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Stadt-Apotheke bekommt eine neue Inhaberin

Die Apotheke in Kötzschenbroda wird ab Oktober von Katrin Springer geführt. Die 35-Jährige verriet Sächsische.de ihre Pläne.

Staffelstabübergabe: Der bisherige Inhaber der Stadt-Apotheke in Radebeul-West und der Alten Apotheke in Weinböhla, Jan-Michael Lange, übergibt die Geschäfte an Pharmazeutin Katrin Springer.
Staffelstabübergabe: Der bisherige Inhaber der Stadt-Apotheke in Radebeul-West und der Alten Apotheke in Weinböhla, Jan-Michael Lange, übergibt die Geschäfte an Pharmazeutin Katrin Springer. © Norbert Millauer

Radebeul. Auf eine lange Geschichte blickt die Stadt-Apotheke in Radebeul-West zurück. Bis ins Jahr 1826 führen die Spuren. Sie ist damit die älteste bestehende Apotheke im Elbtal zwischen Dresden und Meißen. Zu den bekanntesten Apothekern, die hier tätig waren, gehört Hermann Ilgen von 1882 bis 1891. Während dieser Zeit entwickelte er ein neuartiges Ratten- und Mäusegift, kam damit zu Geld, gründete die Stadtsparkasse Kötzschenbroda mit und stiftete die Ilgen-Kampfbahn, das spätere Rudolf-Harbig-Stadion.

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In die Fußstapfen als Apotheker in Kötzschenbroda tritt nun Katrin Springer. Die 35-Jährige ist ab 1. Oktober 2021 die neue Inhaberin der Stadt-Apotheke im Gebäude Bahnhofstraße 19. Die junge Frau erblickte in der Oberlausitz das Licht der Welt. „Ursprünglich komme ich aus Eibau, das für sein Schwarzbier bekannt ist“, sagt Springer. In Regensburg studierte sie Pharmazie. Nach dem Studium kam sie nach Sachsen zurück, und zwar nach Dresden, wo sie längere Zeit in der Königswald-Apotheke in Klotzsche gearbeitet hat. Vor fünf Jahren kaufte sie mit ihrer Familie ein Haus in Wahnsdorf. „Seitdem bin ich Radebeulerin“, so Springer.

Weiterer Standort in Weinböhla

Die Stadt-Apotheke übernimmt sie aus den Händen von Jan-Michael Lange. „Meine Frau hat diese Apotheke seit 2001 geführt“, berichtet der Professor für Allgemeine und Angewandte Mineralogie an der TU Bergakademie Freiberg. Im Januar dieses Jahres stand für Bettina Lange das 20-jährige Jubiläum an. Doch ihr war es nicht mehr vergönnt, dieses zu erleben. Mitte November 2020 war sie mit 54 Jahren verstorben. „Über Nacht bin ich Apothekenbesitzer geworden“, sagt Jan-Michael Lange.

Seine Frau hat nicht nur die Stadt-Apotheke in Radebeul-West geleitet. Seit 2012 war sie auch Inhaberin der Alten Apotheke in Weinböhla. Rund 20 Beschäftigte arbeiten insgesamt an beiden Standorten. Eine Apotheke zu führen sei keine leichte Aufgabe, musste Jan-Michael Lange erfahren. Vor allem durch die Corona-Pandemie kamen besondere Aufgaben hinzu, wie die Maskenabgabe an Risikopatienten im vergangenen Dezember oder das Ausstellen von digitalen Impfnachweisen. Zudem werden zehn Ärzte mit Corona-Impfstoff beliefert. „Das ist mit einem hohen Aufwand verbunden. Denn die Dosen dürfen nicht erschüttert werden“, so Lange. Durch das kompetente und gute Team an beiden Standorten wurden auch diese Herausforderungen gemeistert.

Heilkundlicher Ansatz

Um jedoch eine Apotheke auf Dauer zu leiten, muss man Apotheker sein. Daher übernimmt nun Katrin Springer die Geschäfte in Kötzschenbroda und Weinböhla. Sie führt weiter, was Bettina Lange aufgebaut hat. Dazu zählt der naturheilkundliche Ansatz. So gibt es in beiden Apotheken besondere ätherische Öle, homöopathische Mittel und Dr.-Hauschka-Naturkosmetik, die das Sortiment an Schulmedizin ergänzen. Auch die traditionelle chinesische Medizin bleibt weiter ein Steckenpferd, insbesondere in der Alten Apotheke in Weinböhla. Entsprechend den Vorgaben des Arztes werden spezielle Tees gemischt.

Ein weiterer Schwerpunkt in Radebeul liegt auf der Mutter-Kind-Apotheke. So ist der Standort in der Lößnitzstadt als babyfreundliche Apotheke zertifiziert. Die Mitarbeiterinnen geben Rat bei Fragen zu Schwangerschaft, Geburt, Stillzeit, Kinderkrankheiten oder Babypflege. Milchpumpen können beispielsweise in der Stadt-Apotheke ausgeliehen werden. Regelmäßig finden Baby-Wiegetage statt, wenn sie nicht wegen Corona ausfallen müssen. „Und wenn ein Säugling Zähne bekommt oder bei Hautgeschichten, können wir den ein oder anderen Tipp geben“, sagt Springer.

Neuer Schwerpunkt Darmberatung

Die neue Inhaberin hat aber auch eigene Pläne. Sie möchte die bereits bestehenden Angebote um eine Darmberatung erweitern. „Der Darm ist unser größtes Organ“, sagt sie. Jedoch Umweltgifte oder Medikamente wie Antibiotika machen die Schleimhaut dünn, können Entzündungen herbeiführen, die unbehandelt sich zu chronischen Erkrankungen entwickeln. Um dies zu verhindern, bietet Springer Beratungen bei Verdauungsbeschwerden und Probiotika an. Letztere helfen, die Darmflora wieder aufzubauen.

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