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Zurück in der Heimat mit neuer Praxis

Grit Pychinski bietet in Dipps medizinische Fußpflege an. Zwei Tage die Woche ist sie schon voll ausgelastet.

Grit Pychinski hat mitten in Dippoldiswalde eine neue Praxis für Podologie eröffnet. Sie stammt aus Dipps und ist nach 17 Jahren zurückgekehrt.
Grit Pychinski hat mitten in Dippoldiswalde eine neue Praxis für Podologie eröffnet. Sie stammt aus Dipps und ist nach 17 Jahren zurückgekehrt. © Egbert Kamprath

Das kleine Geschäft am Durchgang vom Dippser Marktplatz zur Kirche hat schon eine wechselvolle Geschichte. Einst war hier eine Fleischerei, zuletzt das Parteibüro der SPD und jetzt hat Grit Pychinski in den Räumen ihre podologische Praxis eröffnet. Sie bietet hier medizinische Fußpflege an.

Grit Pychinski hatte bisher ihre Praxis in Zittau. Dort hat sie 17 Jahre gelebt. Jetzt ist die gebürtige Dippserin aber wieder in die Heimat zurückgekehrt. „Hauptsächlich der Familie wegen“, sagt die 36-Jährige. „Meine Eltern leben hier. Die Verbindung zu Freunden ist nie abgerissen. Heimat ist eben Heimat.“ Nun lebt sie mit ihren zwei Kindern wieder hier. In ihrer Freizeit treibt sie viel Sport und einen Garten hat sie sich auch bereits zugelegt. Daran liegt ihr viel „Als Kind bin ich sozusagen im Garten groß geworden“, erinnert sie sich. Für ihre Kinder, die fünf und 13 Jahre alt sind, ist es auch von Vorteil, wenn die Großeltern in der Nähe sind.

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Podologie ist ein Mangelberuf

Nun übt sie hier ihren erlernten Beruf weiter aus. Nach dem Schulabschluss hat sie erst eine Ausbildung für Fußpflege und Kosmetik gemacht. Danach ist sie nach Zittau gegangen, wo sie sich 2005 selbstständig gemacht hat. Erst war sie auf die kosmetische Fußpflege ausgerichtet, wollte dann aber mehr in die medizinische Richtung gehen und hat eine Ausbildung zur Podologin begonnen. Das hieß dreieinhalb Jahre lang lernen, neben der Arbeit in ihrer Praxis. Dafür ist sie regelmäßig von Zittau nach Döbeln gefahren. Aber sie hat sich durchgekämpft und auch noch eine Ausbildung zur sektoralen Heilpraktikerin in Dresden drangehängt.

Ihre Praxis hat sie nun nach Dippoldiswalde verlegt. Der Einstieg ist nicht schwierig. „Podologe ist ein Mangelberuf,“ sagt die Fachfrau. Sie kann sich aber auch nicht erklären, woran das liegt. Eine denkbare Ursache ist, dass es sich um eine schulische Ausbildung handelt, bei der man nichts verdient. Sie geht aber auch davon aus, dass viele Menschen stärker als früher auf ihre Füße achten. Und mit dem steigenden Durchschnittsalter in der Bevölkerung nehmen sicher auch die Beschwerden zu. Diese zeigen sich in der Regel noch nicht in der Jugend, treten aber später zutage. „Es gilt die alte Regel: Fuß und Haut vergessen nie“, sagt Pychinski. 

Auch Teenager brauchen schon Hilfe

Sie hat ihre Woche so aufgeteilt, dass sie an zwei Tagen Hausbesuche macht. „Die sind bereits ausgefüllt. Ich betreue ja zwei Pflegeheime in Rabenau und Hartha“, sagt Grit Pychinski. An zwei weiteren Tagen empfängt sie Patienten in ihrer Praxis mitten in Dipps. Dann bleibt noch ein Tag für organisatorische Tätigkeiten. Sie fängt in Dippoldiswalde erst einmal alleine an. „Vielleicht werde ich mir später auch noch jemand dazu holen“, sagt sie.

Ihre Arbeit zielt sowohl auf die Prävention, um Fußerkrankungen zu vermeiden, als auch auf die Therapie von Beschwerden. Häufig haben Diabetiker damit zu kämpfen, dass die Nerven und Gefäße in ihren Füßen nicht mehr voll funktionieren. „Dann merkt man beispielsweise nicht, wenn man sich etwas eingetreten hat. Das kann sich dann entzünden und schwere Folgen nach sich ziehen“, erzählt die Podologin. Sie trifft aber auch auf junge Patienten. So kommt es vor, dass Teenager Probleme mit eingewachsenen Nägeln haben, weil sie die richtige Technik beim Schneiden der Zehennägel nicht kennen. Da heißt es dann, die Beschwerden zu lindern und das richtige Schneiden zu lehren.

Die Therapie von Diabetikern bezahlen die Krankenkasse auf Rezept. Seit kurzem gilt das auch für Rheumakranke. Andere Behandlungen müssen die Patienten aus der eigenen Tasche tragen. „Aber die Füße sind ja auch wichtig. Darauf steht der ganze Körper“, sagt sie.

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