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Einkaufsmarkt für Medingen

Das vorgesehene Feld ist als Biotop eingestuft. Dennoch nennt der Investor ein mögliches Datum für den Baustart.

Medingen soll einen Einkaufsmarkt erhalten. Allerdings laufen die Verhandlungen mit der Naturschutzbehörde noch.
Medingen soll einen Einkaufsmarkt erhalten. Allerdings laufen die Verhandlungen mit der Naturschutzbehörde noch. © Symbolfoto: Oliver Berg/dpa

Medingen. Wie viele Meter ist Otto Normalverbraucher bereit, zu Fuß bis zum nächsten Lebensmittelgeschäft zu gehen? Etliche der großen Discounter in der Republik haben da in der Vergangenheit aufschlussreiche Berechnungen zum Verbraucherverhalten durchgeführt. So soll etwa die Schmerzgrenze beim Konsumenten bei rund 800 Metern liegen. Das ist die Distanz, die viele gerade so noch gewillt sind, bis zum nächsten Lebensmittelmarkt zu laufen. Nun, wenn die Bewohner des Ottendorfer Ortsteiles Medingen einkaufen, müssen sie entweder nach Ottendorf, Weixdorf oder Radeburg fahren. Da braucht man in der Regel ein Auto, manch umweltbewusster Medinger setzt sich für einen solchen Einkaufstrip auch schon mal aufs Rad.

Markt hat maximal 800 Quadratmeter Fläche

Denn im Ort selbst gibt es seit Jahren keine Einkaufsmöglichkeit mehr. Als nach jahrelanger Suche endlich ein Investor gefunden wurde, der sich bereiterklärte, in dem Ottendorfer Ortsteil einen Markt zu bauen, war die Erleichterung bei den Medingern ziemlich groß. Hieß das doch auch für die dort Lebenden, dass man nun einen Einkaufsshop sozusagen vor der Haustüre haben wird. Ein passendes Areal hatte man auch schon in Aussicht. So wurde im Gemeinderat im vergangenen Jahr die Aufstellung eines Bebauungsplanes beschlossen, der die Errichtung eines „Lebensmittelmarktes mit einer Verkaufsfläche von maximal 800 Quadratmetern zur Sicherung der verbrauchernahen Versorgung mit Gütern des kurzfristigen Bedarfs für den Ortsteil Medingen“ vorsieht. 

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Doch bei der in solchen Fällen üblichen behördlichen Bewertung dieser zwischen der Hauptstraße/S177 und der Weixdorfer Straße gelegenen Freifläche stellte sich alsbald heraus, dass der dort vorhandene Trockenrasen ein Biotop für Insekten und Vögel ist. Folglich gab es von der Naturschutzbehörde kein grünes Licht für die Baupläne. Ergo wird sich der geplante Baustart noch weiter in die Länge ziehen. Der Grund: Es musste ja eine Ausgleichsfläche in der näheren Umgebung gefunden werden. Von den sechs den Behörden vorgeschlagenen Flächen wurden zwei von der Unteren Naturschutzbehörde als potenziell bebaubar anerkannt. 

Für den Investor dieses Marktes war das natürlich ein Rückschritt. Man habe nicht damit gerechnet, dass die für den Bau vorgesehene Freifläche als schützenswerter Naturraum bewertet werde, so Thomas Grimmer. Der Dresdner Projektentwickler, der den Markt in Medingen bauen und betreiben möchte, hat bereits seit mehr als 20 Jahren Erfahrungen auf dem Gebiet gesammelt. Dass man eine Freifläche in der heutigen Zeit auch als Biotop ausweise, das „erlebe ich mittlerweile häufiger“, erzählt er. Damit müsse man bei solchen Bauvorhaben nun häufiger rechnen, so Grimmer weiter. 

Medingen in den vergangenen Jahren gewachsen

Er geht davon aus, dass man mit dem Bau des Medinger Lebensmittelgeschäftes wohl erst frühestens Ende 2021 beginnen kann. Für den Ottendorfer Ortsteil Medingen ist der geplante Lebensmitteldiscounter von großer Bedeutung, denn wenn dort einmal ein solches Geschäft stehe, so Ottendorfs Bürgermeister Michael Langwald (parteilos), werde das zweifelsohne auch die Lebensqualität der dort Lebenden weiter verbessern. In der Vergangenheit waren die Versuche, einen Einkaufsmarkt anzusiedeln, auch an den zu geringen Einwohnerzahlen gescheitert. Was sich in den letzten Jahren geändert hatte. Mittlerweile leben in Medingen rund 2.500 Menschen. Eine Entwicklung, die der bald aus dem Amt scheidende Bürgermeister Langwald mit Wohlwollen betrachtet. Hinsichtlich der Versorgung müsse man sehen, dass alle Ottendorfer Ortsteile gut versorgt seien. 

Der neue Einkaufsmarkt werde mit großer Sicherheit auch den Wohnstandort Medingen in den Blickpunkt derjenigen rücken, die sich mit dem Gedanken tragen, sich dort einmal niederzulassen. Langwald: „Uns liegt in der Gemeinde sehr daran, dass man hier den Einkauf ohne den Gebrauch des Autos erledigen kann.“ Die Kosten für die Planung und Erschließung des Areals werden vom Investor getragen, der diesen Einkaufsmarkt im Ottendorfer Ortsteil nicht nur bauen, sondern künftig auch betreiben möchte, wie das Thomas Grimmer beschreibt. Welcher Lebensmittelmarkt sich in Medingen künftig ansiedeln wird, ist derzeit offen. Fest steht nur, dass es noch eine ganzes Weilchen dauern wird, bis man in dem Ottendorfer Ortsteil einen kurzen Einkaufsweg haben wird.

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