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Lösung für Wahnsdorfer Hortkinder gefunden

Getrennt von Klassenkameraden wurden sie betreut. Nun können sie gemeinsam die Nachmittage verbringen. Radebeul muss dafür nicht anbauen.

Von Silvio Kuhnert
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Im einstigen Schulgebäude sind Kita und Ortschaftszentrum in Wahnsdorf untergebracht. Für die Hortkinder bot das Haus nur ungenügend Platz.
Im einstigen Schulgebäude sind Kita und Ortschaftszentrum in Wahnsdorf untergebracht. Für die Hortkinder bot das Haus nur ungenügend Platz. © Arvid Müller

Radebeul. Kita Zwergenland, Ortschaftszentrum und Feuerwehr liegen im Radebeuler Ortsteil Wahnsdorf dicht beieinander. Beide Erstgenannte teilen sich gar das ehemalige Schulgebäude in der Schulstraße 2. Doch die Kita stieß immer wieder an Platzgrenzen. So mussten die Hortkinder im Versammlungssaal betreut werden, wodurch der große Raum blockiert war und für Sportgruppen sowie für andere Vereinsaktivitäten bis in den späten Nachmittag hinein nicht zur Verfügung stand.

Die Lößnitzstadt, die Volkssolidarität Elbtalkreis als Träger der Kita sowie der Ortschaftsrat unternahmen mehrere Anläufe, dass Problem baulich vor Ort zu lösen. Bislang war eine Kapazität von 90 Kita-Plätzen vorhanden, davon 30 im Hort. So gab es im Jahr 2015 die Idee zu einer großen Lösung mit einem komplett neuen Anbau hinter dem Schulhaus. 32 zusätzliche Plätze sollte dieser bringen.

Zu hohe Baukosten

Die Großlösung speckte man 2018 ab. Um unter anderem den Hof nicht durch ein zusätzliches Haus verkleinern zu müssen, sollte das dort bereits vorhandene Gebäude neben der alten Schule um eine Etage aufgestockt werden. Die Kapazität der Kindertagesstätte hätte sich damit um 14 Krippen- und Kindergartenplätze erhöht. Zudem wäre eine bessere Platzlösung für die Hortkinder möglich gewesen.

Doch auch dieser Plan scheiterte letztlich an den Kosten. Ursprünglich waren rund 226.000 Euro für die zusätzliche Etage veranschlagt. Doch im Februar vor drei Jahren kam die Absage, weil Kostenexplosionen das Budget sprengten. Wiederholt wurden zuvor Angebote von Baufirmen eingeholt, die jedoch jedes Mal weit über der veranschlagten Bausumme lagen. Die Ausgaben hätten sich gegenüber den ursprünglichen Berechnungen nahezu verdoppelt. Weder Volkssolidarität noch die Stadt konnten die Mehrkosten stemmen. Die Anbaupläne lagen seither auf Eis.

Sanieren statt Erweitern

Für die Hortkinder aus Wahnsdorf bedeutete dies, dass sie weiterhin den Versammlungsraum nutzen mussten. Zudem waren sie dort von ihren Klassenkameraden getrennt. Die Mädchen und Jungen oberhalb des Elbhanges östlich des Lößnitzgrundes besuchen die Grundschule im Nachbarort Reichenberg, fuhren nach Schulschluss aber ins Ortschaftszentrum ihres Heimatortes. "Darüber waren sie nicht glücklich, konnten sie dort keine Ganztagesangebote wahrnehmen", bedauerte Oberbürgermeister Bert Wendsche (parteilos) die Situation.

Doch dies gehört der Vergangenheit an. Denn in den Moritzburger Ortsteilen ist in den vergangenen zwei Jahren einiges passiert. So entsteht in Boxdorf eine größere Kita, wohin auch die Kinder bis zum Vorschulalter aus Reichenberg gehen. Die Reichenberger Kita dient nur noch als Hort. Das Gebäude wurde erweitert und bietet künftig auch Platz für die Wahnsdorfer. Außerdem fährt der Bus zwischen beiden Gemeinden jetzt im Stundentakt, was früher nicht der Fall war.

Den dauerhaften Besuch der Wahnsdorfer Hortkinder in Reichenberg regeln Radebeul und Moritzburg in einer Zweckvereinbarung. Der Stadtrat der Lößnitzstadt hat dem Vertrag schon zugestimmt. In der Nachbarkommune soll das in diesem Monat geschehen. Ab 1. August 2022 tritt die Vereinbarung in Kraft. "Damit wird ein Ausbau an der Schulstraße nicht mehr notwendig", sagte OB Wendsche. Eine Sanierung reicht, was sich leichter finanzieren lässt.