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Wie funktioniert das Netflix aus der Bibliothek?

Der „Filmfriend“ ist zwar nicht ganz so aktuell, hat aber einen anderen Vorteil. Er startet in Pirna und Heidenau.

Filme gucken mit dem Bibliotheksausweis: Kathleen Nachtigall von der Heidenauer Bibliothek zeigt schon mal den Startbildschirm für das neue Filmfriend-Angebot.
Filme gucken mit dem Bibliotheksausweis: Kathleen Nachtigall von der Heidenauer Bibliothek zeigt schon mal den Startbildschirm für das neue Filmfriend-Angebot. © Daniel Schäfer

Filme gucken, wann man will und welche man will: Das ist der Trend. Im Fernsehen kommen die Filme, die man mag, immer zu Unzeiten. Also gibt es Angebote wie Netflix, Amazon Prime Video oder Maxdome. Die Auswahl ist riesig, aber nicht kostenlos. Die Spanne geht von 99 Cent pro Film bis zu 11,99 Euro im Monat. Bibliotheken bieten jetzt eine Alternative. Sie nennt sich Filmfriend. Was es damit auf sich hat, wie es funktioniert, was es kostet.

Warum muss die Bibliothek nun auch noch Film-Streaming anbieten?

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Es ist ein zusätzliches Angebot, das dem Medienwandel entspricht, sagt Kathleen Nachtigall, die Filmfriend in der Heidenauer Bibliothek aufbaut und betreut. Dieser Wandel wird bei der Ausleihe von E-Books deutlich. Das funktioniert wie bei „richtigen“ Büchern. Man bekommt Zugang für eine gewisse Zeit.

Wie melde ich mich an?

Das ist ganz einfach. Und zwar mit der Nummer auf dem Bibliotheksausweis. Auf der Internetseite www.filmfriend.de bei „Anmelden“ die entsprechende Bibliothek auswählen, Nummer eingeben, Passwort vergeben und los geht es. Wer also schon Leser ist, kann damit starten. Bibliotheksnutzer kann jeder werden. Bei Kindern ist die Nutzung mit einer Altersbegrenzung der einzelnen Filme verbunden. Wenn sie aber die Familienkarte nutzen, liegt die Verantwortung bei den Eltern, sagt Kathleen Nachtigall.

Was kostet mich das Angebot?

Nichts. Außer die normale Bibliotheks-Mitgliedschaft. In Pirna bezahlen Erwachsene für die Jahreskarte zwölf Euro, Kinder 2,50 Euro und die Partner- bzw. Familienkarte kostet 17 Euro. In Heidenau zahlen Erwachsene neun, Kinder und Ermäßigte vier und Familien zwölf Euro im Jahr. Und dafür können künftig so viele Filmfriend-Filme wie gewünscht geguckt werden. Es gibt diesbezüglich keine Einschränkungen, sagt Kathleen Nachtigall. Viele Parallelen gibt es zur Online-Bibliothek – und einen Unterschied: Die Filme werden nicht ausgeliehen, sondern gestreamt. Das heißt, man schaut sie sozusagen über das Internet an, ohne sie herunterzuladen.

Welche Filme stehen zur Auswahl?

Es sind nicht die top-aktuellen Serien wie bei Netflix oder die Blockbuster wie bei Amazone Prime, sondern eher deutsche Filme, Kinderfilme, Klassiker, auch Defa-Filme. Um die 2 000 Filme stehen derzeit bei Filmfriend zur Auswahl, monatlich kommen rund 20 neue dazu.

Über die Filterfunktion lässt sich sowohl nach verschiedenen Genres – vom Historiendrama bis zum Horrorfilm – suchen, als auch nach Streifen aus bestimmten Jahrzehnten und Ländern. Dokumentationen und Serien stehen ebenfalls zur Verfügung. Filmfriend liefert Klassiker wie „In 80 Tagen um die Welt“, „Die Abenteuer des Robinson Crusoe“ und „Die Söhne der großen Bärin“ von 1966 mit Gojko Mitic. Auch Streifen wie die Verfilmung des Romans „The Dressmaker“ mit Kate Winslet zum Beispiel, „Sushi in Suhl“ über das einzige japanische Restaurant in der DDR, Biografien von Renoir, Elvis und Klitschko stehen in der Liste. Es gibt eine große Auswahl an Defa-Filmen und sogar Stummfilmstreifen von Alfred Hitchcock aus den 20er-Jahren.

Das Angebot für Kinder reicht von bekannten Geschichten wie der Konferenz der Tiere und dem kleinen Muck über Neuverfilmungen von Tom Sawyer und Heidi bis zu Trickfilmen mit Bibi Blocksberg und Benjamin Blümchen. Auch alte Märchenverfilmungen wie „Das kalte Herz“ von 1955 kann man sich ansehen.

Welche Technik brauche ich dafür?

Prinzipiell geht jedes internetfähige Gerät, also Smartphone, Tablet, Computer oder ein streaming-fähiger Fernseher. Filmfriend ist komplett werbefrei und es werden keinerlei personenbezogene Daten beim Anschauen der Filme erhoben, verspricht der Anbieter. Wichtig ist aber eine ordentliche und stabile Internetverbindung, sonst gibt es an der spannendsten Stelle Abbrüche.

Ab wann kann ich Filmfriends nutzen?

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Radebeul ist bislang die einzige Stadt in Sachsen, in denen das Bibliotheks-Netflix funktioniert. Am 1. Juli sollen Pirna und Heidenau freigeschaltet werden. Für Heidenau will Kathleen Nachtigall nicht zusagen, dass es dann schon funktioniert. „Wir werden das erst einmal testen und dann den Startschuss geben.“ Pirna versichert: Das Angebot steht ab 1. Juli zur Verfügung.

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