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Wertstoffhöfe bleiben vorerst zu

In Nordsachsen oder Leipzig haben die Höfe bereits geöffnet. Dass Mittelsachsen nicht nachzieht, hat zwei Gründe.

Manche Mülltonne bleibt derzeit etwas länger stehen.
Manche Mülltonne bleibt derzeit etwas länger stehen. © Dietmar Thomas

Mittelsachsen. Die Öffnung einiger Wertstoffhöfe in Leipzig hatte am 7. April für Verkehrschaos in der Messestadt gesorgt. Obwohl umstritten ist, ob die Entsorgung von Müll auf den Höfen ein triftiger Grund ist, die Wohnung zu verlassen, gab es einen Ansturm auf die Einrichtungen. Auch in Nordsachsen haben die Wertstoffhöfe wieder geöffnet. Viele Mittelsachsen fragen sich daher: Wann öffnen die Wertstoffhöfe im Landkreis wieder? Zumal am Mittwochabend entschieden wurde, dass ab 20. April einige Beschränkungen in Zusammenhang mit der Corona-Krise gelockert werden sollen.

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Eine klare Aussage dazu konnte Jens Irmer, Chef der Entsorgungsdienste Landkreis Mittelsachsen (EKM), am Donnerstagvormittag noch nicht treffen. Er wartete auf eine Information der Sächsischen Staatsregierung. „Wir haben uns bereits im Vorfeld mit den Entsorgungsunternehmenprinzipiell abgestimmt, um dann notfallsschnell reagieren zu können“, sagte Irmer. 

Dass die Nordsachsen und Leipziger die Höfe wieder nutzen können, habe zwei Gründe. „In Nordsachsen gibt es keine Biotonne. Alle Bioabfälle sowie Grünschnitt müssen über die Wertstoffhöfe entsorgt werden. Es gibt keine Alternative“, so der EKM-Chef.

In Mittelsachsen gibt es hingegen eine Biotonne für diese Abfälle. Die Leipziger würden aus Platzgründen schon immer viel über die Wertstoffhöfe entsorgen. In vergleichbaren Regionen wie den Landkreisen Meißen oder dem Erzgebirgskreis sind die Wertstoffhöfe nach wie vor geschlossen.

Viele gelbe Tonnen bleiben stehen

Irmer hat den Mittelsachsen zwar empfohlen, den Müll zwischenzulagern, doch einige nutzten nach wie vor die Gelbe Tonne zur Entsorgung von verschiedenen Abfällen, die dort nicht hineingehören. „Dieses hat sich leider zur Vorwoche nicht verändert“, sagte Irmer. Wird der falsche Abfall in den Tonnen entdeckt, dann bleiben sie stehen. Die Mitarbeiter der Entsorgungsunternehmen versehen die Abfallbehälter dann mit einem orangenen Zettel mit der Bitte um Nachsortierung. 

Das Aufkommen an Sperrmüll habe sich nicht erheblich erhöht. „Die Bürger schicken uns viele Karten, um den Sperrmüll abgeholt zu bekommen“, informierte der Geschäftsführer. „Viele andere warten geduldig und diszipliniert auf die Öffnung der Wertstoffhöfe, wofür ich sehr dankbar bin“, meint Jens Irmer.

Bei der Abholung des Sperrmülls gibt es keine Einschränkungen. Pro Jahr und Haushalt können Mittelsachsen maximal sechs Kubikmeter Sperrmüll kostenfrei abholen lassen.

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