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Was auf der Straße am Lößnitzbad geplant ist

Von der Cossebauder Straße aus können Lkw-Fahrer die Betriebe an der Fabrikstraße in Radebeul nicht direkt ansteuern. Das will die Stadt ändern.

Radfahrer dürfen das Nadelöhr auf der Fabrikstraße in Höhe des Lößnitzbades passieren. Für Lkw ist die Straßen dagegen tabu.
Radfahrer dürfen das Nadelöhr auf der Fabrikstraße in Höhe des Lößnitzbades passieren. Für Lkw ist die Straßen dagegen tabu. © Norbert Millauer

Radebeul. Es ist fast täglicher Anblick im Zentrum von Radebeul-West: Zu Stoßzeiten staut sich der Verkehr ab der Meißner Straße in Bahnhof- und Güterhofstraße zurück. Vor allem Lkws lassen die Blechschlange regelmäßig anwachsen. Auch auf der Kötitzer Straße ist in Sachen Schwerlastverkehr viel los.

Die Laster kommen aus dem Gewerbegebiet an der Fabrikstraße oder steuern dieses an. Denn bislang sind die Unternehmen wie beispielsweise Hasse-Transport oder Nudossi nur über die Emil-Schüller-Straße oder den Ziegeleiweg und somit über Kötitzer oder Güterhofstraße erreichbar. Denn die westliche Zufahrt der Fabrikstraße von der Cossebauder Straße (Staatsstraße 84) aus ist für große Fahrzeuge tabu. An der ehemaligen Gärtnerei neben dem Lößnitzbad gibt es eine Engstelle, die Lkw nicht passieren dürfen. Zudem ist wegen diesem Nadelöhr einst die Anbindung zur S 84 nicht Lkw-gerecht gestaltet worden.

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Kötitzer Straße wird von Lkw-Verkehr entlastet

Die Folgen bekommen die Anrainer an der Kötitzer Straße zu spüren. Mindestens rund 260 Sattelschlepper brettern im Schnitt an einem Tag an ihren Häusern vorbei. Das ergab eine Erhebung im Auftrag der Stadt. Die Gesamtzahl an Lkw-Fahrten auf der Kötitzer Straße liegt jedoch höher. Denn bei der Untersuchung wurden nur die Sattelzüge erfasst, die in Richtung Kreisel Cossebauder Straße fahren oder aus dieser Richtung kommen. Brummis, die beispielsweise vom Ziegeleiweg in die Kötitzer Straße in Richtung Emil-Schüller- und Güterhofstraße abbiegen, wurden bei dieser Studie nicht erfasst.

Dennoch lässt sich aus der Verkehrsuntersuchung entnehmen, dass die Kötitzer Straße um etwa 260 Lkw-Fahrten am Tag entlastet werden könnte, wenn der Knoten Cossebauder, Fabrikstraße, am Lößnitzbad für Schwerlastfahrzeuge geöffnet wird. Die Verkehrszahlen stammen vom Ingenieurbüro Verkehrsconsult Dresden-Berlin GmbH. Dieses hat das Verkehrskonzept für die Verkehrslösung auf dem mittleren Abstand der Bahnhofstraße erstellt. Das Ergebnis ist bekannt: Nach einer zweimonatigen Bürgerbefragung zu drei verschiedenen Varianten, wie Autos dort künftig rollen sollen, hat sich die Mehrheit für das Beibehalten der jetzigen Regelung ausgesprochen. Die Bahnhofstraße bleibt auch nach einer Neugestaltung in beide Richtungen für den Verkehr offen, die Varianten Fußgängerzone und Einbahnstraße fielen bei dem Votum durch.

Kurve auf Cossebauder Straße stellt kein Problem dar

Der Stadtrat schloss sich im vergangenen November dem Mehrheitswillen der Umfrageteilnehmer an. Er lässt bei der weiteren Planung jedoch noch einmal prüfen, ob die Parkplätze an beiden Straßenseiten erhalten bleiben können und nicht wegfallen, wie im Verkehrskonzept ursprünglich angedacht.

In der warmen Jahreszeit steht das Lößnitzbad als Badestelle Besuchern offen. Man kann dort schwimmen - aber auf eigene Gefahr.
In der warmen Jahreszeit steht das Lößnitzbad als Badestelle Besuchern offen. Man kann dort schwimmen - aber auf eigene Gefahr. © Arvid Müller

Bei der Debatte um die Bahnhofstraße ist völlig untergegangen, dass die Verkehrsuntersuchung auch die Fabrikstraße sowie dessen Knoten mit der Cossebauder Straße zum Gegenstand hatte. Von Interesse war hierbei, ob Lkw von der Nebenstraße aus ohne Probleme auf die Zubringerstraße zur Niederwarthaer Brücke abbiegen können. Sorgen machte hierbei die Kurve, welche die S 84 am Lößnitzbad macht.

Die Verkehrsexperten können Entwarnung geben. Die Sichtweite in den Kurvenbereich beträgt rund 90 Meter. Das entspreche rund 6,5 Sekunden Fahrzeit. Dieses Intervall ist ausreichend, um aus der Fabrikstraße in die Cossebauder abzubiegen. Eine Erschließung des Gewerbegebiets aus Richtung Westen sei möglich, lautet daher ein Fazit der Untersuchung.

Damit Schwerlaster am Lößnitzbad vorbeifahren können, muss die Straße eine Breite von sieben Metern haben. Zudem ist ein Gehweg von 2,50 Meter angedacht. Einem derartigen Ausbau der Fabrikstraße steht nur das Nadelöhr an der ehemaligen Gärtnerei im Wege. Das stellt aber kein Problem dar. Denn seit 2018 ist die Stadt Eigentümer der Flächen östlich des Lößnitzbades und kann somit die Gebäude abreißen, die jetzt noch die Durchfahrt für Lkw behindern.

Bautermin noch offen

Mit der Grundsatzentscheidung zum Verkehrskonzept hat der Stadtrat die Verwaltung beauftragt, den Ausbau und die Öffnung der Fabrikstraße zur Cossebauder Straße hin weiter zu planen. Während auf der Bahnhofstraße die Bautrupps im Jahr 2023 anrücken, um den Straßenzug neu zu gestalten, hält sich die Stadtverwaltung in puncto Fabrikstraße mit genauen Terminangaben noch zurück, wann dort der Ausbau erfolgen kann.

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„Derzeit werden die Anforderungen für die weitere Planung und die zu berücksichtigenden Belange zusammengestellt. Darauf aufbauend wird eine planerische und technische Vorentwurfsbetrachtung in Varianten erstellt“, teilte Daniela Bollmann, Amtsleitern Zentrale Leitstelle, mit. Daraus ergeben sich alle weiteren Schritte bezüglich Baukosten und Flächenbedarf und inwieweit die Stadt wann über beides verfügen kann. „Erst im Anschluss kann ein Zeitplan für die mögliche Umsetzung erstellt werden“, informierte Bollmann.

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