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Zittaus Boutiquen-Sterben geht weiter

Mit der "Bananas Boutique" schließt innerhalb von wenigen Monaten das dritte Modegeschäft in Zittau. Leer bleibt der Laden am Markt aber nicht.

Yelena Bickel will ihre Boutique am Zittauer Markt schließen. Deshalb gibt es nun Rabatte bis 70 Prozent.
Yelena Bickel will ihre Boutique am Zittauer Markt schließen. Deshalb gibt es nun Rabatte bis 70 Prozent. © Jan Lange

Die Ladentür geht immer wieder auf und zu. So viele Kunden haben schon lange nicht mehr in der "Bananas Boutique" von Yelena Bickel reingeschaut. Das Interesse ist leicht zu erklären: In den Schaufenstern hängen große Schilder, die darauf hinweisen, dass in dem Zittauer Geschäft alles mit 70 Prozent Rabatt verkauft wird. Yelena Bickel will die Boutique am Markt schließen und hat den Ausverkauf gestartet. Die Kunden können ab sofort italienische Handtaschen, Tücher und Schals, Modeschmuck, Ohrringe und Armbänder zu sehr günstigen Preisen erwerben. 

Damit schließt erneut eine Boutique in der Zittauer Innenstadt. In den vergangenen Monaten gab es ein richtiges Boutiquen-Sterben. Zuerst machte Ende 2017 das Modegeschäft "Kumm oack rei" an der Ecke Bautzner Straße/Lindenstraße zu, wenige Monate später folgte die Modeboutique "Helena" auf dem Rathausplatz und 2019 haben mit dem "Modehaus Wehner" auf der Reichenberger Straße und dem "Royal Beauty" in der Inneren Weberstraße auch schon zwei Bekleidungsgeschäfte dicht gemacht. Die "Bananas Boutique" ist nun der dritte Laden in diesem Jahr.

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Zwei Hauptgründe hat das Boutiquen-Sterben: Zum einen gehen die Inhaberinnen in Rente und finden keine Nachfolger, zum anderen sind die sinkenden Umsätze schuld. Bei Yelena Bickel ist Letzteres der Grund. Vor drei Jahren ist sie mit der "Bananas Boutique" von der Brunnenstraße um die Ecke auf den Markt gezogen. Dabei ist sie zwar in ein und demselben Gebäude geblieben, dem Markt 22, aber der Eingang zum Geschäft befand sich nun nicht mehr in der wenig frequentierten Nebenstraße.

Nach dem Umzug sei das Geschäft anfangs auch gut gelaufen, erklärt die Einzelhändlerin. Aber von Jahr zu Jahr wurden die Umsätze geringer. Das Internet spielt dabei eine entscheidende Rolle. Die Kunden können heute in unzähligen Webshops Modeaccessoires kaufen. Auch in größeren Einkaufsmärkten gibt es inzwischen ein Sortiment an Handtaschen, Tüchern, Schals und Schmuck. Sie hätte auch einen eigenen Internetshop eröffnen müssen, sagt sie. Aber das wollte die 51-Jährige nicht.

Yelena Bickel sieht ebenso in den fehlenden Parkplätzen auf dem Zittauer Markt einen Grund für den Umsatzrückgang. Seit der Sanierung des Marktes darf nur noch auf der Süd- und der Westseite geparkt werden. Vielen Kunden sei die Parkgebühr von zwei Euro pro Stunde zu teuer, weiß Frau Bickel. Und ältere Kunden würden auch das Parkhaus an der Pfarrstraße meiden, weil es ihnen dort zu eng sei. Die 51-Jährige ist nicht die erste Händlerin, die die Parksituation am Zittauer Markt kritisiert.

Von Kunden habe sie schon mehrfach gehört, dass sie es schade finden, dass die "Bananas Boutique" zumacht. Doch Yelena Bickel will sich künftig auf die Arbeit im Immobilienbüro ihres Mannes konzentrieren. Das Ehepaar Bickel hatte 2014 das Haus Markt 22 erworben. Wenig später sind sie vom oberpfälzischen Cham nach Zittau gezogen. Und Yelena Bickel hatte kurz danach ihre "Bananas Boutique" eröffnet. 

Nach vier Jahren soll nun Schluss sein. Bis Ende September soll der Ausverkauf dauern, wahrscheinlich wird Yelena Bickel auch im Oktober noch die restlichen Waren verkaufen. Dann muss aber wirklich Schluss sein, denn die Räumlichkeiten müssen für den künftigen Mieter umgebaut werden. Ayhan Ünal, der vor zwei Jahren von Baden-Württemberg nach Zittau gezogen ist, wird die Fläche für seinen An- und Verkauf nutzen. 

Seit einem Jahr betreibt er das Geschäft bereits um die Ecke - in den ehemaligen Räumen der "Bananas Boutique". Hier sei es inzwischen sehr voll und eng. Deshalb will Ayhan Ünal ab Anfang 2020 seine Verkaufsfläche verdoppeln. In den hinteren Räumen bietet er dann große Haushaltsgeräte an, im vorderen Geschäft kleine Dinge und Multimedia-Produkte. Beide Geschäfte sollen miteinander verbunden sein.

Um seine Waren gut zu sichern, soll das Geschäft eine Videoüberwachung bekommen und die Schaufenster durch einen Splitterschutz verstärkt werden. Die Umbauarbeiten sollen nach dem endgültigen Ende der "Bananas Boutique" beginnen und spätestens Ende des Jahres beendet sein.

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