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Ab ins Körbchen!

Auf den Feldern bei Sörnewitz warten jetzt wieder zehn Sorten Erdbeeren darauf, von Freunden der roten Früchte gepflückt zu werden.

Erdbeeren - frischer als selbst gepflückt geht nicht. Das ist jetzt bis Ende Juli auf den Feldern bei Sörnewitz wieder möglich. Dafür mussten Berge von Unkraut aus den Pflanzenreihen gezogen werden.
Erdbeeren - frischer als selbst gepflückt geht nicht. Das ist jetzt bis Ende Juli auf den Feldern bei Sörnewitz wieder möglich. Dafür mussten Berge von Unkraut aus den Pflanzenreihen gezogen werden. © Norbert Millauer

Schnurgerade ziehen sich die grünen Reihen entlang, dazwischen liegt gelbes Stroh und überall lugen die roten Früchte hervor - seit Montag ist auf den Erdbeerfeldern bei Sörnewitz die Selbstpflücke wieder im Gang.

Doch noch vor kurzem hätte sich hier ein ganz anderes Bild gezeigt. Überall wären Disteln, Löwenzahn und Ochsenzungen zu sehen gewesen. „Wir haben zwei Wochen lang mit 40 Mann Unkraut gezogen - alles Handarbeit, und die Leute schätzen das jetzt, freuen sich, dass die Reihen so sauber sind, denn von anderen Feldern sind sie auch anderes gewöhnt“, sagt Michael Görnitz, der Chef des gleichnamigen Obstbaubetriebes mit Sitz im Coswiger Stadtteil Neusörnewitz. Später zeigt er die vergilbenden Berge, zu denen das Unkraut am Lagerplatz aufgetürmt ist.

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Betriebsleiter für die Selbstpflücke der Erdbeeren - es sind immerhin sechs Hektar dafür reserviert - ist sein Vater Volker Görnitz. Denn so wie der Obstbau nach den strengen Richtlinien des Demeter-Verbandes vollbiologisch läuft, so ist das mit den Erdbeeren noch nicht zu schaffen. Der Weg ist sehr lang und sehr schwer, erklärt Michael Görnitz, denn das Know-how für den biologischen Anbau der Erdbeeren muss erst erarbeitet werden. Dazu braucht es Erfahrung und die braucht Zeit.

Auch wenn es derzeit noch nicht für eine Zertifizierung reicht, erfolgt doch der Erdbeeranbau im Wesentlichen auf biologischer Grundlage. Deshalb wurde auch nicht gegen das Unkraut gespritzt. Deshalb werden keine Stoffe gegen Insekten gesprüht, sondern Backpulvermischungen.

Unter den grünen Reihen der Erdbeerpflanzen ziehen sich Schläuche entlang, über die die Tröpfchenbewässerung läuft. Denn gerade jetzt, da es tagelang sehr warm ist, brauchen die Pflanzen Wasser. Und sie brauchen Kalium und Calcium - „genau wie der Mensch zum Knochenaufbau, so brauchen sie es zum Wachstum“ -, so Michael Görnitz. Diese Minerale werden dem Wasser zugesetzt, sodass sich die Erdbeerpflanzen erhalten und die Früchte ausbilden können, „sie sind wesentlich für den Energietransport und die Photosynthese“.

Wer selbst pflücken will, kann sich für einen Euro einen Spankorb kaufen und loslegen. So 2,5 Kilogramm passen in den Korb, und wenn man stapelt, dann können es auch mal drei Kilogramm werden, erklärt Michael Görnitz, die rund 300 Gramm, die jeder Selbstpflücker nebenbei verputzt, sind geschenkt. Für das Kilogramm müssen fünf Euro gezahlt werden, im Supermarkt kostet es derzeit etwa fast das Doppelte.

Aber die Selbstpflücker kommen ja, weil ihnen etwas geboten wird, das auch der gepflegteste Einkaufsmarkt nicht hat: Sie wissen genau, woher die Erdbeeren kommen, weil sie sie ja selbst pflücken. Sie wissen, dass sie absolut frisch sind und sie sehen, wie sie angebaut werden. Außerdem gibt es in Sörnewitz Sorten, die es sonst nirgends gibt. Dafür kommen die Leute schon mal aus Dresden, Freital, ja selbst aus der Region Leipzig und natürlich aus dem Meißner Land. Zwischen 200 und 1.000 Selbstpflücker kommen pro Tag. Man kann sich ausrechnen, was da vom 7. Juni bis Ende Juli, wenn die Erntezeit endet, zusammen kommt.

„Wir haben schon in Sachsen das bestgehende Erdbeerfeld“, sagt Michael Görnitz selbstbewusst. Damit meint er die Selbstpflücke. Hinzukommen noch rund 30 Hektar Erdbeerfelder, auf denen bis zu 100 Lohnarbeitern pflücken.

Und dann formuliert der Firmenchef noch einen Anspruch: „Unser oberstes Ziel ist es, auch für die Erdbeeren die biologische Produktion in vollem Umfang zu schaffen.“

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