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Feuerwehrgroßeinsatz in Radebeul-Ost

Bei einem Wohnungsbrand in Radebeul-Ost ist eine Person verletzt worden. Das Mehrfamilienhaus ist derzeit nicht bewohnbar.

Auf der Zinzendorfstraße waren am Mittwochabend eine Wohnung der der Dachstuhl in Brand geraten.
Auf der Zinzendorfstraße waren am Mittwochabend eine Wohnung der der Dachstuhl in Brand geraten. © Roland Halkasch

Radebeul. Ein leichter Brandgeruch weht einem am Donnerstagvormittag noch vor dem Mehrfamilienhaus an der Zinzendorfstraße in Radebeul-Ost um die Nase. Zersplitterte Dachziegel liegen auf dem Hof neben dem Haus auf dem Boden. Flatterband der Polizei sperrt diesen Bereich ab. Wer nach oben schaut, sieht, dass fast die Hälfte des Dachstuhls nur noch aus verkohlten Balken besteht. Ein Wohnungsbrand im Dachgeschoss sorgte dort am Mittwochabend für einen Großeinsatz der Feuerwehr. Der Bewohner der Brandwohnung kam mit Verletzungen ins Krankenhaus.

Seine Mitbewohner im Mietshaus mussten die Nacht bei Verwandten, Freunden oder Bekannten verbringen. Am Donnerstag konnten sie in ihre Wohnungen zurück, jedoch nur, um Sachen zu holen. So packte ein älteres Ehepaar einige Kleidungsstücke und einige Nahrungsmittel ein. Sie sind bei Nachbarn untergekommen. Eine junge Familie packt Gitterbett, Wickelkommode und weitere Möbelstücke auf einen Anhänger. „Unsere Wohnung ist nicht mehr bewohnbar“, berichtet eine junge Frau, die mit Mann und Kleinkind bei ihren Schwiegereltern ein Obdach gefunden hat. „Wann wir zurückkommen können, wissen wir nicht“, sagt sie.

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Durch den Brand war nicht nur eine Dachwohnung samt Dachstuhl zerstört worden, sondern das Löschwasser hat auch die anderen Wohnungen in dem Haus in Mitleidenschaft gezogen. Durch Wasserschäden sei die gesamte Elektrik totgelegt, informiert Radebeuls Stadtwehrleiter Roland Fährmann. Vier Mietparteien gibt es insgesamt.

Es war gegen 19.20 Uhr, als der Alarm in der Feuerwache in Radebeul-Ost losging. Die Kameraden rückten zum Mehrfamilienhaus Zinzendorfstraße 13 aus. Dort brannte eine Wohnung im Dachgeschoss von der zur Straße abgewandten Ostseite. Das Feuer drohte, das gesamte Dach und Gebäude zu erfassen. 

Zur Brandbekämpfung bekamen die Kameraden der Wache in Ost von allen Feuerwehren aus der Lößnitzstadt, aus Weinböhla, Coswig, Boxdorf und Friedewald, Bärnsdorf und Dresden Unterstützung. Die Betriebsfeuerwehr der Landeshauptstadt schickte eine weitere Drehleiter, die Bärnsdorfer Drohnentechnik. Mit voller Atemschutzausrüstung rückten die Brandbekämpfer sowohl durch das Treppenhaus als auch über die Drehleiter zur Wohnung vor. Um das Feuer zu löschen, brachen sie die Dachhaut auf, damit der Trupp von der Drehleiter aus den Wasserstrahl auf die Flammen richten konnte. 

Gegen 20 Uhr war von der Straße aus kein Feuer mehr zu sehen. Im Haus jedoch bekämpften die Kameraden noch Glutnester. Als Herausforderung stellte sich der Balkon der abgebrannten Wohnung heraus. Unter ihm glimmte immer wieder Dämmmaterial auf, an das die Feuerwehrleute nur mühsam herankamen. Kurz nach 4 Uhr rückten die letzten Kameraden ab. Die Zinzendorfstraße war zwischen Meißner Straße und Wichernstraße während des Löscheinsatzes komplett gesperrt.

Das Feuer wurde von der Drehleiter aus und über das Treppenhaus bekämpft.
Das Feuer wurde von der Drehleiter aus und über das Treppenhaus bekämpft. © Roland Halkasch
Feuerwehrleute öffneten das Dach, um an Glutnester zu kommen. 
Feuerwehrleute öffneten das Dach, um an Glutnester zu kommen.  © SZ/Sven Görner
Die Feuerwehren aus Radebeul und Umgebung waren mit rund 100 Leuten im Einsatz.
Die Feuerwehren aus Radebeul und Umgebung waren mit rund 100 Leuten im Einsatz. © SZ/Sven Görner
Die Dresdner Berufsfeuerwehr leistet mit einer zusätzlichen Drehleiter Unterstützung.
Die Dresdner Berufsfeuerwehr leistet mit einer zusätzlichen Drehleiter Unterstützung. © SZ/Sven Görner

Ersten Vermutungen zufolge war der Brand auf einem Balkon ausgebrochen, von wo er sich auf Wohnung und Dachstuhl ausbreitete. Zeugen berichten von zwei Explosionen mit stichartiger Flamme, danach habe die Dachterrasse schlagartig gebrannt. Die genaue Brandursache ist jedoch noch Gegenstand polizeilicher Ermittlungen. Brandermittler waren am Donnerstagvormittag vor Ort. Die Kriminalpolizei wertet die Spuren aus. Noch sei die Ursache für das Feuer unbekannt, teilte die Polizeidirektion in Dresden mit. Ebenfalls ist eine Angabe zur Schadenssumme derzeit noch nicht möglich. Der Bewohner der Brandwohnung kam am Mittwochabend mit Rauchgasvergiftung und leichten Verbrennungen in ein Krankenhaus.

Die anderen Mieter benötigten eine Notunterkunft nicht nur für Mittwochnacht, sondern wie am Donnerstag offenbar wurde, für eine längere Zeit. Bevor sie bei Verwandten, Freunden und Bekannten die erste Nacht verbracht haben, konnten alle noch einmal in ihre Wohnungen zurück, um die notwendigsten Sachen zu holen. Ein Bewohner hatte nach dem Abschluss der ersten Löscharbeiten auch noch schnell seine beiden Katzen in Sicherheit gebracht.

Wie Stadtwehrleiter Fährmann noch am Einsatzort sagte: „Wir hatten Glück, dass beim Eintreffen der ersten Kameraden noch ausreichend Tageslicht vorhanden war. So konnten die Löscharbeiten zügig beginnen.“ Wäre es bereits dunkler gewesen, hätte sich der Brand im Dachstuhl möglicherweise deutlich weiter ausbreiten können. Insgesamt waren rund 100 Feuerwehrleute im Einsatz.

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