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Im Quickstepp ins Berufsleben in Radebeul

Die Tanzschule Linhart will neue Räume in Radebeul eröffnen. Dort wird wohl auch Frithjof Kulawik Tanzunterricht geben.

Frithjof Kulawik tanzt mit seiner Partnerin Jessica Weber im Saal der Tanzschule Linhart. Dort hat der heute 22-Jährige als Neuntklässler seine Begeisterung für Rhythmus und Bewegung bei der Tanzstunde entdeckt und nun sein Hobby zum Beruf gemacht.
Frithjof Kulawik tanzt mit seiner Partnerin Jessica Weber im Saal der Tanzschule Linhart. Dort hat der heute 22-Jährige als Neuntklässler seine Begeisterung für Rhythmus und Bewegung bei der Tanzstunde entdeckt und nun sein Hobby zum Beruf gemacht. © Norbert Millauer

Radebeul. Auf der Liste der Wunschberufe angehender Azubis stehen jedes Jahr Kfz-Mechatroniker, Fachlagerist, Mediengestalter, Industriemechaniker oder Fachinformatiker weit oben. Tanzlehrer zählt dagegen eher zu den Exoten. Doch diesen Traumberuf hat nach dreijähriger Ausbildung Frithjof Kulawik bei der Tanzschule Linhart in Radebeul ergriffen. „Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht“, sagt der 22-Jährige.

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Musik ist ein wesentlicher Bestandteil seines Arbeitsalltags. Das macht den jungen Mann sehr glücklich. „Ich bin sehr musikalisch aufgewachsen“, berichtet er. Seine Mutter ist Sängerin, sein Vater war Kruzianer. „Wir spielen alle Instrumente“, so Frithjof Kulawik.

Zunächst war Tanzen nur ein Hobby

Mit 14 Jahren kam der Dresdner, der im Stadtteil Trachau an der Stadtgrenze zu Radebeul aufgewachsen ist und heute noch wohnt, zum Tanz. In der 9. Klasse hat er sich mit seinen Mitschülern vom Lößnitzgymnasium zur Tanzstunde bei Stefan Linhart angemeldet. Am Tanzen begeistert Frithjof Kulawik der musikalische Aspekt. Zudem macht ihm die Bewegung Spaß. Das Wissen nach mehr habe ihm nach dem Tanzstundenball bei diesem Hobby gehalten. Zudem eiferte er seinem älteren Bruder nach, der ebenfalls nach der Tanzstunde als Neuntklässler bei Linhart weiter das Tanzbein schwang.

Zunächst waren Latein- und Standardtänze auch für Frithjof Kulawik nur ein Hobby. Als Teenager wollte er zuerst einen technischen Beruf ergreifen. Dafür wechselte er nach der 10. Klasse ans Berufliche Schulzentrum für Elektrotechnik in Dresden an der Strehlener Straße, weil es dort spezielle Leistungskurse gibt. „Ich wollte schauen, ob Informatik etwas für mich ist“, sagt Frithjof Kulawik rückblickend über diesen Schritt. Er spielte auch mit dem Gedanken, ein Lehramtsstudium zu beginnen, weil ihn das Lehren interessierte. Doch dann fiel seine Wahl auf den Beruf des Tanzlehrers, „weil die Schüler freiwillig zu einem kommen und nicht, weil sie es wegen der Schulpflicht müssen“, nennt Frithjof Kulawik als Grund.

Praxis in Radebeul, Theorie in Jena

Bei der Tanzschule Linhart am Zillerplatz unterschrieb er nach dem Abitur den Lehrvertrag. Drei Jahre dauerte die duale Ausbildung. In der 40-Stunden-Woche absolvierte Frithjof Kulawik den praktischen Teil in Radebeul, wo er zuvor schon bei Tanzkursen assistierte. Für den theoretischen Teil fuhr er jeden Donnerstag nach Jena zur Tanzschule von Carola Reuschenbach-Kreuz, bei der bereits sein Chef Stefan Linhart die Theorieausbildung machte.

Bei den sechs Stunden am Donnerstag standen die zehn Standard- und Lateintänze mit Figuren, Fußarbeit, Neigung, Takt und Rhythmus auf dem Lehrprogramm. „Dazu lernten wir Tanz- und Schrittfolgen“, sagt Frithjof Kulawik. Wichtig war dabei auch, wie der ganze Saal für die Bewegungen genutzt wird. Zum schulischen Teil gehörte zudem, wie man Schüler unterrichtet, mit Menschen kommuniziert und eine bessere Beziehung zu ihnen aufbaut. „Wir lernten auch, wie wir unseren Tag strukturieren“, informiert Kulawik. Denn wenn andere in den Feierabend gehen und ihren Hobbys frönen, arbeitet ein Tanzlehrer meist von 14.30 bis 22.30 Uhr.

Zusatzqualifikation im Kindertanz

Zu den Standard- und Lateintänzen absolvierte jeder Azubi zwei Zusatzqualifikationen. Hierbei kann man unter anderem zwischen Salsa, Hip-Hop, Westcoast-Swing oder Videoclip Danzing wählen. „Ich habe Kindertanz und Boogie Rock’n’Roll gemacht“, sagt Frithjof Kulawik.

Zu seinen Lieblingstänzen zählen Rumba, Slowfox und Quickstepp. Letzterer vor allem, „weil ich mit ihm meinen ersten Erfolg erlebte und ein Turnier gewann“, sagt Kulawik. Das war ein Wettbewerb unter Tanzschulen der Region.

Turniertanz betreibt er nicht. „Da steht der Wettkampf im Vordergrund. Jeder will zeigen, dass er besser als andere ist. Das ist nicht meine Definition von Tanzen“, sagt Kulawik. Für ihn liegt der Fokus auf Gesellschaftstanz, das Miteinander und das Zusammen-Spaß-Haben. Mit seiner Tanz- und Lebenspartnerin Jessica Weber hat sich der frischgebackene Tanzlehrer, der im Juli seine Abschlussprüfungen erfolgreich bestand und nun in Vollzeit bei Stefan Linhart anfängt, bei einer Folklore-Tanzgruppe angemeldet.

Tanzlounge in Radebeul-Ost geplant

Eventuell verkürzt sich im nächsten Jahr der Weg zwischen Wohnung und Arbeitsplatz für den jungen Mann. Denn in Radebeul-Ost will Stefan Linhart einen zweiten Standort eröffnen. Schon lange war er auf der Suche, jetzt hat er endlich ein zweites Objekt gefunden, das seinen Vorstellungen entspricht.

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„Ich wollte das Kurs- und Veranstaltungsangebot erweitern, weil die Nachfrage stetig steigt“, begründet Stefan Linhart diesen Schritt, der seit zwölf Jahren die Tanzschule an der Ecke Ziller-, Heinrich-Zille-Straße betreibt. Der neue Raum soll auch als Location zu mieten sein. Stilistisch verfolgt Linhart diesmal eine ganz andere Richtung, ihm schwebt vor, eine Tanzlounge zu errichten, die sich dem industriellen Ambiente des neuen Raums gut anpasst. Die Bauarbeiten laufen bereits, geplant ist die Eröffnung im Februar oder März 2022. Noch macht Linhart ein Geheimnis um die neue Adresse, will die aktuelle Bauphase abwarten. Mit seinem großen Team kann er beide Standorte zukünftig personell gut abdecken.

www.tanzschule-linhart.de

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