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Ärger über nicht geleerte Biotonnen

In Unterreußen wurde der Grünschnitt wiederholt zu spät abgeholt. In der letzten Woche sogar überhaupt nicht. Das verstimmt die Dorfbewohner.

Frieder Wolf ärgert sich über nicht abgeholte Biotonnen im Strehlaer Ortsteil Unterreußen.
Frieder Wolf ärgert sich über nicht abgeholte Biotonnen im Strehlaer Ortsteil Unterreußen. © Foto: Lutz Weidler

Strehla. Unterreußen liegt idyllisch, fast verschlafen, abseits der Bundesstraße 182. Eine schmale Asphaltstraße führt von Forberge kommend in den kleinen Ort, in dem wohl an die Hundert Leute wohnen. Viel mehr nicht. Auch deshalb fühlen sich die Bewohner manchmal nicht ernst genommen, vergessen gar. So wie jetzt von den Müllfahrern des Abfallentsorgers Remondis.

Die Biotonne sorgt momentan für Verärgerung bei den Unterreußenern. Der Grünabfall wird hier, wie überall im Altkreis Riesa-Großenhain, einmal pro Woche abgeholt. "Bei uns im Dorf ist das eigentlich donnerstags", sagt Falk Wolf. Doch seit einiger Zeit geschieht dies leider erst am Freitag. Und in der letzten Woche sei der kleine Ort sogar ganz links liegen gelassen worden.

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Das hat Wolf und seine Nachbarn richtig in Rage gebracht. "Also wieder nichts mit Rasenmähen und Unkrautjäten nach der Schicht", schimpft er. Das Gras wächst und wächst. Viel schneller als in den letzten drei Dürrejahren, als kaum Regen fiel. Dieses Jahr gibt es wieder mehr Niederschlag. Die Bauern freut es. Die Grundstücksbesitzer eigentlich auch. Aber es macht eben auch mehr Arbeit. Da muss man mit dem Mähen hinterher sein.

Biotonne bis Ende 2021 noch kostenlos

Das gehauene Gras entsorgt Wolf in der braunen Tonne, die der Zweckverband Abfallwirtschaft Oberes Elbtal (ZAOE) bis Ende dieses Jahres noch kostenlos anbietet. Lediglich eine geringe Jahresmiete für den Behälter ist fällig. Eine gute Sache, findet Wolf. Er hat eine 240-Liter-Tonne. Da passt ordentlich was rein.

Doch seit vorletzter Woche ist sie voll. "Und das ausgerechnet auf dem Dorf, wo immer wieder Grünschnitt anfällt", sagt Wolf. Seine Frau habe beobachtet, dass die Müllfahrer, die die Biotonne entleeren sollten, bis nach Gröba gekommen waren. "Den Rest haben sie stehen lassen", erzählt der Schichtarbeiter. Wohl auch, weil momentan im Ort Kabel verlegt werden und eine Bauampel den Durchgangsverkehr regelt.

Mittlerweile stehen überall im Ort neben den braunen Tonnen auch die gelben. Am Dienstag wäre der Plastikmüll nach vier Wochen wieder dran gewesen. Doch auch er wartet darauf abgeholt zu werden. Wolf schüttelt mit dem Kopf: "Das ist doch langsam nicht mehr normal."

Viele Müllfahrer krank

Sächsische.de fragte bei der Remondis Elbe-Röder GmbH in Quersa nach. Dessen Geschäftsführer Thomas Schiefelbein bedauert den Unmut der Kunden. "Wir hatten letzte Woche einen extremen Krankenstand", beteuert er. "Da war Strehla und seine Ortsteile mit betroffen." Er geht davon aus, dass die Entleerung der Biotonnen ab dieser Woche wieder regulär erfolgt.

Dass es in den vergangenen Wochen zu zeitlichen Verschiebungen gekommen ist, sei Folge der Feiertage im Mai. Das haben nicht nur die Strehlaer zu spüren bekommen. Himmelfahrt und Pfingstmontag bringen die gewohnten Entsorgungstage, gerade bei der Biotonne, jedes Jahr durcheinander. Da brauche es ein paar Wochen, bis sich der Rhythmus wieder einspielt, so Schiefelbein.

Wolf hat durchaus Verständnis dafür. "Aber ich bin sauer, dass man uns vorher nicht informiert hat", sagt er. Das hätte einigen Frust vermieden. Den wird er aber, was die Biotonne betrifft, nur noch ein halbes Jahr haben. Denn ab 1. Januar 2022 muss für deren Entleerung bezahlt werden.

Große Behälter noch in der Überzahl

Laut der aktuellen Abfallgebührensatzung werden dann für die 240-Liter-Tonne knapp sechs Euro pro Entleerung fällig. "Wenn das kommt, gebe ich meine Biotonne wieder zurück", sagt Wolf. Dann sei es für ihn günstiger, sich mit den Nachbarn zusammenzuschließen und den Grünschnitt per Anhänger für weniger Geld zur Annahmestelle zu fahren.

Beim ZAOE verteidigt man die künftigen Entleerungsgebühren für die Biotonne. "Es ist ja jedem Bürger selbst überlassen, wie oft er die Tonne rausstellt", heißt es aus der Geschäftsstelle in Radebeul. Vor allem im Winter wird die Biotonne kaum genutzt. Zudem sind kleinere Tonnen günstiger. Für die 120-Liter-Tonne verlangt der ZAOE ab 2022 knapp drei Euro pro Entleerung und für die 60-Liter-Tonne 1,49 Euro.

Momentan sind im Bereich des ZAOE rund 37.000 Biotonnen ausgeteilt worden. Davon sind rund 16.300 Behälter mit 240 Liter, rund 15.500 Behälter mit 120 Liter und nur etwas mehr als 5.000 kleine Behälter mit 60 Liter. Der Verband geht davon aus, dass sich das ab nächstem Jahr ändert.

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