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Zwei tote Hasen in einer Woche

Immer wieder gibt es traurige Zwischenfälle mit Tieren im Röhrsdorfer Bauernmarkt. Dessen Chef hat jetzt einen Plan.

Vom Röhrsdorfer Bauernmarkt sind drei Hasen verschwunden. Zwei tauchten später wieder auf, allerdings tot. Da wolle jemand ihm persönlich schaden, vermutet Markt-Chef Holger Tintner.
Vom Röhrsdorfer Bauernmarkt sind drei Hasen verschwunden. Zwei tauchten später wieder auf, allerdings tot. Da wolle jemand ihm persönlich schaden, vermutet Markt-Chef Holger Tintner. © Symbolfoto: imago/blickwinkel

Holger Tintner ist viel gewohnt. Er hat schon allerhand erlebt in den 18 Jahren, die er den Röhrsdorfer Bauernmarkt managt. Auch in Sachen Tiere hat er manchmal schon gedacht, das gibt es nicht. Mal war den kleinen Wachteln das lebensnotwendige Licht abgeschaltet, mal Enten die Wasserversorgung gekappt worden und immer wieder landet im Futter der Tiere, was denen nicht gut bekommt. Die drei vergifteten Kaninchen im vergangenen Sommer waren der Gipfel für Tintner. Das es noch schlimmer geht, konnte sich Tintner nicht vorstellen. Bis vorige Woche.

Da verschwanden innerhalb von drei Tagen drei Hasen aus den Käfigen. Zwei davon kehrten zurück: Sie wurden tot in die Anlage gelegt. Ein Tier hatte offenbar einen Herzschlag erlitten, sagt Tintner. „Weil man es wieder eingesperrt hat. Ansonsten würden die Tiere im Markt viel Freiheit haben. Außerdem waren alle Bereiche, in denen sich unterschiedliche Tierarten aufhalten, geöffnet. So kamen Tiere zusammen, die sich nicht vertragen. „Der Stress tut keinem Tier gut“, sagt Tintner. Er hat eine starke Vermutung: Da wolle jemand ihm persönlich schaden. Das seien keine Dummejungenstreiche oder Versehen mehr, sagt er. Dafür häufen sie sich zu sehr und wenn Tiere sterben, sei das endgültig kein Spaß mehr, sagt er.

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Immer wieder gibt es auch Vorwürfe gegen seine Art der Tierhaltung. Tintner selbst sagt, er habe alle Auflagen und Hinweise beachtet und umgesetzt. Doch auch wenn vielleicht das eine oder andere nicht perfekt sei, sei es kein Grund, Tiere zu quälen oder zu töten.

Das sieht auch die Polizei so. In Abstimmung mit ihr wird Tintner nun Wildkameras in den Tiergehegen installieren, die die Bewegungen der Tiere aufzeichnen. Menschen haben in diesen Bereichen nichts zu suchen. Wenn sie auf den Aufnahmen zu sehen sind, werden sie kaum erkennbar sein. Damit gibt es keine Handhabe gegen sie. Tintner aber hofft trotzdem auf wenigstens einen abschreckenden oder erzieherischen Effekt. Und noch immer hofft er auch darauf, dass die Besucher aufmerksam sind und wie er null Toleranz gegen jede Art von Tierquälerei zeigen.

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