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Tierische Wanderer sind startklar

Patrick Pietsch aus Königstein bietet nach der Corona-Zwangspause wieder Touren mit seinen Ziegen an. Die Herde hat kräftig Nachwuchs bekommen.

Ziegenhirte Patrick Pietsch mit einer Thüringer Landziege.
Ziegenhirte Patrick Pietsch mit einer Thüringer Landziege. © Archiv: Marko Förster

Geführte Wanderungen durch die Sächsische Schweiz gibt es viele. Geführte Wanderungen mit Ziegen haben dagegen Seltenheitswert. Ziegenhirte Patrick Pietsch  aus Halbestadt bei Königstein legt damit ab Mitte Juni wieder los. Wegen der Corona-Pandemie mussten die Touren bis jetzt abgesagt werden. Durch die Lockerungen sind sie ab dem 17. Juni wieder möglich.

Die Wanderungen führen in dieser Sommersaison auf den Quirl bei Pfaffendorf. Sie starten immer mittwochs. Außerdem können individuelle Wanderungen gebucht werden. Dafür muss sich eine Gruppe von mindestens zehn Personen finden. Die Touren dauern meist zwischen drei und vier Stunden. Mit dabei sind die Thüringer Waldziegen, die Patrick Pietsch züchtet. 

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Seine Herde ist in den vergangenen Wochen weiter gewachsen. Mitte Mai hat er mehrere Ziegenlämmer übernommen. Dabei handelt es sich um Tiere, die aus unwirtschaftlichen Gründen normalerweise gleich nach der Geburt getötet werden. Ein Ziegen-Projekt aus Dresden hat die Tiere von Schäfereien abgekauft und so gerettet. Nun grasen sie mit auf den Weiden rund um Königstein. Pietsch hat für die Lämmer Paten gesucht - und gefunden. Insgesamt elf Patenschaften wurden für die Tiere übernommen. Die Kosten dafür betragen 40 Euro pro Jahr und Ziege. Mit der Aktion sollen kleine Betriebe, wie seinem, finanziell unterstützt werden. 

Petition für gleiche finanzielle Förderung

Pietsch macht damit auf eine ungleiche Förderung von Schaf- und Ziegenhaltern in Sachsen aufmerksam. Bislang werden vom Freistaat nur Betriebe, die mindestens 50 Tiere halten, mit der sogenannten Weidetierprämie bedacht. Sie beträgt 40 Euro pro Jahr und Tier. Landwirte, die weniger als 50 Schafe oder Ziegen züchten, bekommen diese Finanzspritze nicht. Patrick Pietsch kämpft mit einer Petition dafür, dass bereits  kleine Betriebe ab einer Größe von 20 Tieren die gleiche finanzielle Förderung erhalten. 

Die Petition ist bereits gelaufen: 178 Unterstützer haben sie unterschrieben. Sie soll an das Sächsische Staatsministerium für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft übergeben werden.

Zu seiner Kampagne gehört auch eine selbst finanzierte Ausstellung zur Ziegen- und Schafhaltung im Elbsandsteingebirge. Die Schau ist im Ziegen-Atelier an der Bielatalstraße in Königstein zu sehen sein und jeweils dienstags von 16 bis 18 Uhr geöffnet.

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