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Neuer Solarpark kann 12.000 Haushalten Strom liefern

Göda und Doberschau-Gaußig stellen sich gemeinsam auf den Kohleausstieg ein. Das Risiko trägt ein anderer - und bringt sogar noch Geld mit.

Genau an der Gemeindegrenze von Doberschau-Gaußig und Göda soll der vorhandene Solarpark wachsen. Gödas Bürgermeister Gerald Meyer (l.) und Bürgermeister Alexander Fischer aus Doberschau-Gaußig unterstützen das Vorhaben.
Genau an der Gemeindegrenze von Doberschau-Gaußig und Göda soll der vorhandene Solarpark wachsen. Gödas Bürgermeister Gerald Meyer (l.) und Bürgermeister Alexander Fischer aus Doberschau-Gaußig unterstützen das Vorhaben. © SZ/Uwe Soeder

Göda/Doberschau-Gaußig. Das Vorhaben klingt logisch, der Zeitpunkt scheint passend, der Standort geeignet: Genau auf der Gemeindegrenze von Göda und Doberschau-Gaußig plant das Energieunternehmen Anumar die Errichtung eines Solarparks. Die bayerische Firme ist keine Unbekannte in Göda. Bereits im vergangenen Jahr nahm das Unternehmen aus Ingolstadt eine Solarfläche am Gewerbepark in Seitschen in Betrieb. "Das ist eine junge Truppe, mit der sich die Zusammenarbeit sehr angenehm gestaltet", berichtet Gödas Bürgermeister Gerald Meyer (parteilos).

Die Idee zur Erweiterung ist noch jung, scheint aber unter einem guten Stern zu stehen:  Seit Sommer dieses Jahres treibt Anumar das Vorhaben voran. Bereits nach den Sommerferien wanderte das Projekt in die Ausschüsse und Räte der Gemeinden. "Um die Öffentlichkeit frühzeitig zu informieren", wie Gerald Meyer betont. Die reagierte offenbar aufgeschlossen: "Wir haben ja die Energiewende angestoßen bekommen, können hiermit also nix verlieren", sagt Doberschau-Gaußigs Bürgermeister Alexander Fischer (CDU). Gerald Meyer pflichtet ihm bei: "Meine Räte haben gesagt, das sei eine gute Idee. Hier draußen stört sich ja niemand daran."

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Derzeit befindet sich das Vorhaben nach Aussage von Alexander Fuß, Projektmanager bei Anumar, im Genehmigungsverfahren. Als frühstmöglichen Baubeginn nennt er das Ende nächsten Jahres. Im ersten Quartal 2022 könnte der Park ans Netz gehen. 23 Millionen Euro sollen bis dahin investiert werden.

Sonnenenergie von 56 Fußballfeldern

Alexander Fuß erläutert die geplante Dimension: "40 Hektar ist das Areal, das wir gepachtet haben, insgesamt groß. Davon werden rund 34 Hektar reine Modulfläche sein, fünf bis sechs Hektar werden unbebaute Ausgleichsfläche." In Summe wird der neue Solarpark eine Fläche von 56 Fußballfeldern einnehmen. Sehen wird man ihn aber allenfalls von der Seitschener Straße aus. Pflanzen und vorab zu erstellende Blendgutachten sollen verhindern, dass sich Vorbeifahrende an den Solarmodulen stören. Die Wohnbebauung beginnen erst in weiterer Entfernung. Und insgesamt, fügt Gerald Meyer hinzu, sei die Akzeptanz von Solaranlagen ja gemeinhin größer als die von Windrändern.

Etwa 90 Prozent des Energiebedarfs aller Haushalte in den beiden Nachbargemeinden wird die Anlage decken können, sobald sie ans Netz angeschlossen wurde. Rund 12.000 Haushalte könnten dann mit "grüner" Energie beliefert werden, ebenso öffentliche Einrichtungen. Und auch sonst sehen beide Bürgermeister Vorteile in der Zusammenarbeit: So plane Anumar die Gründung einer Betreibergesellschaft vor Ort. Der Effekt: "Die volle Gewerbesteuer bleibt dadurch bei den Gemeinden. Bei 30 Jahren Laufzeit macht das rund vier Millionen Euro", rechnet Alexander Fuß vor.

Die Verwaltungen selbst hätten mit dem ganzen Vorhaben kaum Aufwand, sie würden nur das Baurecht auf der Fläche schaffen, die Anumar von einem privaten Eigentümer pachtet. Um sämtliche Gutachten kümmert sich das Unternehmen selbst, vergibt Aufträge vornehmlich an regionale Unternehmen und trägt sämtliche Kosten und Risiken.

Schafe sollen unter Photovoltaikanlagen weiden

Das Engagement der rund 20 Mitarbeiter starken Anumar GmbH vor Ort fokussiert auch auf Umweltschutz: Die schräg aufgestellten und höchstens drei Meter in die Höhe ragenden Photovoltaikanlagen überbauen die Fläche nur zu etwa 50 Prozent. Da sie nur mit Ständerwerk im Boden verankert sind und keinerlei Fundament brauchen, bleibt unter ihnen die Grünfläche bestehen.

"Unser Wunschgedanke ist immer, dass es vor Ort einen Schäfer gibt. Der bekommt dann den Schlüssel und kann seine Schafe auf umzäunten Grund weiden lassen. Wir bekommen im Gegenzug eine gepflegte Rasenfläche", sagt Alexander Fuß. Auch die Ausgleichsflächen sollen nachhaltig genutzt werden. Blühwiesen und Imkerei schweben Anumar hierfür vor.

Begrenzt ist das Projekt vorerst auf 30 Jahre. "Dann soll erneut entschieden werden, ob diese Strategie zur Energiegewinnung Sinn macht. Das hier kann auch einfach wieder Acker werden", erklärt Bürgermeister Fischer. Sollte kein Bedarf mehr am Solarpark bestehen, ließe er sich einfach wieder demontieren.

Kita und Sportverein erhalten Spenden

Auch mit den Einwohnern will sich Anumar gut stellen und zeigte sich mit einer Spende von je 1.000 Euro für die Gaußiger Kindertagesstätte "Am Wald" und den Gödaer Sportverein erkenntlich. "Wir wollen unsere Akzeptanz bei den Bürgern stärken. Man muss schon klar sagen: Ohne die Gemeinden vor Ort wären Projekte wie unseres nicht umsetzbar", begründet Alexander Fuß die Gesten.

Anumar könnte künftig die Errichtung zahlreicher weiterer Solarparks im Landkreis in Betracht ziehen. Mit der Schließung der Tagebaue deuten sich die idealen Flächen hierfür bereits an. Und auch Alexander Fuß wagt einen Ausblick: "Sogenannte Konversionsflächen wie Steinbrüche oder Tagebaue sind für uns wirklich interessant. Besonders, wenn sie stillgelegt sind", erklärt er. Nicht zuletzt sei die Nutzung als Solarparks für solche Flächen ideal. Sein Fazit: "Daran haben wir definitiv Interesse."

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