Radeberg
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Ullersdorfer sind nicht einsatzbereit: "An unserer Feuerwehr hat kaum jemand Interesse"

Die Ullersdorfer Feuerwehr ist auf elf aktive Mitglieder geschrumpft. Wenn es brennt, müssen die Kollegen der benachbarten Großerkmannsdorfer Wehr aushelfen. Wie geht es mit dem Feuerwehrhaus weiter?

Von Rainer Könen
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Das Ullersdorfer Feuerwehrhaus ist bekanntlich baufällig. Doch braucht es überhaupt einen Neubau, wenn die Wehr kaum aktive Mitglieder hat?
Das Ullersdorfer Feuerwehrhaus ist bekanntlich baufällig. Doch braucht es überhaupt einen Neubau, wenn die Wehr kaum aktive Mitglieder hat? © René Meinig

Ullersdorf. Was wurde da in Ullersdorf in der zurückliegenden Zeit nicht alles unternommen. "Ich habe so viele Leute angesprochen, auch die Neu-Ullersdorfer, ob sie nicht Lust haben, bei der Feuerwehr mitzumachen", sagt Ortsvorsteher Frank-Peter Wieth, in Personalunion CDU-Fraktionschef im Radeberger Stadtrat.

Und dann habe man vor Kurzem wieder mal einen Aufruf an die Bürger gestartet, sich doch bei der örtlichen Wehr zu engagieren, berichtet Wieth weiter. Er selbst versuche auch oft, Bewohner für die Feuerwehrarbeit zu begeistern. Das Resultat sei jedoch ernüchternd gewesen. "An unserer Feuerwehr hat kaum jemand Interesse."

Nicht ausreichend aktive Mitglieder

Mittlerweile sieht es bei der Feuerwehr personell düster aus: Die Wehr hat nur elf aktive Mitglieder. Zu wenig, um als "einsatzbereit" zu gelten. Denn dafür müsse eine Wehr laut Brandschutzbedarfsplan 18 Aktive haben, erklärt der Radeberger Stadtwehrleiter Werner Hütter. Er sagt, man möchte die Ortsfeuerwehr in Ullersdorf nach wie vor "erhalten".

Was allerdings alles andere als einfach ist, denn seit Jahren schrumpft die Ullersdorfer Wehr. Was tun, wenn es im Ort brennt? "Im Alarmfall werden die Kollegen aus Großerkmannsdorf verständigt, die den Ullersdorfern zur Hilfe kommen", erläutert Hütter.

Mit der Wehrfähigkeit sieht es also in der 1902 gegründeten Ullersdorfer Wehr nicht gut aus, perspektivisch gesehen ist sie "mittelfristig stark gefährdet", sagt Ortsvorsteher Frank-Peter Wieth. Hingegen sehe es in der Jugendfeuerwehr gut aus. "Dort haben wir genügend motivierte Kinder und Jugendliche." Allerdings könne man nicht davon ausgehen, dass von den Kindern viele bei der Wehr blieben. "Einige werden von hier weggehen, andere hören später aus beruflichen Gründen auf, das ist hier nicht anders als anderswo", sagt Wieth.

Ullersdorfer Wehr könnte an andere Wehr angegliedert werden

Und dann ist da ja noch das neue geplante Feuerwehrgebäude, das man sich in Ullersdorf wünscht, weil es dringend benötigt wird. Das alte Gerätehaus entspricht schon lange nicht mehr den gesetzlich-geforderten Feuerwehrstandards. Für die bisherigen Planungen eines neuen Hauses wurden von der Stadt Radeberg bereits 500.000 Euro aufgewendet. Im Doppelhaushalt 2023/24 stehen für diese Baumaßnahme aber keine Mittel zur Verfügung - der Stadtrat hat sich für andere, deutlich drängendere Projekte entschieden.

Aber wird ein neues Haus überhaupt gebraucht? Denn seit geraumer Zeit mehren sich in der Stadt Bedenken, ob sich die Realisierung eines solchen knapp vier Millionen teuren Bauprojektes für eine mittlerweile nicht mehr einsatzbereite Wehr überhaupt lohnt. Und auch Ortsvorsteher Wieth gehen angesichts der Personalnöte seiner Wehr zusehends die Argumente aus, um den Bau dieses Projekt weiter zu forcieren.

Wie soll es also nun weitergehen? Es gebe die Möglichkeit, aus der Ullersdorfer Wehr vielleicht künftig mal eine Art "Standort-Feuerwehr" zu machen, erklärt Wieth. Heißt: Die Ullersdorfer werden einer anderen Wehr aus der Umgebung angegliedert. Ein Hoffnungsschimmer, der das Überleben der Ullersdorfer Wehr möglich machen könnte.

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