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PLUS Radebeul

Kleinere Menge mit höherer Qualität

Die Weinlese ist in Radebeul beendet. Durch Wetterkapriolen wurden weniger Trauben geerntet. Der sonnige September sorgt für einen guten Jahrgang

Mit der Handlese Blaufränkisch-Trauben auf dem Thonberg in Laubach hat Schloss Wackerbarth die Hauptlese abgeschlossen. Bei der Ernte halfen Vasile Dan (l.) und Joan Birla mit.
Mit der Handlese Blaufränkisch-Trauben auf dem Thonberg in Laubach hat Schloss Wackerbarth die Hauptlese abgeschlossen. Bei der Ernte halfen Vasile Dan (l.) und Joan Birla mit. ©  Kristin Richter

Radebeul. Geringerer Ertrag und dennoch sehr gute Tropfen - auf diese Kurzformel lässt sich die Bilanz zur diesjährigen Weinlese in Radebeul bringen. Spätfröste Anfang Mai ließen bereits Mengeneinbußen erwarten. Dann kam im Hochsommer Hagel hinzu. „Somit fiel die Lesemenge deutlich geringer aus als im Vorjahr. Hingegen mit der Qualität sind wir überaus zufrieden“, berichtet Winzer Karl Friedrich Aust. Mit der Ernte der Rebsorte Riesling hat er die diesjährige Weinlesesaison beendet.

Die Witterung im Herbst trägt wesentlich dazu bei, dass 2020 kein mieser Jahrgang wird. „Das Wetter im September war gut für eine schöne Reife der Trauben. Werden die Nächte kälter, wie in diesem Oktober, unterstützt das die Fruchtausbildung“, so Aust.

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Weingut Aust strukturiert seinen Rebflächen um.

Der Weinbauer stellt seit einiger Zeit seinen Rebstockbestand um. „Sortenumstrukturierung meint, dass wir uns unsere Lagen anschauen und auch eine neue Rebsortenauswahl treffen, die perfekt zu den Gegebenheiten der Weinhänge passt“, erklärt Aust. So pflanzte er etwa in seinen Steilterrassen am Goldenem Wagen unterhalb des Bismarckturms verstärkt Rotweinreben, genauer bezeichnet Spätburgunder. 

Die Auszeichnung „Bester Rotwein 2020“ bei der Landesweinprämierung für die 2018er Lese dieser Rebsorte, bestätigt ihn darin, mit der Umstrukturierung auf dem richtigen Weg zu sein. Durch sie lassen sich wunderbare Weine hervorbringen, so auch mit den diesjährigen Trauben.

„Wir freuen uns über die hohe Qualität, die wir mit diesem Jahrgang in die Keller gebracht haben. Dort gären und lagern nun die Weißweine in Edelstahlfässern und die Rotweine, die circa 20 Prozent Anteil im Betrieb ausmachen, in den Barriquefässern“, informiert Aust. Je nach Sorte werden sie nach sechs Monaten bis zu zwei Jahren Reifezeit in Flaschen gefüllt.

Die Weinmostmenge in Sachsen liegt bei 21.000 Hektoliter.

Nach einer ersten Einschätzung des Deutschen Weininstituts beträgt die diesjährige Erntemenge in Sachsen insgesamt rund 21.000 Hektoliter. Das ist rund 19 Prozent weniger Weinmost im Vergleich zum Vorjahr und der Ertrag liegt rund fünf Prozent unter dem Schnitt der vergangenen zehn Jahre (22.000 Hektoliter).

„Trotz des großen Engagements und Einsatzes unserer Winzer konnten wir witterungsbedingt nicht an die sehr gute Lesemenge des Vorjahres anknüpfen: Wir haben in diesem Jahr im Vergleich zu 2019 einen um etwa 25 Prozent geringeren Ertrag erzielt“, teilt Martin Junge, Sprecher von Schloss Wackerbarth, mit. Neben Spätfrösten und Unwettern stellte die erneute Trockenheit eine Herausforderung dar. 

Im April und zu den Eisheiligen hat Weinbauleiter Till Neumeister mit seinem Team beispielsweise an insgesamt sieben Nächten mit kleinen kontrollierten Weinbergsfeuern gegen die Spätfröste gekämpft und damit einen Totalausfall auf den betroffenen Rebflächen verhindert.

Je nach Lage gibt es Ernteausfälle von bis zu 50 Prozent.

Je nach Lage gibt es große Ertragsunterschiede. Allein das lokal begrenzte Unwetter Anfang August mit Hagel und Starkregen in Radebeul, das vor allem Wackerbarths Premiumlage „Paradies“ getroffen hat, oder die Spätfröste in Weinböhla haben in Verbindung mit der langen Trockenheit vor Ort zu einem Ertragsverlust von insgesamt etwa 50 Prozent geführt.

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Die Weinlese auf Schloss Wackerbarth begann in diesem Jahr am 24. August und damit eine Woche später als im vergangenen Jahr, jedoch immer noch eine Woche früher als im langjährigen Mittel. Als Mitte Oktober nasskalte Tage einsetzten, war auf der insgesamt rund 92 Hektar großen Rebfläche die Weinlese zu 90 Prozent abgeschlossen. Nun hoffen die Wackerbarth-Winzer auf Frost. „Wir haben unsererseits auch wieder die Weichen für Eiswein gestellt: Auf einer Fläche von 5.000 Quadratmetern haben wir die Trauben an rund 2.000 Riesling-Rebstöcken hängen gelassen“, informiert Junge.

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