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Poldi zieht nach Radebeul

Der Freistaat hat sich groß in das Hammer-Haus an der Dresdner Straße eingemietet. Ein Büro ist für den Polizeidinosaurier bestimmt.

Das Polizeimaskottchen Poldi wird künftig sein Hauptquartier in Radebeul haben. Von dort aus bricht der Dinosaurier zu Kitas und Schulen auf.
Das Polizeimaskottchen Poldi wird künftig sein Hauptquartier in Radebeul haben. Von dort aus bricht der Dinosaurier zu Kitas und Schulen auf. © - keine Angabe im huGO-Archivsys

Radebeul. Noch verhüllen Gerüste weite Teile der Fassade des Bürogebäudes an der Dresdner Straße in Radebeul. An der ein oder anderen Stelle sind bereits neue Fenster und ein frischer Anstrich zu sehen. Auch im Inneren gibt es Bewegung, nachdem große Teile des Komplexes lange Zeit leer standen. Eine Behörde des Freistaats ist eingezogen. Weitere Landesbedienstete sollen folgen - darunter ein bei Kindern beliebtes Maskottchen.

In dem Haus wird bald Poldi wohnen, wie das sächsische Innenministerium auf Anfrage von Sächsische.de mitteilt. Von dem Polizeidinosaurier gibt es Bücher und sogar Filme. Regelmäßig besucht er Kitas sowie Schulen und klärt dort Kinder zwischen fünf und acht Jahren zu Fragen der Sicherheit auf. Zum Beispiel, wie kommen sie sicher zur Schule, was ist im Dunkeln zu beachten, wie verhält man sich in Bus und Bahn, oder wo bekommen sie Hilfe in Notfällen. Poldi arbeitet bei der Zentralstelle für Prävention. Und diese Abteilung wird bald ihr Hauptquartier in Radebeul aufschlagen. Vorher sind die IT-Spezialisten der Landesverwaltung in die Lößnitzstadt gekommen.

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Kürzlich zog die IT-Abteilung des Freistaats ein.

„Vor Kurzem wurden Flächen im Objekt durch den Staatsbetrieb Sächsische Informatik Dienste bezogen“, teilt das sächsische Finanzministerium mit. Dem Ministerium unterstehen sämtliche Immobilienangelegenheiten des Freistaats. Im vorigen Jahr konnte der Eigentümer des Bürokomplexes, die Vicus Group AG mit Sitz in Leipzig, rund 12.000 Quadratmeter Bürofläche an das Land vermieten. Einen Teil hat nun die Behörde als ihre neue Geschäftsstelle bezogen.

Der Staatsbetrieb Sächsische Informatik Dienste (kurz: SID) wurde 2008 als der zentrale IT-Dienstleister für die sächsische Staatsverwaltung gegründet. Er sorgt dafür, dass die Computerprogramme in allen Amtsstuben des Freistaats ohne Probleme laufen. Denn der SID plant, betreibt und pflegt die zentrale IT-Infrastruktur des sächsischen Verwaltungsnetzes. Er gewährleistet die Informationssicherheit durch ein zentrales Computernotfallteam. Zudem wickelt er alle zentralen Scan- und Druckdienstleistungen für die Behörden ab. „Diese Aufgaben erfüllt der SID an derzeit insgesamt drei Standorten – in Dresden, Kamenz und Radebeul, informiert die stellvertretende Regierungssprecherin Lea Mock. Der SID gehört zum Geschäftsbereich der Staatskanzlei.

Der Bürokomplex Dresdner Straße 78 in Radebeul wird derzeit saniert. Im vorigen Jahr mietete der Freistaat in dem Objekt rund 12.000 Quadratmeter neu an.
Der Bürokomplex Dresdner Straße 78 in Radebeul wird derzeit saniert. Im vorigen Jahr mietete der Freistaat in dem Objekt rund 12.000 Quadratmeter neu an. © Arvid Müller

Der Staatsbetrieb zählt derzeit insgesamt 222 Mitarbeiter. 96 von ihnen haben nun ihren Arbeitsplatz in der Lößnitzstadt. Weitere werden folgen. „Im aktuellen Entwurf des Doppelhaushaltes, auf den sich die Regierung geeinigt hat, ist auch ein Stellenzuwachs für die IT enthalten. So soll auch der zentrale IT-Dienstleister SID weiter personell gestärkt werden“, berichtete Mock.

Rund 38.000 Quadratmeter Bürofläche sind vorhanden.

Die Vicus AG hat den 1993 erbauten und in die Jahre gekommenen Gebäudekomplex im vorigen Jahr erworben, saniert das Objekt und sucht nach neuen Mietern. Im Sommer 2019 teilte das Unternehmen, was sich nach eigener Aussage auf die Wiederbelebung von Gewerbeimmobilien spezialisiert hat, mit, den Freistaat als Ankermieter gewonnen zu haben. Auf seiner Internetseite preist die Vicus Group die Standortvorteile der insgesamt rund 38.000 Quadratmeter großen Bürofläche in dem mehrgeschossigen Objekt an, wie etwa die Nähe zur Autobahn oder die gute Anbindung ans öffentliche Verkehrsnetz. So liegt nur wenige Gehminuten die Straßenbahnhaltestelle Forststraße entfernt.

Der Umzug des SID in die Lößnitzstadt hatte einen anderen Grund. „Die Verlagerung nach Radebeul wurde notwendig, nachdem der Vermieter der bisherigen Liegenschaft in Dresden - Riesaer Straße - das Mietverhältnis gekündigt hatte“, berichtet Mock. Die SID bekam die Liegenschaft von der beim Land für Immobilienfragen zuständigen Abteilung zugewiesen.

Bürokomplex ist auch als Hammer-Haus bekann.t

Das Bürohaus an der Stadtgrenze zu Dresden hat einst der Münchner Investor Hans Hammer für damals 50 Millionen D-Mark errichtet. Daher ist es auch als Hammer-Haus bekannt. Vor dem Einzug des SID waren dort bereits die Telekom und das Jobcenter des Landratsamtes Meißen zu finden. Von der Landesverwaltung waren dort Teile des Landesamts für Schule und Bildung (LASuB), der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD), ein Lager der Polizeidirektion Dresden sowie das Polizeiverwaltungsamt untergebracht. In einem Nebengebäude befindet sich die Radebeuler Polizeistation des Reviers Meißen. „Weitere Flächen werden künftig von der Polizei belegt“, kündigt das Finanzministerium an. Deren Einzug ist für Mitte 2021 geplant.

„In der Liegenschaft Radebeul werden zukünftig verschiedene Bereiche des Landeskriminalamtes untergebracht, die Serviceaufgaben und Zentralstellenaufgaben wahrnehmen“, berichtet Silvaine Reiche, Sprecherin des Innenministeriums. Dazu gehört wie bereits erwähnt die gesamte Zentralstelle für Prävention zu Themen wie Drogen und Sucht, Missbrauch oder Verkehr. Poldi ist ebenfalls dabei.

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Die Radebeuler Immobilie, in der Telekom und Polizei eingemietet sind, soll saniert werden. Die Hälfte steht noch leer.

Laut Vicus Group AG sind derzeit rund 80 Prozent der Bürofläche vermietet. Bis Ende 2021 soll die Sanierung des Objekts abgeschlossen sein. Nach der Fertigstellung strebt das Unternehmen Mieteinnahmen von rund vier Millionen Euro im Jahr an. Wie viel Geld die Leipziger in den Standort investieren, verrieten sie nicht.

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