus dem rechtselbischen Raum. „Wir hatten auch Kandidaten von der anderen Elbseite. Es ist schade, dass von dort niemand gewählt wurde“, sagt Juliane Werner. Im Rat spiele es aber für sie keine Rolle, woher jemand komme. „Ich denke, in den vergangenen Jahren ist es in der Gemeinde immer sehr gerecht zugegangen. Man muss die Bürger eben nur mitnehmen“, sagt die Nieschützerin.

Extrem dürftig, wie in anderen Gemeinden auch, ist der Frauenanteil. Während CDU, Linkspartei und Neue Wählergemeinschaft Diera-Zehren reine Männervereine sind, gibt es bei den Bürgern für Diera-Zehren immerhin drei weibliche Gemeinderäte, also fast die Hälfte.

An den Wählern freilich hat es nicht gelegen, sondern an den Frauen selbst. Von den 39 Kandidaten, die ins Rennen gingen, befanden sich gerade einmal vier Frauen, von denen drei gewählt wurden.

Gemeinderäte und Stimmen

Bürger von Diera-Zehren

Juliane Werner 630

Frank Spitzhüttl 334

Falko Kirste 184

Katrin Friemel 162

Jasmin von Zahn 159

Nico Dathe 136

Michael Görnitz 130


CDU

Wolfgang Schneider 292

Winfried Starke 252

Carsten Müller 155

Torsten Schlunke 114


Neue Wählergemeinschaft

Andy Otto 296

Holger Schill 194

Lutz Wagner 179

Roberto Heilscher 179


Die Linke

Ingo Kaiser 335

Quelle: Gemeindeverwaltung Diera-Zehren

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