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Döbeln

Wertanlage im Harthaer Stadtwald

In dem Areal an der B 175 sind vier verschiedene Baumarten gepflanzt worden. Eine erweist sich aber als Totalausfall.

Revierförster Dirk Tenzler zeigt im Harthaer Stadtwald eine Eiche, die gut angewachsen ist. Die Tanne ist dagegen abgestorben.
Revierförster Dirk Tenzler zeigt im Harthaer Stadtwald eine Eiche, die gut angewachsen ist. Die Tanne ist dagegen abgestorben. © Frank Korn

Hartha. Das Harthaer Stadtwäldchen ist in den vergangenen beiden Jahren stark mitgenommen worden. Erst hat Orkantief „Friederike“ im Januar 2018 eine Schneise der Verwüstung geschlagen, im März dieses Jahres setzte Sturm „Eberhard“ noch einen drauf.

250 Festmeter Holz im vergangenen und noch einmal 200 in diesem Jahr sind aus dem Wäldchen herausgeholt worden. „Die Fichte war praktisch ein Totalschaden. Der Sturm hat das Loch gerissen, dann kam der Käfer hinterher. Es hätte keinen Zweck gehabt, die Fichten stehenzulassen“, erklärt Revierförster Dirk Tenzler.

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Er hat mit der Stadt einen Beförsterungsvertrag und kümmert sich in ihrem Auftrag um den Stadtwald. „Wir haben das Holz aufbereitet und dabei das Borkenkäferholz mit beseitigt, so weit dies machbar war“, erklärt Tenzler. In diesem Jahr wurde das Reisig maschinell beräumt. 

In dem Areal, das im vergangenen Jahr durch „Friederike“ zerstört wurde, sind 150 Vogelkirschen, 1 000 Bergahorne sowie jeweils 300 Douglasien und Küstentannen gepflanzt worden. „Wir haben mehrere Quartiere angelegt, weil das Stadtwäldchen doch einen parkähnlichen Charakter hat. Dieser soll mit den gepflanzten Bäumen unterstrichen werden, es soll eine schöne bunte Mischung sein“, so Tenzler.

Mit dem Wachstum der neu gesetzten Pflanzen ist der Revierförster unterschiedlich zufrieden. Die Vogelkirschen haben keinerlei Anwuchsschock. Sie haben in diesem Jahr schon wieder einen Trieb von einem halben Meter gemacht. Die Bergahorne haben den Anwuchs ebenfalls gut überstanden. 

Diese Pflanze wachse im Wäldchen auch von selbst. Auch wenn einige Bäumchen ausfallen, wird das kompensiert. Der Bergahorn ist vom Holz her ordentlich, wird in der Tischlerbranche auch gesucht. „Generationen weitergedacht, kann man sagen, dass eine Wertanlage geschaffen wurde“, so der Revierförster.

Tenzler weist auf eine Rotbuche und einen Spitzahorn hin, die ebenfalls von selbst wachsen. Er habe keine Bedenken, dass sich der Stadtwald nicht entwickle. Lediglich die Brombeere sei etwas lästig. „Deshalb versuche ich, wenn solch eine Fläche kahlgeschlagen wurde, diese möglichst noch im selben Jahr zu bepflanzen. Einfach damit wir vor der Brombeere einen Vorsprung bekommen“, erklärt Tenzler. Bergahorn und Buche können Schatten gut vertragen. Sie werden die Brombeere schnell wieder ausdunkeln.

Die Douglasie hat den Anwuchs nicht so gut überstanden. Dennoch sei er guter Hoffnung, dass sich der Bestand erhole. Zudem geht er davon aus, dass die Stadtnähe das Rehwild fernhält. „Ansonsten ist diese Baumart fegegefährdet“, sagt Tenzler und meint damit, dass die Douglasie gern vom Wild angeknabbert wird.

An einigen Stellen scheint das Unkraut geradezu zu wuchern. Doch das sieht Dirk Tenzler gelassen. Er weist auf eine Pflanze mit dem Namen Hohlzahn und bezeichnet sie als Beikraut. „Ich würde in diesem Jahr auf Kulturpflege verzichten. Jeder Strauch bringt eine gewisse Bodendeckung und schränkt damit die Wasserverdunstung ein.“ Zudem locken die Sträucher Bienen und Hummeln an.

Als Kummerecke bezeichnet Tenzler das Quartier, in dem Küstentanne angepflanzt wurde. „Man kann es schon als Totalschaden sehen“, so der Revierförster. Er habe sich den Schaden mit der Baumschule angeschaut. „Die Baumschule nimmt auf eigene Kosten die Ersatzpflanzung vor, weil es offensichtlich an einer fehlerhaften Pflanzenlieferung liegt“, so Tenzler.

An den Stellen, die in diesem Jahr von „Eberhard“ verwüstet wurden, liegt noch Reisig und die Stubben gefällter Bäume sind zu sehen. Diese sollen beräumt werden, um im nächsten Frühjahr neu pflanzen zu können. Die Aufforstung für einen Hektar mit Tanne oder Douglasie kostet zwischen 4 000 und 5 000 Euro. Werden Eichen gepflanzt, sind es 10 000 bis 15 000 Euro. Die Größe des Stadtwaldes schätzt Tenzler auf etwa fünf Hektar. „Die Fläche die jetzt kahl liegt, ist einen reichlichen halben Hektar groß“, sagt er.