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Wird es so leichter, die Heimat aufzugeben?

Soziale Betreuung soll den Mühlrosern beim Abschied helfen. Sie ist vertraglich vereinbart, doch zurzeit ist da eine Lücke. Das soll sich ändern.

Mühlrose muss als eines der letzten Dörfer im Lausitzer Revier der Braunkohle weichen.
Mühlrose muss als eines der letzten Dörfer im Lausitzer Revier der Braunkohle weichen. © Foto: Oliver Killig / dpa

Nachdem die Lausitz Energie Bergbau AG (Leag) mit ihrem geänderten Revierkonzept im März 2017 die Inanspruchnahme des Sonderfelds Mühlrose bestätigt hatte, wurde der Umsiedlungsvertrag ausgehandelt und im März 2019 unterschrieben. Er enthält die Verpflichtung zur sozialen Begleitung der Umsiedler. „Weil es für die älteren Mühlroser Bürger nicht so einfach ist, ihre Heimat aufzugeben“, erklärte Bürgermeister Waldemar Locke (CDU) in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats. Wie zuvor in einer nichtöffentlichen Einwohnerversammlung in Mühlrose stellte sich nun auch den Räten das Soziale Netzwerk Lausitz vor.

Der Leag-Umsiedlungsmanager Martin Klausch verwies auf den Trebendorf-Vertrag. Schon in dessen Rahmen sei die Vorbereitung auf die Umsiedlung begleitet worden – durch Holger Thomas vom Sozialen Netzwerk Lausitz und Pfarrerin Antje Schröcke, Bergbau-Seelsorgerin im Kirchspiel Schleife. Auf eigenen Wunsch war sie im März 2019 nach Cottbus gewechselt, wo sie als Gefängnisseelsorgerin tätig ist.

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„Seither ist ihr Thema unbesetzt“, so Martin Klausch im Gemeinderat. Die evangelische Kirche habe jedoch signalisiert, „dass sie für seelsorgerische Belange der Umsiedlung weiter zur Verfügung steht“, sagte er. Für den weiblichen Part in der Betreuung der Umsiedler habe man Cornelia Platzk, seit 2018 beim Sozialen Netzwerk Lausitz gGmbH, binden können.

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Sie und Holger Thomas werden die Umsiedler von Mühlrose weltanschaulich neutral begleiten. „Jeder sieht die Umsiedlung aus einer anderen Perspektive. Das kann anstrengend sein. Aber die Traurigkeit über die Aufgabe des eigenen Grundstücks und der Jahrzehnte gewachsenen Nachbarschaft sollte nicht die ganz große Rolle spielen“, erklärte Cornelia Platzk. Sie möchte den Mühlrosern dabei helfen, „die Umsiedlung als Chance zu sehen“. Im Gemeinderat Trebendorf stellte sie die vier Säulen der Netzwerk-Arbeit vor: Beratung zur Selbsthilfe, Vermittlung ehrenamtlicher Nachbarschaftshilfe, Reiseclub und Freizeitangebote für Senioren und präventive Arbeit. „Wir sitzen nicht bloß im Büro, wir gehen zu den Leuten nach Hause“, versprach sie.

Soziales Netzwerk Lausitz gGmbH, Albert-Schweitzer-Ring 32 in Weißwassser, 103576 218270

www.soziales-netzwerk-lausitz.de