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Umfrage: Deutsche bei Rückkehr zu Wehrpflicht gespalten

Bei der Frage, ob es wieder eine Wehrpflicht geben soll, sind die Menschen in Deutschland gespalten. Sowohl regional als auch altersmäßig gibt es aber deutliche Unterschiede.

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Die Frage nach einer erneuten Wehrpflicht in Deutschland findet bei einer Umfrage keine Mehrheit.
Die Frage nach einer erneuten Wehrpflicht in Deutschland findet bei einer Umfrage keine Mehrheit. ©  Patrick Pleul/dpa (Symbolbild)

Berlin. In der Bevölkerung in Deutschland gibt es nach einer aktuellen Umfrage keine Mehrheit für eine allgemeine Wehrpflicht von Männern und Frauen. In der Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes Katar sprachen sich 46 Prozent der Befragten dafür aus, 50 Prozent dagegen, wie die Organisation Greenpeace als Auftraggeber am Donnerstag mitteilte. Im Osten war die Zustimmung dabei geringer als im Westen. Greenpeace wollte vor der Münchner Sicherheitskonferenz ein Meinungsbild einholen.

Allerdings gab es in der Gruppe der Menschen im Alter bis 29 Jahren mehrheitlich Zustimmung (Ja: 58 Prozent) für eine allgemeine Wehrpflicht. Zustimmung gab es demnach bei Anhängern der FDP (69 Prozent), der Union (58 Prozent), der SPD (55 Prozent) sowie noch knapp bei der AfD (50 Prozent), während Anhänger von Grünen und Linken mehrheitlich dagegen waren. Auf die Frage "Möchten Sie persönlich Wehrdienst leisten?" antworteten junge Männer unter 30 Jahren zu 55 Prozent mit Ja, Frauen der gleichen Altersgruppe mit 67 Prozent mehrheitlich mit Nein.

Politisch sprach sich eine Mehrheit der Befragten für eine diplomatische Führungsrolle Deutschlands in der EU aus (Ja: 75 Prozent, Nein: 22 Prozent) Auf die Frage nach einer militärischen Führungsrolle antworteten dagegen nur 31 Prozent mit Ja, aber 64 Prozent mit Nein.

Auf die Frage, ob die Bundeswehr zusätzlich zum regulären Bundeswehrhaushalt und dem 100 Milliarden Euro Sondervermögen weitere 200 Milliarden Euro erhalten sollte, sagten 43 Prozent Ja, aber 48 Prozent Nein. Für eine Erhöhung des Bundeswehrhaushalts über Schulden oder auch über Steuererhöhungen gab es keine Mehrheiten. Erwartet wurde aber vor allem (66 Prozent), dass höhere Ausgaben für die Bundeswehr zu Einschnitten in anderen Bereichen wie Klimaschutz oder Soziales führen.

"Die Ergebnisse zeigen, dass die Menschen in Deutschland den Fokus auf militärischer Dominanz skeptisch sehen", sagt Thomas Breuer, Leiter des Bereichs Frieden bei Greenpeace Deutschland, "stattdessen wünschen sie sich eine diplomatische Führungsrolle Deutschlands". Greenpeace wendet sich dagegen, nach dem Sondervermögen noch weitere Extramittel in die Bundeswehr zu investieren. Dieses Geld werde sonst für andere wichtige Bereiche wie Klimaschutz fehlen. (dpa)