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Wiedersehensfreude und Prüfungsstress

Seit Montag müssen Abiturienten ran. Auch in den Oberschulen sind die Abschlussklassen trotz Corona wieder da.

Schulleiter Uwe Blazejczyk vom Léon-Foucault-Gymnasium Hoyerswerda zeigt, dass bei den Abitur-Prüfungen der Mindestabstand gewahrt wird.
Schulleiter Uwe Blazejczyk vom Léon-Foucault-Gymnasium Hoyerswerda zeigt, dass bei den Abitur-Prüfungen der Mindestabstand gewahrt wird. © Foto: Juliane Mietzsch

Hoyerswerda/Schleife/Krauschwitz. Vorbei sind die Osterferien. Trotzdem sind die Gänge im Léon-Foucault-Gymnasium Hoyerswerda weitgehend leer und verlassen. Neben der Beleuchtung ist die Klingel abgestellt. Unterricht findet trotzdem statt. In vereinzelten Räumen sind einige Schüler, weil Abstandsregeln eingehalten werden müssen. Die Schule ist für die Abschlussklassen geöffnet. Der Abiturjahrgang an diesem Gymnasium umfasst 75 Schüler, die alle in den Startlöchern für den Prüfungsmarathon stehen. Der begann in Sachsen am Mittwoch mit Religion, geht heute mit Physik und bis 11. Mai mit den anderen Fächern weiter. Bisher gibt es keine Abmeldung vom Ersttermin, wie Schulleiter Uwe Blazejczyk berichten kann. Die Möglichkeit des Ausweichens auf den Zweittermin gibt es in diesem Jahr aufgrund der allgemeinen Situation. Dennoch müssen Abwesende dann dem Landesamt für Schule und Bildung (Lasub) gemeldet werden. Auch sonst ist die Zusammenarbeit mit Behörden und Schulreferenten gerade sehr eng. Zuletzt wurde ein „Hygienepaket“ für alle Schulen zur Verfügung gestellt. Beim Lasub in Bautzen holte ein Vertreter des Gymnasiums die Mund-Nase-Masken und Desinfektionsmittel ab. Das erste Betreten des Gebäudes durch die Schüler nach den Ferien wurde penibel geplant und umgesetzt. Am Montag überwachte das ein Lehrer, die Schüler wurden einzeln belehrt. Ein weiterer Lehrer achtete darauf, dass Desinfektionsmittel benutzt wurden. Birgit Böhme, stellvertretende Schulleiterin, schätzt den Vorgang trotz aller Umstände als ruhig ein. Schüler und Lehrer tragen zu einem funktionierenden Ablauf bei. „Wir wollen so viel Normalität wie möglich schaffen“, sagt sie. Aber dennoch sei die Anspannung mit Blick auf die Abiturprüfungen nicht zu leugnen.

Stimmung ist eher gedämpft

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In der Oberschule Schleife werden seit Mittwoch 44 Schüler der zwei 10. und einer 9. Klasse unterrichtet. In vier Gruppen haben sie verteilt auf etliche Räume jeweils ihren festen Arbeitsplatz mit Namenskärtchen, damit ist ausreichend Abstand garantiert. Schulleiter Jan Rehor freut sich, „wie vorbildlich die Schüler sind“. Obwohl es keine Maskenpflicht gibt, das Tragen des Mundschutzes bisher eine Empfehlung ist, seien alle mit Maske gekommen. Sie wurden über Hygienemaßnahmen und Verhalten belehrt. Ausführlich informiert werden Schüler, Eltern und Lehrer darüber auf der Website der Schule. „Die Schüler sind froh, dass sie ihre Lehrer wiedersehen und diese freuen sich auf ihre Schüler“, erklärt Jan Rehor. „Und dennoch ist die Stimmung angesichts der Situation eher gedämpft.“ Ab 25. Mai stehen für die Abgangsklassen der Oberschulen die schriftlichen und ab Mitte Juni die mündlichen Prüfungen an. Darauf sollen die Schüler trotz Corona bestmöglich vorbereitet werden. Sie sind vollzählig erschienen. Selbst Lehrer, die aus Alters- oder anderen Gründen zu den Risikogruppen gehören, seien alle freiwillig gekommen. „Es gibt viel zu tun und alle ziehen mit“, so Jan Rehor, der die Oberschule Schleife erst seit Neueröffnung des Deutsch-sorbischen Schulkomplexes zum zweiten Schulhalbjahr leitet.

In der Oberschule „Geschwister Scholl“ in Krauschwitz war Mittwoch erster Schultag für 16 Prüflinge der 10. Klasse und 14 Hauptschüler, die in vier Gruppen und Räumen mit Sitzordnung lernen. Bisher gibt es eine Schülerkrankmeldung. Alle Lehrer sind da. „Ich habe das Gefühl, dass Schüler und Lehrer froh sind, endlich wieder soziale Kontakte zu haben“, meint Schulleiter Michael Christoph. Wie er weiter sagt, seien viele Schüler, da sie den Schulbus nutzen, mit Mundschutz gekommen. Wer keinen hatte, bekam ihn von der Schule, in der streng auf Hygiene geachtet wird. Tische und Ausstattungen in Fachkabinetten werden nach jeder Nutzung durch Lehrer desinfiziert; Klassenräume, Flure, Sanitär nach Schulschluss durch eine Firma; Handläufe und Türklinken, selbst nach jeder Pause, durch den Hausmeister. „Der Mundschutz muss im Unterricht übrigens nicht oder nach Aufforderung getragen werden, außerhalb des Klassenraums schon“, so Christoph. Wie er erklärt, sei in der Schule sogar Einzelförderung möglich. „Wir wollen in der ungewohnten Situation erreichen, dass alle Abgänger einen ordentlichen Abschluss schaffen. Einige brauchen dazu ihr gewohntes Umfeld, Erklärungen, die Möglichkeit, nachzufragen und gemeinsam zu üben“, begründet er. Über dies und mehr informiert die Schulhomepage.

Informationen über die Schulcloud

Romy Stötzner, Schulleiterin der Oberschule „Am Planetarium“ Hoyerswerda, hat allerhand zu tun mit neuen Stundenplänen, Einteilung der Schüler in Gruppen und Belehrungen. Die Klassenstufe 9 und 10 bereite sich auf die Abschlussprüfungen in etwa vier Wochen vor. Deshalb werden nur Deutsch, Mathematik, Englisch und für die Zehntklässler auch die Naturwissenschaften unterrichtet. Wie bisher werden die Eltern mithilfe der Schulcloud auf dem Laufenden gehalten. Auf diesem Weg erhielten die Schüler in den letzten Wochen auch ihre Aufgaben. Sogar Vorprüfungen konnten so miteinander ausgewertet werden.

Bei den Prüfungen der Zehntklässler im Deutsch-sorbischen Schulzentrum Schleife wird der Mindestabstand ebenfalls gewahrt. Die Konsultation mit Maske ist für Tom Schneider und Lehrerin Kerstin Jöhling mehr als ungewohnt.
Bei den Prüfungen der Zehntklässler im Deutsch-sorbischen Schulzentrum Schleife wird der Mindestabstand ebenfalls gewahrt. Die Konsultation mit Maske ist für Tom Schneider und Lehrerin Kerstin Jöhling mehr als ungewohnt. © Foto: Joachim Rehle

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