Radebeul
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Kultur, Gespräche, guter Rat

Im Familienzentrum Radebeul treffen sich Senioren und finden Geselligkeit und Unterhaltung.

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Im Radebeuler Familienzentrum finden Alt und Jung Angebote für jede Lebenslage – von der Geburtsvorbereitung bis zum Trauercafé.
Im Radebeuler Familienzentrum finden Alt und Jung Angebote für jede Lebenslage – von der Geburtsvorbereitung bis zum Trauercafé. © Arvid Müller

Von Peter Salzmann

Radebeul. 60.000 Besucher treffen sich alljährlich im Freizeitzentrum Radebeul. "20.000 von ihnen sind Senioren", weiß Mathias Abraham. Dem 45-jährigen Sozialpädagogen stehen 25 Teilzeitbeschäftigte und in jedem Jahr 120 ehrenamtliche Helfer zur Seite.

Wer die 115 Seiten im A5-Halbjahresprogramm durchblättert, ist von der Angebotsvielfalt begeistert. "Bei uns begegnen sich Menschen aller Altersgruppen, was sich dank der Seniorinnen und Senioren zu einem regen Erfahrungsaustausch entwickelt", unterstreicht der Geschäftsführer des Vereins Familieninitiative Radebeul e.V. Ob in Altkötzschenbroda 20 oder im Kultur-Bahnhof, in Seniorentreffs in Lindenau oder Naundorf, im Sportraum Sidonienstraße – die Türen stehen für Omas und Opas offen.

In der Begegnungsstätte Lindenau sorgen Magdalene Kuhne und Konstanze Haubold für Kurzweil. Hier wird gebastelt, gespielt und gesungen. Immer mal wieder unterbreiten die Senioren Vorschläge, um lokale Referenten zu historisch-geschichtlichen Themen nach Lindenau zu holen. Bis zu 20 Interessierte verfolgen die Vorträge, ebenso viele treffen sich zum gemeinsamen Singen. Das Erzählcafé garantiert interessanten Gesprächsstoff bei Kaffee und Kuchen.

Freunde an Gesang und Klöppelkunst

In der Naundorfer Heimatstube kümmert sich Cornelia Große um die Senioren. Jeden dritten Donnerstag im Monat gibt's Gespräche in geselliger Runde, wird gebacken und gelacht. In Altkötzschenbroda treffen sich am Montagvormittag ältere Hobby-Künstler, um zu malen, zu zeichnen und ihre Erfahrungen auszutauschen. Die Musikpädagogin Christiane Weisbach vermittelt Freude am Gesang. Bis zu 15 Frauen und Männer kommen ins Familienzentrum. Die 59-jährige gelernte Kinderkrankenschwester wählt Lieder zu bestimmten Themen aus, so werden zum Beispiel Liebe, Bäume und Sterne besungen. Simone Stams beherrscht die Kunst des Klöppelns und gibt ihre Fertigkeiten des 500 Jahre alten Handwerks an die Seniorinnen im Fami-Café weiter.

"In Gesellschaft schmeckt's besser" – das wird jeden ersten Donnerstag im Monat im Familienzentrum bewiesen. Von 9 bis 10.30 Uhr versammeln sich die Senioren zu einem leckeren Frühstück, tauschen sich aus und schmieden Pläne. Vielseitig ausgewählt ist das Heimatkunde-Programm. In der A5-Broschüre ist von einem Besuch der Klosteranlage "Zum Heiligen Kreuz" zu lesen. Bei einer Kloster- und Gartenführung erfahren die Teilnehmer vieles zur mittelalterlichen-klösterlichen Lebensweise und über den Begründer der Homöopathie Friedrich Samuel Hahnemann. Ausflüge in die Dresdner Kaffee- und Kakaorösterei, zur Nudelproduktion in Riesa, in das Meißner Stadtmuseum oder in die Dresdner Gemäldegalerie finden regen Zuspruch.

Das Familienzentrum Radebeul arbeitet eng mit Hannelore Hunold zusammen. Die ehrenamtliche Versichertenberaterin der Deutschen Rentenversicherung steht Ratsuchenden seit 30 Jahren zur Seite. Bis zu 45 Stunden monatlich beantwortet sie älteren Menschen von der Putzfrau bis zum Professor Fragen zur aktuellen Rentensituation. "Wann kann ich unter welchen Bedingungen in Rente gehen?" oder "Wie viel Rente werde ich bekommen?" sind die am häufigsten gestellten Fragen. Frau Hunold hilft auch bei Anträgen zu Alters-, Hinterbliebenen- und Erwerbsunfähigkeitsrenten.

Nicht nur für Seniorinnen und Senioren bietet die Einrichtung in Altkötzschenbroda 20 Hilfe, Geselligkeit und Kurzweil, sondern auch für jedermann. Details sind im Halbjahresprogramm 2023 zu finden.