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Coronavirus grassiert an evangelischer Schule

Alle Grundschüler sind in Quarantäne. Kultusministerium antwortet einer Radebeuler Familie, wie der Schulbetrieb trotz vierter Corona-Welle weitergeht.

Von Silvio Kuhnert
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Das Evangelische Schulzentrum in Radebeul befindet sich mit Grund- und Oberschule im ehemaligen Amtsgerichtsgebäude an der Wilhelm-Eichler-Straße.
Das Evangelische Schulzentrum in Radebeul befindet sich mit Grund- und Oberschule im ehemaligen Amtsgerichtsgebäude an der Wilhelm-Eichler-Straße. © Arvid Müller

Radebeul. Mit den zunehmenden Corona-Infektionen im Freistaat Sachsen sind auch Schulen betroffen. Besonders erwischt hat es nun die Evangelische Grundschule in Radebeul. Alle Mädchen und Jungen befinden sich in Quarantäne. Der erste Corona-Fall sei vergangene Woche aufgetreten, informiert Hortleiter Daniel Röhrich. Statt dreimal wöchentlich wurde ab dann täglich getestet. Weitere Tests waren positiv. Nun müssen rund 100 Grundschüler zu Hause bleiben. Betroffen sind alle vier Klassen.

Neben Kindern sind auch Lehrer mit dem Virus infiziert. Inwieweit das Corona-Virus auch in den Jahrgängen der Oberschule grassiert, ist noch offen. An den Schulen wird regelmäßig mit Schnelltests gearbeitet. Fällt dieser positiv aus, erfolgt ein PCR-Test. Das PCR-Ergebnis liege bei einigen Oberschülern noch nicht vor. „Aufgrund eines positiven PCR-Tests ordnet das Gesundheitsamt eine Quarantäne an“, so Röhrich. Die Kreisbehörde schickt den infizierten Menschen und seine Kontaktpersonen in häusliche Isolation. Wer auf der Kontaktliste steht, muss ab der letzten Begegnung mit der infizierten Person für zehn Tage zu Hause bleiben.

Nicht nur Radebeuler Schule betroffen

Wegen der Corona-Pandemie sind derzeit in Sachsen 13 Schulen teilweise oder vollständig geschlossen, darunter neun Grundschulen. „Ein Ende der Entwicklung ist nicht abzusehen“, informiert Dirk Reelfs, Sprecher des Kultusministeriums, auf der Internetseite www.bildung.sachsen.de.

Angesichts der steigenden Coronazahlen im Freistaat Sachsen und im Landkreis Meißen treibt Eltern die Sorge um die Gesundheit ihrer Kinder und, dass diese an Covid-19 erkranken. So hat sich eine Radebeuler Familie an Sächsische.de gewandt. Sie hat zwei Kinder, eines besucht die Evangelische Grundschule und befindet sich nun auch in Quarantäne, „zum Glück derzeit noch negativ“, schreibt die Mutter, die nicht namentlich genannt werden möchte. Sie klagt: „Durch die Schulbesuchspflicht haben Eltern derzeit überhaupt keine Möglichkeit, ihre Kinder vor einer Ansteckung zu schützen, Kinder bis elf Jahre können ja noch nicht geimpft werden und sind deshalb besonders betroffen.“

Damit ihr Kind und andere ungeimpfte Mädchen und Jungen besser vor dem Coronavirus geschützt werden, hat sich die Radebeuler Familie bereits zum Ende der Herbstferien mit mehreren Vorschlägen an das Kultusministerium gewandt: So soll mindestens dreimal wöchentlich an Schulen getestet werden, und zwar nach der PCR-Methode samt Auswertung im Labor; bei hoher Inzidenz soll Maskenpflicht gelten; das Tragen von Masken müsse auch in Bus und Bahn bis kommendes Frühjahr verpflichtend bleiben. Zudem sollte bei hoher Inzidenz die Pflicht zum Schulbesuch wieder ausgesetzt und Heimunterricht ermöglicht werden.

Schulbesuch statt Heimunterricht

Eine Antwort aus dem Kultusministerium kam prompt. Sächsische.de liegt das Schreiben vor. „Wichtig ist, dass Schulen offenbleiben, denn wir können unseren Kindern mit Blick auf ihre Zukunft keine weiteren flächendeckenden Schulschließungen zumuten“, ist darin zu lesen. Im Gegensatz zu den vergangenen Lockdowns soll es bei der jetzigen vierten Corona-Welle keinen Heimunterricht geben. Dieser kann den Schulbesuch nicht ersetzen.

In den beiden Wochen nach den Herbstferien, also vom 1. bis 14. November, wird an sächsischen Schulen dreimal in der Woche getestet, ab 15. November wieder zweimal wie vor den Schulferien. PCR-Tests sollen nicht zum Einsatz kommen. Laut Ministerium sprechen einerseits logistische Probleme dagegen. Anderseits liegen die Ergebnisse nicht unmittelbar im Anschluss an den Rachenabstrich vor, bei einem Schnelltest dagegen schon. Des Weiteren gilt eine Maskenpflicht nur an den weiterführenden Schulen, wie Oberschulen und Gymnasien. Grund- und Förderschüler bleiben davon aus pädagogischen Gründen befreit. So gehöre zum Erlernen der Schriftsprache nicht nur Schreiben, sondern auch das Sehen und Erkennen des Mundbildes sowie des Gesichtsausdrucks, heißt es aus dem Ministerium.