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Riesa

„Wir wollen eigenständig bleiben“

Die Volksbank Riesa vermeldet positive Zahlen. Das hilft, eine Fusion mit anderen zu vermeiden.

Sie sind die Gesichter der Volksbank Riesa: Markus Ziron (43/l.) und Kai-Uwe Schulz (46) sind die Vorstände der Volksbank, die ihren Hauptsitz an der Hauptstraße hat. Geschäftsstellen gibt es auch in Großenhain, Gröditz, Oschatz, Mügeln und Dahlen.
Sie sind die Gesichter der Volksbank Riesa: Markus Ziron (43/l.) und Kai-Uwe Schulz (46) sind die Vorstände der Volksbank, die ihren Hauptsitz an der Hauptstraße hat. Geschäftsstellen gibt es auch in Großenhain, Gröditz, Oschatz, Mügeln und Dahlen. ©  Sebastian Schultz

Riesa. Die Volksbank Riesa wirbt gern damit, die einzige eigenständige Bank zu sein, die ihren Sitz in Riesa hat. Und gern möchte man diese Eigenständigkeit behalten. „Wir wollen sie mit Wachstum verteidigen“, sagt Vorstand Kai-Uwe Schulz. 

Bei der Vorstellung der Jahresbilanz 2018 zeigte sich Schulz gemeinsam mit Co-Vorstand Markus Ziron zuversichtlich: Stieg doch die Bilanzsumme deutlich – von gut 350 Millionen Euro (2016) über 374 Millionen (2017) auf nun 402 Millionen Euro.

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Gleichzeitig sinkt allerdings die Zahl der Volks- und Raiffeisenbanken in Deutschland: Waren es in der Wendezeit noch deutlich mehr als 3 000, blieben davon im vergangenen Jahr laut Bundesverband bundesweit noch 875 übrig – bei allerdings deutlich gestiegener Bilanzsumme, höheren Kundenkrediten und Kundeneinlagen. 

Bei den Zahlen gilt auch in Riesa: „Wir können zufrieden sein.“ 2018 flossen 313 Millionen Euro von Kundeneinlagen in die Bilanz ein. „Das ist ein überdurchschnittliches Wachstum im Vergleich zu Sparkassen und Volksbanken, eigentlich erstaunlich angesichts der Niedrigzinsphase“, sagt Kai-Uwe Schulz. Und auch bei den ausgegebenen Krediten könne man zufrieden sein: Das Plus von fast 14 Prozent auf 188 Millionen Euro gehe etwa auf Häuslebauer und Mittelständler zurück.

Insgesamt habe man einen Jahresüberschuss von knapp 175 000 Euro erwirtschaftet. Das ermögliche es, diese Woche eine Dividende von 1,5 Prozent an die knapp 11 000 Mitglieder auszuschütten. Otto Normalkunde dürfte sich allerdings vorrangig dafür interessieren, wie es mit den Kontogebühren weitergeht. Daran werde man in absehbarer Zeit nichts ändern, heißt es. Sie waren 2018 erhöht worden. 

Im Gegenzug hatte die Volksbank eine Art Pay-Back-Modell eingeführt: Wer neben dem Girokonto noch andere Finanzprodukte der Bank nutzt, kann Gebühren sparen. „Das wurde gut angenommen“, sagt Markus Ziron. Auch bei den Filialen seien keine Schließungen geplant, genauso wie bei den Geldautomaten. Allerdings strukturiere man um, um mehr Gewicht aufs Online-Banking zu setzen. Nachdem man bei Whatsapp bereits aktiv sei, wolle die Volksbank Riesa noch dieses Jahr auch über Facebook und Instagram erreichbar sein.

Änderungen gibt es bei den sogenannten Kontokurrentkrediten: Die erhalten Kunden jetzt ab einem Zinssatz von 4,9 Prozent – der war zuvor mehr als doppelt so hoch. „Das war nicht mehr zeitgemäß bei der derzeitigen Kreditentwicklung“, sagt Ziron. Die Sorge des Vorstands: Mit Mario Draghi als Chef der Europäischen Zentralbank (EZB) sei eine Ausweitung der Niedrigzinspolitik zu befürchten. „Keine gute Nachricht für Sparer.“ 

Vorstandskollege Kai-Uwe Schulz geht davon aus, dass Draghi als EZB-Präsident einen Nachfolger bekommt, der die lockere Geldpolitik fortsetze. „Sparer sollten deshalb nicht mehr nur aufs Sparbuch setzen, sondern über Alternativen wie Fonds oder Gold nachdenken.“

Gerade Gold ist in Riesa so gefragt, dass die Volksbank zur Beratung eine diskrete Gold-Lounge im Altbau eingerichtet hat. Auch das Bauen sei eine gute Art der Altersvorsorge – da empfehle sich allerdings wegen der derzeit sehr hohen Baukosten eine Beratung. „Für eine junge Familie kann auch der Erwerb einer gebrauchten Immobilie eine Alternative sein“, sagt Markus Ziron. „Dabei kann man die Baukosten über die Jahre hinweg verteilen.“ Einen Neukauf eines 400.000-Euro-Heims ohne Eigenkapital empfehle er jedenfalls nicht.

Eine Bank, 101 Mitarbeiter

Die Bilanzsumme der Volksbank Riesa stieg vergangenes Jahr auf nun mehr als 400 Millionen Euro. Das ist ein Plus von 7,3 Prozent.

Eine Bank, 101 Mitarbeiter

Die Zahl der Kunden lag Ende 2018 bei knapp 31 600 – laut Bank ein stabiler Wert. Mit deutlichen Zunahmen rechnet man angesichts der demografischen Entwicklung nicht.

Eine Bank, 101 Mitarbeiter

101 Mitarbeiter betreuen knapp 14.000 Privatgirokonten und gut 2.200 Firmenkonten (inkl. Vereine).

Eine Bank, 101 Mitarbeiter

In die Region seien 2018 insgesamt 2,35 Millionen Euro verfügbare Kaufkraft geflossen – so viel Geld hätten die Mitarbeiter an Nettogehaltszahlungen erhalten.

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