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Waschbären gönnen sich einen Ausgang bei Sturm

Im Tierheim Horka zerstört ein umstürzender Baum das Gehege der Tiere. Die nutzen das sofort aus. Der Freigang hat Folgen bis zum heutigen Tag.

Von Frank-Uwe Michel
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Ein vom Sturm gefällter Baum hat das Waschbärengehege am Tierheim Horka zerstört. In den nächsten Wochen soll es repariert werden.
Ein vom Sturm gefällter Baum hat das Waschbärengehege am Tierheim Horka zerstört. In den nächsten Wochen soll es repariert werden. © Tierheim

Normalerweise macht Familie Zille nachts das, was die meisten Menschen zu dieser Zeit tun: schlafen. So auch von Sonntag zu Montag, als ein Sturm über Horka hinweg fegte und das Tierheim an einer empfindlichen Stelle traf. „Morgens halb sechs rief einer unserer Nachbarn an und meinte, unsere Waschbären würden auf der Straße herum spazieren“, erzählt Aimeé, die Tochter von Tierheimchefin Rosemarie Zille. „Wir hatten gar nicht mitbekommen, dass der Wind so stark wehte und einen Baum umgeknickt hatte.“ Als Zilles dann nach draußen gingen, war das Malheur schnell klar: Zwar hatte ein morscher Baum, den man eigentlich als Übeltäter des zu großen Teilen zerstörten Waschbärengeheges vermutete, den Sturm schadlos überstanden. Stattdessen war ein nebenan stehendes, gesundes Exemplar Opfer einer Windböe geworden, hatte das Dach und Teile der Seitenwände des Waschbärendomizils zerstört. „Das war für unsere fünf Fellknäuel natürlich ein Schock, deshalb haben sie sofort das Weite gesucht. Für uns war es überhaupt nicht leicht, sie nacheinander wieder einzufangen“, schildert Aimeé Zille die Erlebnisse von Mensch und Tier am Tag danach. „Zwei Waschbären saßen auf dem kaputten Gehege und ließen sich mit Futter locken. Den dritten entdeckten wir am Bahndamm, direkt gegenüber unseres Tierheimeinganges. Da bin ich schnell hin und habe meine Jacke drüber geworfen.“ Der vierte Ausreißer war an einer der neuen Schallschutzwände eingeschlummert und durfte seine Ruhepause – wie seine vierbeinigen Kollegen – nach kurzem Transport im hinteren Teil seines angestammten Zuhauses fortsetzen. Nur ein Waschbär befindet sich weiter auf Abwegen. Im Tierheim hofft man aber, auch ihn in Kürze noch zu finden.

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