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Was macht die blaue Badewanne im Garten?

Bei Familie Posselt steht eine Wanne neben Feuerschale und Insektenhotel. Besucher dürfen diesen und andere Gärten in Frauenhain am Sonntag bewundern.

Sabine Posselt zeigt "Flora et Herba"-Organisatorin Bärbel Fischer die blaue Badewanne in ihrem Garten.
Sabine Posselt zeigt "Flora et Herba"-Organisatorin Bärbel Fischer die blaue Badewanne in ihrem Garten. © Jörg Richter

Frauenhain. Posselts lieben es gemütlich und natürlich. So sieht auch ihr Garten in Frauenhain aus. Das Rentner-Ehepaar aus Raden hat ihn sich vor etwa zehn Jahren angeschafft und nach seiner Fasson gestaltet. Die Bäume mit den alten Apfelsorten, die besonders schmackhaft sind, haben sie in Ruhe gelassen und nicht gefällt. Die Obstwiese hinter der Laube bietet genug Früchte für Mensch und Vögel. Die Baumkronen spenden im Sommer Schatten, unter dem schon manches fröhliche Fest gefeiert wurde.

"Das sieht hier wie im Paradies aus", schwärmt Bärbel Fischer. Die Organisatorin des Frauenhainer Naturmarktes "Flora et Herba" hat Siegfried und Sabine Posselt deshalb gefragt, ob sie nicht ihr kleines Paradies am kommenden Sonntag für Besucher öffnen würden. Lange brauchte sie die beiden nicht zu betteln. Denn die ehemaligen Wirtsleute haben keine Scheu, Gäste zu empfangen.

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25 Jahre betrieben sie den Gasthof in Raden. "Wir hatten nie Zeit für einen Garten", erzählt Sabine Posselt. Als sie in Rente gingen und sich für das urige Grundstück in der Kleingartenanlage Schäferberg entschieden, war das für sie Abenteuer und Neuanfang zugleich. "Für uns begann ein ganz neues Leben", verrät die 74-Jährige.

Das ganze Grundstück atmet Lebensfreude

Ihr Mann Siegfried baute eine Laube, die innen und auch außen unterm Terrassendach sehr wohnlich ist. Hier wird auch geschlafen, gekocht, gegessen und gelacht. Weintrauben, Zwiebelzöpfe und Kochkellen hängen herab. Tisch und Stühle sowie eine Küchenecke mit Bretterwand laden zum Verweilen ein. Posselts haben sich bei der Gestaltung von ihren Urlauben in Österreich und Ungarn inspirieren lassen.

Das ganze Grundstück atmet Lebensfreude. Fast in jeder Ecke des Gartens gibt es etwas zu entdecken. So auch mittendrin. Neben Insektenhotel und Lagerfeuerschale steht ein ganz besonderer Blickfang: eine Badewanne. "Sie war uns zu schade zum Wegschmeißen", sagt Sabine Posselt. Sie hatten sie von einer Freundin, die die Wanne nicht mehr brauchte, weil sie sich für ihre Wohnung eine neue gekauft hatte.

Sabine Posselt füllt die Vogeltränke. Die große Schüssel steht auf einem Tisch, dessen Fuß ein Baumstumpf ist.
Sabine Posselt füllt die Vogeltränke. Die große Schüssel steht auf einem Tisch, dessen Fuß ein Baumstumpf ist. © Jörg Richter
Bei diesen großen Himbeeren kann Bärbel Fischer nicht widerstehen und nascht ein paar.
Bei diesen großen Himbeeren kann Bärbel Fischer nicht widerstehen und nascht ein paar. © Jörg Richter
Dieser abgestorbene Baum dient als Gießkannen-Ständer.
Dieser abgestorbene Baum dient als Gießkannen-Ständer. © Jörg Richter
Siegfried Posselt breitet die frisch gelesenen Kartoffeln zum Trocknen aus.
Siegfried Posselt breitet die frisch gelesenen Kartoffeln zum Trocknen aus. © Jörg Richter
Posselts haben Pflaumenmarmelade frisch eingekocht.
Posselts haben Pflaumenmarmelade frisch eingekocht. © Jörg Richter
Sabine Posselt lädt gern Freunde, so wie hier Bärbel Fischer, zu einem Schwätzchen im Schatten der Bäume ein.
Sabine Posselt lädt gern Freunde, so wie hier Bärbel Fischer, zu einem Schwätzchen im Schatten der Bäume ein. © Jörg Richter

Ehemann Siegfried malte die Wanne blau an und stellte sie in den Garten. Natürlich mit Wasser gefüllt. "Als es warm war, haben sich hier unsere Enkel abgekühlt", erzählt seine Frau. Jetzt ist es zu frisch dafür. Statt Kindern schwimmen nun Rhabarberblätter, Dalien, Rosen und Fuchsschwanz drinnen. Sehr dekorativ und leicht austauschbar.

Ein paar Schritte entfernt, steht ein alter Baumstumpf, auf dem eine Tischplatte montiert ist. Sabine Posselt hat eine Wasserschale draufgestellt, damit die Vögel etwas zu trinken haben. Ein anderer vertrockneter Baumtorso dient als Ständer für die Gießkannen. Das sieht man auch nicht alle Tage.

"Wir wollen keinen Penibel-Garten", sagt Sabine Posselt. Deshalb gibt es hier auch keinen gepflasterten Eingang. Stattdessen zieht ein saftig-grüner Wiesenteppich durch das Anwesen. "Gras hebt alles hervor", findet sie.

Besucher des Naturmarktes "Flora et Herba" können sich selbst davon ein Bild machen und Anregungen holen. Zwei Nachbargärten von Posselts haben sich ebenfalls bereiterklärt, ihre Parzellen zu öffnen. Die einen präsentieren einen modernen Vorgarten und die anderen einen Familiengarten, wo auch Kinder spielen und planschen können.

Während die drei Schaugärten von 14 bis 17 Uhr geöffnet haben, beginnt der Naturmarkt "Flora et Herba" auf der Insel Frauenhain bereits ab 10 Uhr mit dem hiesigen Schützenverein und Alfredos Drehorgelorchester. Um 11 Uhr ist eine Greifvogel-Flugshow, um 12 Uhr eine Modenschau und zu jeder vollen Stunde eine weitere Attraktion rund um das Thema Garten und Blumen geplant. Erstmals ist auch ein Kettensäge-Schnitzer mit von der Partie. Da es dabei etwas lauter zugeht, wird er abseits der Insel, am Parkplatz vor der Gartensparte, zu finden sein.

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