merken
PLUS Radebeul

Hier entsteht Radeburgs neues Wohngebiet

Am Hofwall baut ein Investor ein Altenheim sowie Wohnungen für Senioren und Familien. Jetzt erschließt die Stadt einen Eigenheim-Standort. Die Nachfrage ist groß.

Die Arbeiten im künftigen Wohngebiet Nieder-Hufen kommen gut voran. Im dritten Quartal sollen die künftigen Eigenheimbesitzer hier bauen können.
Die Arbeiten im künftigen Wohngebiet Nieder-Hufen kommen gut voran. Im dritten Quartal sollen die künftigen Eigenheimbesitzer hier bauen können. © Norbert Millauer

Radeburg. Im Herbst suchten hier die Archäologen nach interessanten Überbleibseln der Vergangenheit - und wurden fündig. Seit ein paar Wochen tut sich nun wieder etwas auf der Fläche an der Großenhainer Straße, kurz vor dem Ortsausgang. Bagger haben Gräben gezogen und Erdmassen bewegt. Große Betonringe und gestapelte Abwasserrohre aus Ton liegen zum Einbau bereit. Die Erschließung kommt voran.

Mittlerweile ist nach Auskunft der Stadtverwaltung auch die Flurstückbildung in Radeburgs künftigem Wohngebiet Nieder-Hufen abgeschlossen. Insgesamt wird hier Platz für 42 Eigenheime sein. „Die Grundstücke haben eine Größe von 550 bis 1.100 Quadratmetern“, sagt Bürgermeisterin Michaela Ritter (parteilos). „Der Quadratmeter kostet 150 Euro.“

Anzeige
Der Weg zur perfekten Terrasse
Der Weg zur perfekten Terrasse

Namenhafte Hersteller, kompetenter Rat und ein individueller Komplettservice machen einen Besuch bei LandMAXX zur Pflicht.

Die Stadt hatte das ihr gehörende Grundstück in den vergangenen zwei Jahren aus dem Flächennutzungsplan heraus entwickelt und schließlich einen Bebauungsplan beschlossen. Nach dessen Veröffentlichung waren im Rathaus zahlreiche Kaufanfragen eingegangen, die schließlich dazu führten, dass es inzwischen für alle Bau-Parzellen Reservierungen gibt.

In der jüngsten Stadtratssitzung hatten die Mitglieder des Gremiums nun über den Verkauf der ersten 28 Grundstücke und den Inhalt der entsprechenden Verträge zu entscheiden. Die Baugrundstücke sollen nach dem aktuellen Stand der Planung ab Mitte des dritten Quartals nutzbar sein.

Zeitnahe Bebauung in Kaufverträgen festgeschrieben

Andreas Hübler (Unabhängige Liste Radeburg) wollte wissen, ob die Stadt den Kaufpreis erst verlangt, wenn der Erwerber auch tatsächlich bauen kann. Und ob dieses Datum in den Verträgen festgeschrieben wird. Rüdiger Stannek (Linke) sagte, dass man das ja mit im Beschluss formulieren kann, aber nicht unbedingt im Kaufvertrag. Und René Eilke (CDU) erwiderte, dass wenn jemand den Kaufpreis schon eher zahlen will, er das auch können sollte.

In die Kaufverträge werden, entsprechend dem einstimmig gefassten Stadtratsbeschluss, drei von der Stadtverwaltung vorgeschlagene Punkte aufgenommen, mit denen Spekulationskäufe vermieden und eine zeitnahe Bebauung gewährleistet werden sollen. So sind die Erwerber verpflichtet, innerhalb von zwölf Monaten nach der notariellen Beurkundung des Vertrages einen Bauantrag einzureichen. Zudem müssen sie spätestens sechs Monate nach Erhalt der Baugenehmigung beziehungsweise der Baufreigabe mit dem Rohbau beginnen. Die Fertigstellung des Baus ist der Stadt schließlich spätestens drei Jahre nach Abschluss des Grundstücks-Kaufvertrages anzuzeigen.

Mit Schreiben an die potenziellen Käufer war auch deren Interesse an zusätzlichen Erschließungsleistungen abgefragt worden. Demnach wird neben Wasser und Abwasser nun auch Gas und Breitband mit verlegt.

Die meisten Interessenten kommen aus Dresden

Um den Bedarf für Kita und Schule planen zu können, wurde auch nach Kindern gefragt. Schließlich wohnt nur rund ein Drittel der 28 Familien bereits in Radeburg. Der Großteil will dagegen aus Dresden in die Zille-Stadt umziehen. Wie die Bürgermeisterin sagt, wurden zu vier Kindern keine Angaben zum Geburtsjahr gemacht. Von den übrigen künftigen Neu-Radeburgern sind acht im Krippen- und fünf im Kindergartenalter. Zwei würden an der Grundschule und zwei an weiterführenden Schulen unterrichtet werden.

Für die verbleibenden 14 Grundstücke waren laut Stadtverwaltung noch keine Rückmeldungen eingegangen beziehungsweise Finanzierungsfragen noch nicht endgültig geklärt.

Weiterführende Artikel

Archäologen finden uralte Eisenhütte in Radeburg

Archäologen finden uralte Eisenhütte in Radeburg

Am Stadtrand sollen mehr als 40 Grundstücke bebaut werden. Zuvor gibt es Untersuchungen zum Untergrund - mit überraschenden Ergebnissen.

Diese Interessenten werden nach Auskunft des Bauamts jetzt noch einmal angeschrieben. Sollte ein potenzieller Erwerber abspringen, gebe es zudem eine Nachrückerliste. Ziel sei es, den noch erforderlichen Beschluss zu den restlichen Bau-Parzellen im Februar-Stadtrat zu fassen. Der Abschluss der Kaufverträge ist für das erste Halbjahr vorgesehen.

Mehr zum Thema Radebeul