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Dresden

Anklage gegen Dresdner Döner-Chef

Der Mann soll Getränke, Obst und Gemüse für mehr als 160.000 Euro geordert und nicht bezahlt haben. Aber auch andere Rechnungen ließ er offen.

In Dresden sitzt ein mutmaßlicher Betrüger in Untersuchungshaft, der sich ins Ausland abgesetzt hatte.
In Dresden sitzt ein mutmaßlicher Betrüger in Untersuchungshaft, der sich ins Ausland abgesetzt hatte. © Symbolfoto/Archiv/Sven Hoppe/dpa

Dresden. Die Staatsanwaltschaft Dresden hat Anklage gegen einen 36-Jährigen erhoben, der Geschäfte im großen Stil gemacht haben soll, ohne zu bezahlen. Der gebürtige Türke war laut der Behörde im April 2018 aus Deutschland verschwunden, weil er wusste, dass gegen ihn ermittelt wird. Im April 2021 wurde er im Rahmen einer internationalen Fahndung in der Ukraine festgenommen. Einen Monat danach haben ihn Mitarbeiter des Landeskriminalamtes Sachsen nach Deutschland zurückgeholt, seitdem sitzt der Mann in Untersuchungshaft.

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Bei seinen Geschäften ging es um Reisen, Hotelaufenthalte und Warenbestellungen. Insgesamt legt die Staatsanwaltschaft dem heute 36-Jährigen insgesamt 17 Betrugstaten zur Last. Laut der Anklage soll er zwischen Juli und August 2016 viermal bei einem Reiseveranstalter mit Sitz in Baden-Baden unter Angabe falscher Personalien Reisen gebucht haben, ohne dass dafür bezahlt wurde. Dabei war der Mann nicht selbst der Reisende, er buchte für Bekannte. Es handelte sich um zwei Flüge von der Schweiz in die Türkei und zurück im Wert von rund 4.000 Euro, Hotelaufenthalte in Berlin und München für etwa 1.800 Euro und eine Pauschalreise an den Goldstrand in Bulgarien für rund 1.000 Euro. Alle Flüge und Aufenthalte wurden genutzt, aber nicht bezahlt, so die Staatsanwaltschaft.

Der Mann sei "faktisch" Chef eines Döner-Ladens im Dresdner Osten gewesen. In dieser Position soll er im März 2017 bei einem Großhändler in Dürrröhrsdorf-Dittersbach Getränke im Wert von mehr als 100.000 Euro geordert haben, außerdem im Mai 2017 achtmal Obst und Gemüse bei einer Dresdner Firma. Der Wert bei diesen acht Bestellungen: rund 60.000 Euro. Alle Waren seien geliefert, aber nie bezahlt worden, berichtet die Staatsanwaltschaft.

Im August 2017 ging es weiter. Viermal soll der Mann in diesem Monat in Dresden Getränke im Wert von rund 8.500 Euro bestellt haben. Außerdem legt ihm die Anklagebehörde zur Last, in diesem Monat Hotelaufenthalte in Dresden, und Pauschalreisen nach Spanien gebucht zu haben - der Wert rund 5.600 Euro. Wieder waren die Nutznießer Dritte, bezahlt wurde nicht. Schließlich gehört noch ein Hotelaufenthalt in Dresden zu den Anklagepunkten. Den hat der Mann für sich selbst gebucht und auch genutzt, er schlug mit 58 Euro zu Buche.

Dann setzte sich der gebürtige Türke ins Ausland ab "und war für die Verfolgungsbehörden nicht mehr erreichbar", berichtet Jürgen Schmidt, der Sprecher der Staatsanwaltschaft Dresden. "Die eingeleiteten Fahndungsmaßnahmen blieben lange ohne Erfolg." Trotzdem wurde er gefasst und ist nun wieder in Deutschland.

Zu den Tatvorwürfen hat er bisher nichts gesagt. Das Amtsgericht Dresden muss jetzt über die Eröffnung des Hauptverfahrens gegen den Mann, die Zulassung der Anklage und einen Termin zur Hauptverhandlung entscheiden.

Update, 28. Juli 2021: In einer früheren Version dieses Textes haben wir fälschlicherweise berichtet, der Angeklagte soll bei einem Großhändler in Ottendorf-Okrilla Getränke im Wert von mehr als 100.000 Euro geordert haben. Das haben wir korrigiert. Richtig ist, dass er bei einem Getränkegroßhändler in Dürrröhrsdorf-Dittersbach bestellt haben soll. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.

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