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Weniger Verkehrsunfälle in Dresden

Jedoch verunglückten in der Stadt 2019 verglichen mit anderen sächsischen Kommunen die meisten Radfahrer. Auch in einem anderen Punkt liegt Dresden vorne.

Insgesamt gibt es weniger Verkehrsunfälle. Die Sicherheit für Radfahrer ist aber immer noch nicht zufriedenstellend, geht man nach den neuesten Unfallzahlen.
Insgesamt gibt es weniger Verkehrsunfälle. Die Sicherheit für Radfahrer ist aber immer noch nicht zufriedenstellend, geht man nach den neuesten Unfallzahlen. © Sven Ellger (Symbolbild)

Dresden. Die Zahl der Verkehrsunfälle ist in Dresden im Vergleich zum Vorjahr leicht zurückgegangen. Das hat eine Antwort auf eine Kleine Anfrage des Grünen-Bundestagsabgeordneten Stephan Kühn in Berlin ergeben. Demnach ereigneten sich im vergangenen Jahr 14.871 Unfälle. 2018 waren es 15.050. Dabei kamen 2019 sieben Menschen ums Leben, 2.715 wurden schwer oder leicht verletzt.

Anlass für die Kleine Anfrage des Bundestagsabgeordneten war das Interesse an der Zahl der verunglückten Radfahrer. Demnach wurden im vergangenen Jahr 998 Radfahrer bei Unfällen leicht verletzt, 181 erlitten schwere Verletzungen und ein Radfahrer kam ums Leben. Seit 2015 sind diese Zahlen deutlich gestiegen. Eine Entwicklung, die auch mit der gestiegenen Zahl der Radfahrer zusammenhängt.

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Mehr verletzte Radfahrer als in anderen Städten

Kühn hat die Dresdner Zahlen ins Verhältnis zur Einwohnerzahl gesetzt und dann mit den Statistiken aller kreisfreien Städte und Landkreise in Sachsen verglichen. Seine Einschätzung: Während die Unfallzahl leicht zurückgegangen ist und nur knapp über dem sächsischen Durchschnitt liegt, gab es im Verhältnis zur Einwohnerzahl die meisten Verletzten. "Außerdem verunglückten in Dresden die meisten Radfahrenden und deren Verletzungs-Anteil ist deutlich höher als im Rest von Sachsen", sagt der Bundestagsabgeordnete de Grünen. 

Dagegen sei die Anzahl der gemeldeten Verkehrstoten in der Landeshauptstadt deutlich niedriger als das sächsische Niveau. Dresden belege damit "eine erfreuliche Spitzenposition, zumindest in diesem Bereich".

An den Verunglückten von der Stauffenbergallee erinnert seit dem Unfall ein sogenanntes Ghostbike, auch Radfahrer-Demonstrationen fanden an der Unfallstelle statt.
An den Verunglückten von der Stauffenbergallee erinnert seit dem Unfall ein sogenanntes Ghostbike, auch Radfahrer-Demonstrationen fanden an der Unfallstelle statt. © Archiv/Christian Juppe

Stephan Kühn erwartet, dass die letzten Änderungen der Straßenverkehrsordnung mehr Sicherheit für Radfahrer schaffen. Zu den neuen Regeln gehört unter anderem, dass ein größerer Mindestabstand eingehalten werden muss, wenn andere Fahrzeuge einen Radfahrer überholen. Die Dresdner Unfallzahlen belegen aus seiner Sicht, "dass die Verkehrsplanung die Bedürfnisse von Fahrradfahrern in der Vergangenheit oft nicht ausreichend im Blick hatte".

Kühn fordert: Kreuzungen für Radfahrer entschärfen

Kühn fordert, dass die Stadtverwaltung an Kreuzungen und Engstellen bessere Verhältnisse für Radfahrer schafft. Dazu lässt die geänderte Straßenverkehrsordnung eine Ausweitung des Parkverbots vor Kreuzungen und an Einmündungen zu. Analog zu Tempo 30-Zonen sollten in Dresden auch Fahrradzonen eingerichtet werden, meint der Bundestagsabgeordnete.

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Außerdem fordert Kühn, die Stadtverwaltung müsse Vorreiter bei der Nachrüstung von Abbiege-Assistenten in ihren Lkws sein und solle künftig nur noch neue Laster mit dieser Technik anschaffen. Anlass für diese Forderung ist die Zahl der Unfalltoten in ganz Sachsen. 160 waren es im vergangenen Jahr. An jedem fünften tödlichen Unfall sei ein Lkw beteiligt gewesen.

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