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Wie es bei der Sanierung der Meißner Straße weitergeht

Bis Spätsommer 2031 wollen Stadt und DVB mit der Sanierung der Bereiche mit Tramgleis durch sein. Die Arbeiten sind auf mehrere Abschnitte und Jahre verteilt.

Von Silvio Kuhnert
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In Höhe Hauptstraße sind die Gleise der Straßenbahnlinie 4 in einem besonders schlechten Zustand. Voraussichtlich in einem Jahr wird in dem Bereich gebaut.
In Höhe Hauptstraße sind die Gleise der Straßenbahnlinie 4 in einem besonders schlechten Zustand. Voraussichtlich in einem Jahr wird in dem Bereich gebaut. © Arvid Müller

Radebeul. Bei der Komplettsanierung von Straßenbahngleis und Fahrbahn auf der Meißner Straße legen Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) und die Stadt Radebeul dieses Jahr eine Pause ein. Ursprünglich wollten sie den besonders maroden Abschnitt in Ost zwischen Gleisschleife und Eduard-Bilz-Straße dieser Tage in Angriff nehmen. Nun ist ein Baustart erst 2023 geplant.

Ab der Stadtgrenze zu Dresden bis in Höhe Friedsteinstraße in West teilen sich Straßenbahnen der Linie 4 und Autos die Meißner Straße. Danach verlaufen Gleisanlage und Fahrbahn getrennt. Auf der gemeinsamen Strecke sind bislang drei Abschnitte saniert. Zuletzt wurde zwischen Rennerbergstraße und Dr.-Külz-Straße in Mitte von Anfang 2019 bis Sommer 2020 gebaut. Sächsische.de skizziert, wie es weitergeht.

Von der Gleisschleife bis Eduard-Bilz-Straße

Im Dezember vorigen Jahres haben die DVB, der Landkreis Meißen sowie die drei Kommunen Radebeul, Coswig und Weinböhla den Verkehrs- und Investitionsvertrag für die Straßenbahnlinie 4 um weitere 15 Jahre verlängert. In dieser Zeit wollen sie Gleise, Stromversorgung und Haltestellen entlang der Strecke erneuert haben. Kostenpunkt: insgesamt rund 50,8 Millionen Euro. Auf der Meißner Straße in Radebeul bedeutet das Verlegen neuer Schienen gleichzeitig auch Straßenbau. Und im Abschnitt zwischen Gleisschleife Ost und Eduard-Bilz-Straße sollen die Bauarbeiten im nächsten Jahr beginnen.

So ist jedenfalls der Plan. Voraussetzung ist, dass der erhoffte Zuschuss vom Land Sachsen fließt. Den Fördermittelantrag will die Lößnitzstadt Mitte dieses Jahres stellen, wie Oberbürgermeister Bert Wendsche (parteilos) im Interview mit Sächsische.de ankündigte. Gewährt der Freistaat daraufhin schnell einen Zuschuss, ist laut Investitionsplan der DVB ein Baustart im Januar 2023 geplant. Rund 750 Meter ist die Baustelle laut Google Maps lang. Für den Gleisbau, dem Neubau der Haltestellen Zinzendorfstraße und Hauptstraße, dem Aufstellen neuer Fahrleitungsmasten sowie das Spannen neuer Kabel für die Stromversorgung der Tram sind elf Monate Bauzeit veranschlagt. Mit dem Bau von Fahrbahn und Gehwegen dauern die Arbeiten in dem Abschnitt insgesamt rund anderthalb Jahre.

Allein für die Anlagen der Straßenbahn kalkulieren die DVB mit insgesamt 4,72 Millionen Euro an Baukosten. In dem Abschnitt sind die Schienen besonders marode. Derzeit dürfen die Straßenbahnen teilweise nur im Schneckentempo von zehn Stundenkilometern rollen. Durch den Neubau sollen die Trams den sogenannten Umlauf, die Strecke von Radebeul nach Weinböhla und wieder zurück, drei Minuten schneller schaffen.

Gradsteg bis Schloss Wackerbarth

Der nächste Bauabschnitt ist in Radebeul-West geplant. Von Mitte 2025 bis Ende 2026 wollen die DVB von Höhe Gradsteg bis zur Wackerbarthstraße bauen. Der Straßenbau wird auch hier noch weitere Monate in Anspruch nehmen. Auf dieser Strecke liegt als besondere Herausforderung die Kreuzung von Meißner Straße mit Moritzburger und Bahnhofstraße. Im August dieses Jahres soll das Planfeststellungsverfahren beginnen, damit voraussichtlich ab Mitte 2024 Baurecht besteht. Die Baustelle wird in diesem Abschnitt etwa 1,3 Kilometer laut Google Maps lang sein und umfasst auch die Gleisschleife West. Nach der Sanierung werden die Trams im Umlauf eine Minute schneller sein. Allein für die Gleisanlagen sind Baukosten von zehn Millionen Euro veranschlagt.

Gleiskreuzung in Höhe "Weißes Roß"

Während die Bautrupps in Radebeul-West noch rackern, nehmen die DVB eine weitere heikle Stelle in Angriff, und zwar jene, wo die Gleise der Straßenbahn die Schienen der Lößnitzgrundbahn kreuzen. Hierfür ist keine langwierige Planfeststellung erforderlich. Im Frühjahr 2026 wollen die DVB in Höhe der früheren Gaststätte "Weißes Roß" bauen.

Zwei Abschnitte in Ost gleichzeitig

Nach den Bauarbeiten in West und Mitte wollen sich die Stadt Radebeul und die DVB auf die beiden noch unsanierten Abschnitte der Meißner Straße in Radebeul-Ost konzentrieren. Sobald die Witterung es zulässt, sollen im Winter 2028 die Bauarbeiten sowohl zwischen Autobahnbrücke und Gleisschleife Ost als auch von der Eduard-Bilz-Straße bis Wasastraße beginnen. Für letztgenannten Abschnitt wurde im Herbst vergangenen Jahres mit der Vorplanung begonnen. Die Pläne sollen bis Oktober 2024 soweit gediehen sein, dass sie für das erforderliche Planfeststellungsverfahren der Landesdirektion Sachsen übergeben werden können. Das Baurecht wird im Oktober 2026 erwartet. Für den Gleisbau veranschlagen die DVB rund elf Monate, der grundhafte Ausbau wird vermutlich wieder ein halbes Jahr länger dauern.

Was das Bauen betrifft, ist für die Gleise zwischen Autobahnbrücke und Gleisschleife der gleiche Zeitraum anvisiert, also von Anfang 2028 bis Ende 2028. Mit der Planung dieses Abschnittes beginnen die Beteiligten voraussichtlich erst im nächsten Jahr.

Finale in Radebeul-Mitte

Auf der gemeinsamen Strecke, wo sich Straßenbahn und Autos die Meißner Straße teilen, ist die letzte große Sanierung im Jahr 2031 geplant. Dann nehmen DVB und Stadt den Abschnitt zwischen Wasastraße und Pestalozzistraße in Höhe "Weißes Roß" in Angriff. Fünf Monte Bauzeit sind für die Schienen auf der rund 500 Meter langen Strecke von Frühling bis Spätsommer eingeplant. Gleichzeitig bauen die DVB in dem Jahr die Haltestelle unter der Eisenbahnbrücke an der Stadtgrenze zu Coswig neu. Das neue Gleis, das in einem eigenen Bett parallel zur Meißner Straße ab Schloss Wackerbarth bis dorthin verläuft, soll bereits im Jahr 2024 neu verlegt werden.

Die Angaben in dem Investitionsplan sind vorläufig. Zur Erinnerung: Vor reichlich 20 Jahren haben sich die Lößnitzstadt und die DVB aufgemacht, die Meißner Straße grundhaft auszubauen. Gemeinsam haben sie bislang drei Abschnitte geschafft. Im vorigen Jahr sanierte die Stadt Radebeul den Bereich in Zitzschewig, Höhe Löma-Center, allein. Dort verlaufen keine Gleise der Linie 4.