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Wie die Südumfahrung in Pirna wächst

Brücken und Kreisverkehr sind seit geraumer Zeit fertig. Nun muss viel Erde bewegt werden – die später Tausende Autos trägt.

Blick auf die Südumfahrung-Trasse im Seidewitztal: Im Vordergrund wird der Tunneleinschnitt am Kohlberg vorbereitet, in der Mitte sind die Brücken über die Zehistaer Straße und die Seidewitz zu sehen.
Blick auf die Südumfahrung-Trasse im Seidewitztal: Im Vordergrund wird der Tunneleinschnitt am Kohlberg vorbereitet, in der Mitte sind die Brücken über die Zehistaer Straße und die Seidewitz zu sehen. © René Legrand

Es ist knapp ein Jahr her, am 31. Juli 2018, als im Seidewitztal ein weiteres Großprojekt Gestalt annahm. Fachleute der Heidenauer Baufirma „Karl Köhler“ betonierten die Brücke über die Seidewitz, gleich hinter dem Penny-Markt an der Zehistaer Straße. 

Das Vorhaben geriet zur Hitzeschlacht, es war ähnlich heiß wie derzeit, im Schatten unter der Brücke maßen die Betonprüfer Temperaturen von 37 Grad. Die Männer hatten extra zeitig am Morgen begonnen, nach zwölf Stunden war das Werk vollbracht und das Dach über die Seidewitz betoniert.

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Die Brücke ist Teil der knapp vier Kilometer langen Pirnaer Südumfahrung, die die Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (Deges) derzeit bauen lässt. Die Brücke gehört zum sogenannten Baulos 0, ebenso die Brücke über die Zehistaer Straße nebst Kreisverkehr untendrunter sowie die Stützwand am Hundesportplatz hinter dem Supermarkt. „Das Baulos 0 ist jetzt vollständig fertig, sämtliche Bauwerke sind abgenommen“, sagt Ulrich Gawlas, Bauoberleiter der Südumfahrung.

Während die Bauleute nun hauptsächlich im Gottleubatal und auf dem Sonnenstein an der neuen Ortsumgehung werkeln, geht es auch im Seidewitztal voran. Auf der Brücke über die Zehistaer Straße ist bereits das Geländer montiert – allerdings nur auf der Seite, die in Richtung Zehista zeigt. Auf der anderen Seite, die zu den Wohnhäusern zeigt, wird später eine Lärmschutzwand installiert. An der Brücke über die Seidewitz haben die Handwerker zurzeit nur ein provisorisches Geländer befestigt, es wird künftig durch eine Überflughilfe für Fledermäuse ersetzt. Diese Überflughilfe besteht aus einer Art Maschendrahtzaun, sie soll verhindern, dass die nachtaktiven Tierchen zu niedrig über die Brücke fliegen und dann möglicherweise mit den Autos kollidieren.

Auf beiden Brücken haben die Bauleute auf den Beton auch schon die Asphalt-Schutzschicht aufgetragen. „Sie schützt die Bauwerke und dichtet sie ab“, sagt Gawlas. Die vier Zentimeter dicke Asphalt-Deckschicht wird erst ganz zum Schluss aufgebracht, wenn die gesamte Südumfahrung fertig asphaltiert wird – im Jahr 2022.

Die jetzt schon vorhandene Asphalt-Schutzschicht wird aber vorher noch für einen anderen Zweck benötigt. In Kürze werden Baufahrzeuge über die Brücken rollen, um den weiteren Trassenverlauf der Südumfahrung vorzubereiten. Das läuft wie folgt ab: An der künftigen Tunneleinfahrt auf der Westseite des Kohlbergs haben die Arbeiter bereits den Mutterboden abgetragen. Er wird weiter oben am Kohlberg zwischengelagert und später wieder auf den Feldern verteilt. Die tieferliegenden Erdschichten vom Tunnelaushub werden zunächst mit Lkws bis zur Brücke über die Zehistaer Straße gebracht, damit die Baufahrzeuge auf die Brücke kommen. Anschließend schütten die Arbeiter mit dem Material einen Damm zwischen den Brücken auf, später dann auch den Bereich hinter der Brücke über die Seidewitz, wo die Südumfahrung dann am Lindigtgut vorbei hoch zum Autobahnzubringer verläuft. „Das Material ist so tragfähig, dass wir darauf die Straße bauen können“, sagt Gawlas. Zwischen den Brücken wird der Damm so breit aufgeschüttet, dass später darauf auch die Auf- und Abfahrten zur Zehistaer Straße errichtet werden können.

Am Rande des künftigen Damms gibt es eine Besonderheit: An der Grenze zum Hundesportplatz errichteten die Bauleute bereits eine Stützwand aus Beton. Sie begrenzt künftig die Böschung. Ohne diese Mauer, sagt Gawlas, hätte der Damm sehr weit in das Hundesportgelände hineingeragt, das sollte aber verhindert werden, weil der Hundesportplatz aufgrund des Straßenbaus ohnehin schon kleiner geworden ist. Damit die Vierbeiner aber auch in Zukunft noch ein ausreichend großes Gelände zum Trainieren haben, bekam der Hundesportplatz eine Fläche der ehemaligen Bahntrasse dazu. Dieses Areal ist bereits mit Rasen eingesät.

Der Spazierweg, der in Fließrichtung rechts neben der Seidewitz nun unter der Brücke verläuft, ist derzeit noch gesperrt. Er wird aber später wieder hergerichtet und nach Abschluss der Bauarbeiten freigegeben. Auch die kleine Fugängerbrücke, die im Laufe des Postweges über die Seidewitz geht, ist derzeit gesperrt.

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Der Wanderweg, der vom Postweg abzweigt und auf der linken Seidewitz-Seite entlangführt, ist weiter passierbar. Er führt derzeit hinter der Südumfahrung-Brücke an der Hangkante entlang. Später wird dieser Pfad unter der Brücke hindurchgeführt und geht dann nach der Brücke mit einer Treppe wieder hinauf zu alten Trasse.

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