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Leben und Stil

Warum Abnehmen immer schwieriger wird

Trotz vieler Diäten werden die Sachsen immer dicker. Unsere neue Serie zeigt Wege, wie man dauerhaft schlank wird.

© dpa/Monique Wüstenhagen

Dresden. Zu Beginn des neuen Jahres ist bei vielen die Motivation zur Gewichtsabnahme groß. Etwa 60 Prozent der Frauen und 40 Prozent der Männer haben bereits Erfahrungen mit Diäten. Das zeigt das Ergebnis einer repräsentativen Online-Umfrage unter mehr als 5.000 Teilnehmern, die sächsische.de gemeinsam mit den Meinungsforschern von Civey durchgeführt hat. 

Danach hat fast jede dritte Frau und jeder fünfte Mann bis zu vier Abnehmversuche hinter sich, jede zehnte Frau sogar mehr als zehn. Die meisten bemühen sich, einfach nur weniger zu essen und sich mehr zu bewegen. 18 Prozent sparen gezielt bei den Kohlenhydraten, zum Beispiel bei Brot, Nudeln oder Kartoffeln. Jeder sechste praktiziert Intervallfasten.

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Dennoch werden die Sachsen immer dicker: Laut Mikrozensus bringt bereits jeder Zweite zu viel auf die Waage. Besonders bei den Unter-30-Jährigen steigt der Anteil der Übergewichtigen und Fettleibigen. „Zeitlich befristete Diäten bringen aber keinen langanhaltenden Erfolg“, sagt Professor Matthias Blüher, Chef der Adipositasambulanz Leipzig. „Denn der Stoffwechsel ist so programmiert, dass in der Zeit des Mangels, zum Beispiel einer Diät, weniger Energie verbraucht wird. Der Körper ist bestrebt, das ursprüngliche Gewicht wieder zu erreichen – oder gar zu überbieten.“ Deshalb helfe nur eine dauerhafte Ernährungsumstellung und viel Disziplin.

Doch das wird übergewichtigen Menschen immer schwerer gemacht, sagt Antje Gahl, Sprecherin der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. „Denn beinahe an jeder Ecke bekommt man heute Fastfood und zuckerhaltige Getränke.“ Aufgrund der veränderten Arbeitswelt mit geringerer körperlicher Aktivität müsste die Energiezufuhr normalerweise gedrosselt werden. 

Ernährungsexperten und Mediziner fordern seit langem mehr Bewegungsanreize, gesündere Fertignahrung und kleinere Portionsgrößen, vor allem aber ein Werbeverbot für ungesunde Lebensmittel. Doch das Gegenteil sei der Fall. Essen lasse sich zudem immer bequemer ordern. Auch die Lebensmittelindustrie leistet ihren Beitrag, dass die Deutschen nicht schlanker werden. 

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Der Einsatz von Zusatzstoffen wie Glutamat, Zucker und Fruchtzucker in Fertigerzeugnissen steigt. „Doch diese Stoffe regen nachweislich den Appetit an und sorgen dafür, dass man beim Essen schnell das Maß verliert“, sagt der Medizinjournalist Golo Willand. Damit ändere sich auch die Darmflora, deren Rolle in Bezug auf Übergewicht derzeit immer stärker in den Fokus der Wissenschaft rückt. In einer neunteiligen Serie berichtet die SZ ab heute über Wege und Erfahrungen, wie die Ernährungsumstellung gelingen kann.