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Zittau

Wie wird Oybin dieses Autowrack los?

Seit Mitte April steht das schrottreife Fahrzeug am Kammloch. Die Gemeinde sieht Gefahr im Verzug - aber handeln kann sie nicht. Eine unendliche Geschichte.

Seit Mitte April steht das Autowrack am Kammloch in Oybin und wird immer weiter ausgeschlachtet und demoliert.
Seit Mitte April steht das Autowrack am Kammloch in Oybin und wird immer weiter ausgeschlachtet und demoliert. © Katja Reinhold/Gemeinde Oybin

Es ist seit Wochen der Aufreger in Oybin: Dieses mysteriöse Autowrack mit slowakischem Kennzeichen, von dem keiner weiß, wo es herkommt und wie es auf dem kleinen Wanderparkplatz am Kammloch, nicht weit von den berühmten Kelchsteinen, gelandet sein könnte.

Seit Mitte April steht es da. Zuerst mit eingeschlagener Seitenscheibe, dann ohne Räder - und inzwischen fast restlos ausgeschlachtet und demoliert. Ingrid Weidner aus Lückendorf kommt oft an diesem Schrotthaufen vorbei und fragt sich, wie lange sich ihr und den vielen anderen Wanderern dieser Anblick noch bieten wird: "Geht es hier eigentlich um ein Kompetenzgerangel oder ums Geld?", fragt die couragierte Rentnerin.

Diese Frage beschäftigt auch die Oybiner Gemeinderäte auf ihrer jüngsten Sitzung. Und mehr noch: "Ist hier nicht langsam Gefahr im Verzug?", fragt Gemeinderat Ralph Richter. "Was ist, wenn Benzin ins Erdreich läuft? Wenn Kinder dort spielen und sich verletzen? Wenn beim weiteren Ausschlachten ein Brand ausbricht?"

Slowakischer Halter meldet sich nicht

Aber wer ist hier eigentlich zuständig? Die Frage kann Bürgermeister Tobias Steiner (SPD) nach einiger Recherche beantworten: Zuerst mal der Verursacher - und wenn der nichts tut, der Grundstückseigentümer.

Der Verursacher aber ist bisher noch gar nicht gefunden: Die Polizei hat versucht, den Halter in der Slowakei ausfindig zu machen. "Wir haben ihn Mitte April verständigt und ihm die Möglichkeit eingeräumt, das Fahrzeug bis zum 11. Mai zu entfernen", schildert Kai Siebenäuger von der Görlitzer Polizeidirektion. Eine Antwort sei aber bei der Polizei bis heute nicht eingegangen. "Warum der Fahrer des Wagens seinen Pkw zurückgelassen hat, ist ebenfalls unbekannt", so der Sprecher.

Dass der Halter sich noch nicht um sein Fahrzeug gekümmert hat, könnte aber auch an den derzeitigen Bestimmungen der Corona-Pandemie liegen, mutmaßt Siebenäuger. Aber inzwischen sei das Auto ja nur noch Schrott. Das Fahrzeug abzuschleppen, schied für die Polizei aus, da die Kosten nicht im Verhältnis stünden.

Einen ähnlichen Fall gab es am Jahresanfang in Olbersdorf, als ein polnischer Fordfahrer bei einem spektakulären Unfall sein Fahrzeug mitten in den Skulpturenpark setzte und flüchtete. Erst nach Monaten konnte die kommunale Wohnungsgesellschaft als Eigentümer des Grundstücks handeln und das Autowrack - in diesem Fall zum Glück auf Versicherungskosten - entsorgen.

Wer ist jetzt eigentlich zuständig?

Eigentümer der Fläche in Oybin, auf der jetzt der schrottreife Peugeot steht, ist der Straßenbaulastträger, da der kleine Schotterplatz am Kammloch noch zur Straße gehört. Zuständig ist das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv). Dessen Sprecherin, Isabel Pfeiffer, antwortet auf Nachfrage ausweichend: 

"Das Autowrack befindet sich auf unserem Flurstück, jedoch wird dieser Bereich von der Stadt Zittau als Wanderparkplatz für den angrenzenden Stadtwald genutzt." Sofern die Polizei im Laufe dieses Verfahrens die Beseitigung des Autowrackes nicht selbst veranlasst, so die Sprecherin, erfolge "die Entsorgung nach Abstimmung zwischen allen beteiligten Behörden."

Also weiter abwarten? Das wollen die Oybiner keinesfalls: Weil sich der Gemeiderat geschlossen der Meinung Richters anschließt und Gefahr im Verzug sieht, will Bürgermeister Tobias Steiner das Lasuv jetzt schriftlich auffordern, das Wrack schnellstens zu entfernen.

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