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Was wird mit den Bäumen bei Cowaplast?

Die Stadt schließt mit den Besitzern des Areals einen Vertrag zur Landschaftspflege - eine Stadträtin vergewissert sich, dass nicht unnötig Grün wegkommt.

Die mächtige Stieleiche und die Silberpappel (r.) sollen erhalten bleiben.
Die mächtige Stieleiche und die Silberpappel (r.) sollen erhalten bleiben. © Udo Lemke

Der letzte Punkt auf der Tagesordnung des letzten Coswiger Stadtrates sollte eigentlich unter Ausschluss der Öffentlichkeit behandelt werden. Doch dann entschloss sich Oberbürgermeister Thomas Schubert (parteilos), ihn öffentlich zu machen, weil er ohnehin von einigen Stadträten angesprochen worden war: Es ging darum, dass für den letzten Bauabschnitt der Kötitzer Stadtgärten drei Birken gefällt worden waren - was so nicht abgemacht war. Die Stadtverwaltung verlangte vom Investor als Ersatzpflanzung neun neue Bäume, was dieser auch zugesichert hat. Allerdings wurde in der Diskussion die Vermutung deutlich, dass hier einfach vollendete Tatsachen geschaffen worden waren.

In der gleichen Stadtratssitzung am 10.März wurde ein städtebaulicher Vertrag zwischen der Stadt Coswig und der Mehler Grundstücksverwaltungs GmbH aus Fulda abgeschlossen. Dieser gehört das ehemalige Cowaplast-Gelände im Industriegebiet Kötitz. Dort sollen die alten Werksanlagen abgebrochen und so Platz für das neue Industrie- und Gewerbegebiet Grenzstraße geschaffen werden. Inhalt des Vertrages ist der Erhalt von besonders wertvollen Altbäumen und die Neupflanzung von Bäumen und Sträuchern.

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Die Leiterin des Interkulturellen Gartens und Stadträtin in der Fraktion Bündnis für ein nachhaltiges Coswig (BnC) Cornelia Obst hat gemeinsam mit Eberhard Bröhl, der als sachkundiger Einwohner im Ausschuss für Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung mitarbeitet, noch einmal den Baumbestand auf dem Gelände kartiert. Auf die Frage, warum sie das getan hat, hatte die Stadtverwaltung doch eine solche Kartierung vorgelegt, erklärte sie: „Wenn man ein paar Mal miterlebt hat, dass plötzlich Bäume aus Versehen weg waren, ist man sensibilisiert.“

Der alte Baumbestand am Löschwasserteich (kleines Foto) im künftigen Industrie- und Gewerbegebiet Grenzstraße in Coswig soll erhalten bleiben. Stadträtin Cornelia Obst verfolgt genau, was mit dem Grün geschieht.
Der alte Baumbestand am Löschwasserteich (kleines Foto) im künftigen Industrie- und Gewerbegebiet Grenzstraße in Coswig soll erhalten bleiben. Stadträtin Cornelia Obst verfolgt genau, was mit dem Grün geschieht. © Udo Lemke

Am Mittwoch stellt ihr auf Vermittlung der Stadtverwaltung das zuständige Planungsbüro IPRO consult aus Dresden noch einmal genau vor, wo welche Bäume erhalten bleiben sollen und wo sie gefällt werden können, wenn Firmen auf dem Gelände Hallen oder andere Gebäude errichten wollen. Letzteres betont der Coswiger Bauamtsleiter Wolfgang Weimann: „Der Bebauungsplan legt lediglich fest, wo Firmen bauen und damit Bäume fällen können, das heißt aber nicht, dass sie das tun.“

Unabhängig davon habe man das Gelände so geplant, dass man den schlechtesten Fall annimmt, also, dass alle Bäume, die gefällt werden dürften, auch gefällt werden. Und für diesen Fall ist das Ausgleichskonzept erarbeitet worden. Wichtigster Punkt: Zwischen den Grundstücken an der Wettinstraße und dem Industrie- und Gewerbegebiet wird auf einer Länge von 160 Metern ein zehn Meter breiter Grünstreifen mit Bäumen und Sträuchern angelegt. Dazu bleiben vorhandene Bäume erhalten.

Erhalten bleibt auch eine Gruppe von sechs Großbäumen am Löschwasserbecken des Cowaplast-Nachfolgers Elbtal Plastics GmbH & Co. KG. Erhalten bleibt auch die Ahorn-Allee an der einstigen Werksstraße. Von dort sind zwei besonders prächtige Großbäume-eine Stieleiche und eine Silberpappel zu sehen, die ebenfalls bleiben sollen. Am ehemaligen Werkseingang befindet sich auch ein großes, inzwischen überwuchertes Regenrückhaltebecken. Das soll wieder hergestellt werden, so Wolfgang Weimann, denn derzeit versickert das Regenwasser irgendwo im Gelände, aber niemand weiß, wo genau.

Auch beim Becken sollen Bäume erhalten bleiben, dieses selbst soll nicht wir ursprünglich vorgesehen, nur mit Landschafsrasen, sondern mit einer Blühwiese bepflanzt werden. „Im Prinzip ist es ja gut, dass ein altes Gewerbegebiet wieder hergerichtet wird, das ist besser, als auf der grünen Wiese zu bauen“, so Cornelia Obst. Dass es so grün wie möglich wird, ist nicht nur ihr Anliegen.

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