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Wenn Radfahren zu einer Frage des Muts wird 

Können die Dresdner Stadträte in ihrer Entscheidung gegen einen Radweg auf der Albertstraße noch umgestimmt werden? 650 Radler versuchen es.

Fahrradfahrer demonstrieren am Sonntag auf der Albertstraße für einen Radweg. © Sven Ellger

Der jüngste Teilnehmer hat von seiner womöglich ersten Demo nicht viel mitbekommen. Er schlief im Anhänger, während sein Vater in die Pedale trat. Etwa 650 Radler, darunter viele Familien, haben am Sonntagnachmittag an einer Protestfahrt für sichere Radwege in der Stadt teilgenommen. Vom Jorge-Gomondai-Platz ging es über die derzeit umstrittene Albertstraße und die Carolabrücke bis kurz vor den Hauptbahnhof und wieder zurück.

 „Wir wollen, dass alle Radfahrer ohne Angst und sicher durch die Stadt kommen“, sagte Gesa Dickert vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC), der die Demo angemeldet hatte. Auch Politiker meldeten sich zu Wort. „Zeigt, dass sichere Radwege euer politisches Anliegen sind“, forderte Thomas Löser (Grüne) die Demonstranten auf. „Es ist erstaunlich, dass ein Projekt, das überhaupt nicht im kritischen Fokus stand, durch Ideologie wieder hochgezogen wird“, kritisierte Richard Kaniewski (SPD). Und Tilo Wirtz (Linke) bemängelte mit Blick auf den im Stadtrat abgelehnten Radweg an der Albertstraße: „ Es ist auch finanziell nicht nachvollziehbar.“

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Martin Schulte-Wissermann (Piraten) forderte dazu auf, künftig nicht mehr über Schleichwege, sondern direkt über die Albertstraße zu radeln. Seine Einschränkung angesichts der schnell fahrenden Autos: „Es braucht ein bisschen Mut.“