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Radeberg: Neue Interessenten für den Luisenhof

Mehrere Käufer wollen die Anlage erwerben. Wichtige Fragen wurden offenbar schon geklärt.

Das ehemalige Gut Luisenhof in Radeberg ist eine weitläufige Anlage mit mehreren Gebäuden.
Das ehemalige Gut Luisenhof in Radeberg ist eine weitläufige Anlage mit mehreren Gebäuden. © Sven Ellger

Radeberg. Vor ungefähr einem Jahr wurde der ehemalige Gutshof Luisenhof in Radeberg erstmals per Annonce zum Verkauf angeboten. Jetzt ist die Anzeige immer noch im Netz zu finden. 1,38 Millionen Euro wollen die Verkäufer für die Immobilie in Traumlage haben. Findet sich kein Investor? Ist der Preis zu hoch? Gibt es unüberwindliche Hürden?

Ganz im Gegenteil, sagt Andreas Keiling vom Portal Optimhome. „Die Zahl der Interessenten hat sich erhöht.“ Drei Investoren wollen inzwischen das Grundstück am Waldrand zwischen Lotzdorf, Feldschlößchen und Liegau-Augustusbad erwerben. Ein vierter hat sich erst kürzlich gemeldet. „Die Besichtigung war erst vor wenigen Wochen“, sagt der Immobilienberater. Von einem Interessenten ist das Konzept seit vergangenem Jahr bekannt. Er will auf dem Gelände einen Gartenbaubetrieb einrichten. Die Flächen sollen nachhaltig bewirtschaftet werden. Die ökologisch erzeugten Lebensmittel sollen teilweise in einer Verkaufsstelle angeboten werden. Zudem will der neue Eigentümer Weiterbildungen zum Thema nachhaltige Landwirtschaft anbieten.

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Pferdepension geplant

Wegen der guten Lage an einem Wanderweg soll eine Gastwirtschaft eröffnet werden. Geplant ist ein Café für Spaziergänger sowie eine Versorgung der Teilnehmer der Weiterbildungen. Zusätzlich will er soziale und therapeutische Arbeit anbieten. So sollen hilfsbedürftige Personen unterstützt werden. Seine Pläne, zusätzliche Wohn- und Betriebsgebäude zu errichten, hatten Stadträte abgelehnt. Der Käufer plant, eine Genossenschaft zu bilden, in der die unterschiedlichen Arbeitsfelder vereint sind. Die Genossenschaftsmitglieder sollen möglichst auf dem Hof leben.

Nach Angaben von Andreas Keiling haben die anderen Käufer ebenfalls vor, Landwirtschaft im weitesten Sinne anzusiedeln. „Eine landwirtschaftliche Komponente ist Voraussetzung. Der Luisenhof befindet sich im so genannten Außenbereich, eine reine Wohnanlage ist hier aus baurechtlichen Gründen nicht möglich.“ So will ein Interessent eine Pferdepension einrichten und zusätzlich ein Therapiezentrum für Pferde. In diesem Bereich sollen auch Seminare angeboten werden.

Hochwertiges Fleisch für Gasthöfe

Auch der dritte potenzielle Käufer hat vor, einen Pferdehof zu betreiben. Dafür bietet sich die Anlage ja an. Sie ist ja in den vergangenen Jahren auf diese Art genutzt worden.“ Die nächsten Interessenten wollen jedoch Landwirtschaft betreiben. „Es sind Gastwirte aus Dresden, die auf dem Luisenhof Tiere zur Fleischgewinnung halten wollen. Das hochwertige Fleisch soll für ihre Gasthöfe erzeugt werden. Sie wollen quasi genau wissen, was sie ihren Gästen servieren.“

Wer letztendlich den Zuschlag für das Gut bekommen wird, kann heute noch nicht gesagt werden. „Sie arbeiten alle an einem tragfähigen Konzept. Das muss mit vielen Seiten abgestimmt werden. Die Baubehörde, die Stadt Radeberg und der Landkreis müssen mit ins Boot geholt werden.“ Dass das ein langwieriger Prozess werden würde, war Andreas Keiling von Anfang an klar. „Das ist ja nicht wie der Kauf einer Zweizimmer-Wohnung. Hier muss Vieles bedacht werden. Es geht auch nicht darum, das Areal schnell zu verkaufen. Es soll nicht nur der Verkäufer zufrieden sein, auch der Käufer. Für ihn ist das ja praktisch die Neugründung einer Firma.“

Zufahrt offenbar geklärt

Allerdings konnten offenbar wichtige Hindernisse inzwischen aus dem Weg geräumt werden. Bislang war die Zufahrt nicht eindeutig geklärt, sie erfolgt über fremdes Grundstück. Auch die Abwasserbeseitigung und der Trinkwasseranschluss waren zuletzt noch offen. Der Radeberger Stadtrat hatte gefordert, dass der Investor alle Planungs- und Erschließungskosten tragen müsse. Auch die Zufahrt müsse bei einem Verkauf geregelt werden. „In die Klärung dieser Punkte haben wir in den vergangenen Wochen viel Zeit investiert. Jetzt sind die Probleme beseitigt. Für die Zufahrt liegt ein Angebot des entsprechenden Grundstückseigentümers vor. Auch die Medienanschlüsse sind geregelt“, sagt Andreas Keiling.

Er geht fest davon aus, dass der Luisenhof in absehbarer Zeit verkauft wird. „Ich rechne Ende dieses, Anfang nächsten Jahres damit. Entweder geht er an einen der jetzigen Interessenten oder an einen neuen. Die Anzeige ist ja weiterhin geschaltet.“ Was er für die knapp 1,4 Millionen Euro bekommt, ist im Exposé aufgeführt. Beim Luisenhof handelt es sich um einen Reiterhof plus Wohnanlage mit 14 Hektar Grundstück. Darauf stehen vier Einfamilienhäuser, ein Mehrfamilienhaus und Nebengebäude. Laut der Anzeige sind in diesen Häusern rund 600 Quadratmeter Wohnfläche vermietet.

Ein weiteres Gebäude mit 1.100 Quadratmetern Wohnfläche steht derzeit leer und wartet auf eine neue Nutzung. Aus der Vermietung der Wohnflächen und der Gebäude an den Reiterhof werden beträchtliche Einnahmen erzielt. Drei Häuser stehen unter Denkmalschutz. Zudem hat der Luisenhof eine lange Geschichte: Er wurde 1872 als Gutshof errichtet, 1875 öffnete hier das erste Kindererholungsheim Deutschlands, später wurde es Heilanstalt und danach Altenheim.

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