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Großenhain

Warum die Straße immer noch gesperrt ist

Beim Ausbau zum schnellen Internet gibt es Zeitverzug. Ein bis dahin unbekannter Regenwasserkanal ist schuld.

Gunter Nitsche und seine Mitarbeiter der gleichnamigen Straßenbaufirma haben alle Hände voll zu tun, um beim „Kabelsalat“ in Bauda den Überblick zu behalten. Ein bis vor Kurzem nicht bekannter Kanal hat ihnen das Leben zusätzlich schwer gemacht.
Gunter Nitsche und seine Mitarbeiter der gleichnamigen Straßenbaufirma haben alle Hände voll zu tun, um beim „Kabelsalat“ in Bauda den Überblick zu behalten. Ein bis vor Kurzem nicht bekannter Kanal hat ihnen das Leben zusätzlich schwer gemacht. © Kristin Richter

Von Thomas Riemer

Großenhain. Der diesjährige Aprilscherz in Bauda verwirrte nur einen Teil der Einwohner und auch nur kurzzeitig. Ihnen wurde am 1. April bei Facebook offeriert, dass durch Organisationsfehler des Landkreises „zeitgleich alle Zufahrtsstraßen unter Vollsperrung bearbeitet werden“. Damit sei Bauda „ab dem 23. April für 14 Tage mit dem Auto nicht erreichbar.“ Die Bewohner wurde daher gebeten, einen Teil ihres Jahresurlaubes zu nehmen oder mit dem Fahrrad auf Arbeit zu fahren bzw. zu Fuß die Reise anzutreten. „Sämtliche größere Besorgungen sollten vorher erledigt werden. Für Notfälle wird auf dem Sportplatz ein Helikopter-Landeplatz eingerichtet.“

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April, April! Inzwischen ist Mai, und durch den Breitbandausbau im 400-Seelen-Dorf sowie die in dieser Woche begonnenen Bauarbeiten an der Straße nach Wildenhain ist nur ein Teil der „Befürchtungen“ eingetreten. Und doch sind die Baudaer gerade wegen der umfangreichen Arbeiten für das schnelle Internet ein bisschen unruhig geworden. Denn ein Teil der Riesaer Straße ist schon seit einigen Wochen voll gesperrt, die Zufahrt zu den Grundstücken daher schwierig. „Wir haben anderthalb Wochen Verzug“, bestätigte Lars Dronigke, der Chef des Ortschaftsrates am Rande des Walpurgisfestes am 30. März. Immerhin hatten die Enso und die Firma Straßenbau Nitsche das Dorfzentrum soweit hergerichtet, dass der Maibaum in angenehmer Atmosphäre aufgestellt werden konnte.

Dennoch: Der aufgebuddelte Graben auf der Fahrbahn des genannten Bereiches scheint noch ein ganzes Stück entfernt davon zu sein, wieder verfüllt und asphaltiert zu werden. Immerhin: Die Glasfaserkabel für die Hausanschlüsse sind verlegt, ragen aus dem Erdreich heraus. Ebenso Stromkabel, die unter anderem für die Neuinstallierung von Straßenbeleuchtung nötig sind. 

Der Bauverzug jedoch hat einen ganz anderen Grund. Er sei entstanden, „weil ein – vorher unbekannter – alter Regenwasserkanal gefunden wurde, so Enso-Sprecherin Claudia Kuba. Dadurch seien neue Planungen und aufwendige Veränderungen des ursprünglich vorgesehenen Leitungsverlaufes nötig gewesen. Die Anwohner hätten zu Beginn der Arbeiten ein Schreiben der Tiefbaufirma erhalten. „Die Verzögerungen wurden seitens Enso nicht gesondert thematisiert“, so Claudia Kuba. Die Existenz des Kanals sei vor Baubeginn nicht bekannt gewesen. „Es existieren keine Bestandspläne dazu“, sagt die Sprecherin. 

Firmenchef Gunter Nitsche zeigt den Verlauf des sogenannten Bürgermeisterkanals. Direkt unter dem Fußweg. Deshalb sei die Entscheidung gefallen, nun doch auf der Fahrbahn aufzugraben inklusive Vollsperrung. Doch Nitsche hat auch gute Nachrichten. „Ich denke mal, dass Ende nächster Woche zugemacht werden kann“, sagt er. Aus seiner Sicht sei der Zeitverzug auch ein wenig den Feiertagen in den letzten Wochen geschuldet, wodurch der Arbeitsfluss immer wieder unterbrochen wurde. Enso-Sprecherin Kuba ist noch konkreter. „Der gesperrte Abschnitt der Riesaer Straße wird Mitte Juni wieder freigegeben. Anschließend wird im zweiten Teilabschnitt der Riesaer Straße bis zum westlichen Ortsausgang gebaut, dann nur noch mit halbseitiger Sperrung.“

Die Baudaer werden das alles mit Argusaugen beobachten. Schon nach den ersten Arbeiten fürs schnelle Internet in Richtung Baudaer Mühle hatten sie bemängelt, dass ein eigentlicher Radweg durch einen für Radfahrer und Wanderer ungeeigneten spitzen Kies einfach zugeschüttet wurde. Claudia Kuba: „Bei der Wiederherstellung des Waldweges ging es vor allem darum, ihn schnell für die Nutzung durch Sachsenforst u. a. wieder zur Verfügung zu stellen. Für weitere Arbeiten zur Nutzung als Radweg laufen jetzt Abstimmungen zwischen der Stadtverwaltung, der Naturschutzbehörde, dem Sachsenforst und der Enso.“