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Wolf in Crostau gesichtet

Am hellichten Tag kam das Tier aus dem Wald und lief über eine Wiese. Ein Spaziergänger reagierte geistesgegenwärtig.

Dieses Tier lief eines Nachmittags am Rand von Crostau über eine Wiese. Fachleute bestätigen, dass es sich um einen Wolf handelt.
Dieses Tier lief eines Nachmittags am Rand von Crostau über eine Wiese. Fachleute bestätigen, dass es sich um einen Wolf handelt. © Jens Weber

Crostau. Eine unerwartete Begegnung hatte Jens Weber dieser Tage. „Es war nachmittags so gegen 14 Uhr, ich lief in Crostau im Bereich Isabella in Richtung Waldrand. Da sah ich plötzlich einen Wolf aus dem Wald kommen“, erzählt er.

Der Crostauer hatte eine Kamera dabei und startete geistesgegenwärtig sofort eine Aufnahme. Ungefähr eine Minute ist sie lang und zeigt, wie das Tier über die Wiese läuft, die am oberen Ortsrand liegt. „Dabei hat es mich immer wieder angesehen, blieb dafür sogar eine Weile stehen“, beschreibt Jens Weber.

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Für ihn war diese Begegnung, die sich am vergangenen Sonnabend ereignet hat, die erste dieser Art; obwohl er viel in der Natur unterwegs ist. „Ich bin sehr oft im Wald, vor allem im Kälbersteingebiet. Einen Wolf habe ich dabei vorher aber noch die gesehen“, erzählt der Crostauer. Dass das von ihm gefilmte Tier ein Wolf war, daran zweifelt er nicht, nachdem er seine Aufnahmen mit Bilder aus dem Internet verglichen hat. Doch was sagen Fachleute dazu? Die SZ leitet das von Jens Weber aufgenommene Video an die Fachstelle Wolf beim Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie weiter und bittet um eine Beurteilung. Die Antwort lässt nicht lange auf sich warten.

„Wir können bestätigen, dass es sich bei dem beobachteten Tier um einen Wolf handelt“, sagt Vanessa Ludwig, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit bei der Fachstelle Wolf. Der Bereich Crostau, Schirgiswalde, Kirschau werde zum Territorium des Cunewalder Rudels gezählt, erklärt sie. „In diesem Gebiet sind seit dem Monitoringjahr 2014/2015 Wölfe nachgewiesen“, sagt Vanessa Ludwig. Ein Monitoringjahr geht jeweils von Anfang Mai bis Ende April des Folgejahrs. Wie die Referentin berichtet, wurden 2017/18 im Cunewalder Rudel drei Welpen bestätigt.

Auf anderem Weg nach Hause gegangen

Jens Weber freut sich darüber, dass er mit seiner Einschätzung des Tieres Recht hatte „und es tatsächlich ein Wolf war“. Angst habe er im Moment der Beobachtung nicht gehabt, sagt er. Doch sicherheitshalber sei er, nachdem der Wolf wieder verschwunden war, nicht an dieser Stelle in den Wald gegangen, sondern habe einen anderen Weg eingeschlagen. – Die Fachstelle Wolf beim Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie hat seit Juni dieses Jahres die Zuständigkeiten des bisherigen Kontaktbüros „Wölfe in Sachsen“ übernommen. Sie bündelt die Kompetenz zum Wolf und soll Schnittstelle zwischen Wolfsmonitoring, Tierhaltern und Öffentlichkeit sein. Wer Fragen zum Thema Wölfe in Sachsen hat oder Sichtungen melden will, kann sich an die Fachstelle wenden. Rissmeldungen sind täglich zwischen 7 und 21 Uhr möglich. Außerdem gibt es eine 24-Stunden-Bereitschaft für Fälle, in denen Gefahr besteht oder tote oder verletzte Wölfe gefunden werden. Der Kontakt dazu wird über die Notrufnummer 112 hergestellt.

In Sachsen gibt es laut Angaben der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf aktuell 18 Wolfsrudel; in ganz Deutschland sind es 73.

Die Fachstelle Wolf ist zu erreichen unter Telefon 035242 6318201, [email protected]

www.wolf.sachsen.de

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