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Nur abgespeckte Weihnachtsmärkte im Rödertal?

In Radeberg planen die Verantwortlichen unter Vorbehalt. In Hermsdorf wird es keinen Markt in der bisherigen Form geben. Was die anderen Märkte planen.

Der Radeberger Weihnachtsmarkt rund um die Stadtkirche ist für sein besonderes Flair bekannt. Ob er in diesem Jahr wie gewohnt stattfindet, ist noch offen.
Der Radeberger Weihnachtsmarkt rund um die Stadtkirche ist für sein besonderes Flair bekannt. Ob er in diesem Jahr wie gewohnt stattfindet, ist noch offen. © Archivfoto: Willem gr. Darrelmann

Radeberg. Der Radeberger Weihnachtsmarkt hatte in den vergangenen Jahren immer eine Menge Menschen angelockt. Nicht nur aus der gesamten Region, sondern auch aus Leipzig, Cottbus oder Görlitz waren die Besucher in die Bierstadt gekommen. Um dieses besondere weihnachtliche Flair zu genießen. So war am dritten Adventswochenende das Gedränge auf dem Gelände rings um die Stadtkirche jedes Mal beträchtlich. Doch wie wird es in dieser Corona-Zeit bei den hiesigen Weihnachtsmärkten aussehen? Denn der Pandemie waren ja in den vergangenen Monaten auch im Rödertal zahlreiche Veranstaltungen zum Opfer gefallen. 

Zugegeben, es fällt angesichts der noch sommerlichen Temperaturen in diesen Tagen schwer, an Glühweinduft und Krippenspiele zu denken. Aber in den hiesigen Kommunen und Gemeinden laufen gegenwärtig schon die Planungen für die Weihnachtsmarktsaison beziehungsweise spielen die Verantwortlichen verschiedene Szenarien durch, ob und wie Weihnachtsmärkte unter Corona-Bedingungen überhaupt aussehen könnten. Eines steht aber fest: Niemand weiß, wie sich die Pandemie im Winter entwickeln wird, ob die Infektionszahlen stark ansteigen werden. Alles ist offen. Kein Wunder, dass die Organisatoren der Weihnachtsmärkte derzeit ein wenig in der Luft hängen.

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Marktstände nur im Freien

In Radeberg sind die Vorbereitungen für das weihnachtliche Marktevent zwar im Gange. Aber: Alles unter Vorbehalt. Man wisse nicht, wie sich die Lage im Land, in der Region entwickeln werde, erfährt man aus der Pressestelle der Stadtverwaltung. Man arbeite an einem Hygienekonzept für den Weihnachtsmarkt, prüfe Alternativen zum bisherigen Standort. Sollte der Weihnachtsmarkt in diesem Jahr durchgeführt werden, so steht noch nicht fest, ob dieser am gewohnten Standort über die Bühne gehen wird. 

Mit dem Weihnachtsmarkt im Hermsdorfer Schloss wurde in den vergangenen Jahren die weihnachtliche Marktsaison im Rödertal eröffnet. Doch den „wird es in der bisherigen Form in diesem Jahr nicht geben“, erklärt Ottendorfs Bürgermeister Michael Langwald. Es werde eine andere, eine abgespeckte Variante geben. Man überlege, den Markt in den Außenbereich des Schlosses zu verlagern. Denn im Foyer des Schlosses, wo die Händler ihre weihnachtlichen Waren anboten, habe „dichtes Gedränge geherrscht“, so Langwald weiter. In Ottendorf-Okrilla wird es vermutlich, Stand heute, wohl also einen Weihnachtsmarkt geben. Jedoch einen „auf kleiner Flamme“, wie Langwald betont.

In Arnsdorf macht man sich ebenfalls Gedanken um den im Ort beliebten Zipfelmützenmarkt, der immer am ersten Adventswochenende auf dem Gelände des Karswaldbades, ausgerichtet wurde. Gefragt, ob der Weihnachtsmarkt stattfinden wird, erklärt Jürgen Brendel von der IG Zipfelmützenmarkt, dass „wir ihn noch nicht abgesagt haben“. Man wolle die neuen Schutzverordnungen des Landes im November abwarten. Erst dann werde man eine Entscheidung fällen. Brendel: „Sollten wir den Markt durchführen, brauchen wir ja keine lange Vorlaufzeit.“ 

Ein ähnliches Bild auch in Langebrück. Ende September hoffe man auf etwas mehr Klarheit, erfährt man von einem Mitglied des Weihnachtsmarktteams, welches für die Organisation des Events rings um das Bürgerhaus verantwortlich ist. 

Warten auf Anweisungen im November

In der Gemeinde Wachau war im Dezember auch in den Ortsteilen weihnachtliches Markttreiben angesagt. Etwa im Wachauer Ortsteil Lomnitz. Hier lädt die Familie Münnich seit vielen Jahren schon am ersten Advent zur Hofweihnacht ein. Man könne einfach noch nichts sagen, erfährt man von den privaten Weihnachtsmarktbetreibern. Aber im November wisse man sicher mehr. 

Unklar ist auch die Situation in der Wachauer Museumsscheune „Kunaths Hof“, wie auch in Seifersdorf. Bürgermeister Veit Künzelmann: „Ob dort Weihnachtsmärkte stattfinden werden, steht noch in den Sternen.“ Alles hänge von Corona ab, so Wachaus Bürgermeister, der darauf hinweist, dass man, wie andernorts auch, „in dieser Angelegenheit sicher kurzfristige Entscheidungen“ treffen werde. 

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Wohl dem, der seine Erwartungshaltung in diesem Winter beim Besuch der hiesigen Weihnachtsmärkte herunterschrauben kann. Denn, um sich in eine weihnachtliche Stimmung versetzen zu können, reiche doch, das jedenfalls findet Ottendorfs Bürgermeister Langwald, ein Glühwein und ein abendlicher Spaziergang durch den Hermsdorfer Schlosspark. 

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