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Gefragtes Wohngebiet

An der Segouer Straße entstehen die ersten neuen Eigenheime. Verkauft sind fast alle der insgesamt 36 Baugrundstücke.

Eigenheime statt Wohnblöcke: An Segouer und Erfurter Straße in Riesa entstehen die ersten neuen Häuser. Hier arbeiten Zimmerleute einer Firma aus Liebschützberg an einer Dachkonstruktion.
Eigenheime statt Wohnblöcke: An Segouer und Erfurter Straße in Riesa entstehen die ersten neuen Häuser. Hier arbeiten Zimmerleute einer Firma aus Liebschützberg an einer Dachkonstruktion. ©  Klaus-Dieter Brühl

Riesa. Die Erschließung von Riesas jüngstem Baugebiet hatte sich zuletzt etwas hingezogen. Aber der Verkauf läuft umso glatter: 83 Prozent der Fläche seien bereits verkauft, teilt die Wohnungsgesellschaft Riesa (WGR) mit. Der städtische Großvermieter hatte an der Stelle in Weida Wohnblöcke abreißen lassen und insgesamt 1,4 Millionen Euro investiert, um neue Flächen für Einfamilienhäuser zu schaffen.

Die Summe habe das Unternehmen durch die Verkäufe bereits wieder hereinbekommen, sagt WGR-Geschäftsführer Roland Ledwa. Dabei habe man sogar Käufern mit Kindern sogar einen Familienbonus von zehn Prozent des Kaufpreises gewährt - der sich bislang auf 160.000 Euro summierte. Verkauft wurden die Grundstücke für einen Preis von 80 bis 110 Euro pro Quadratmeter. Der reine Bodenwert - vor der Erschließung - an der Stelle lag bei 60 Euro.

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Durch den Verkauf des Areals entsteht der WGR buchungstechnisch ein Verlust in entsprechender Höhe. Den auszugleichen, dafür würden die Verkaufserlöse allerdings nicht ausreichen. Dafür mache das Projekt die Stadt Riesa attraktiver für Zuzügler. „Es gibt eine ganze Reihe Zuzüge aus dem Umland“, sagt Roland Ledwa. Aus einer Entfernung von 20 bis 30 Kilometer würden Bauwillige in die Stadt ziehen, sowohl aus Richtung Dresden und Leipzig als auch aus Richtung Brandenburg.

Eigenheime statt Wohnblöcke: An Segouer und Erfurter Straße in Riesa entstehen die ersten neuen Häuser. Hier arbeiten Zimmerleute einer Firma aus Liebschützberg an einer Dachkonstruktion.
Eigenheime statt Wohnblöcke: An Segouer und Erfurter Straße in Riesa entstehen die ersten neuen Häuser. Hier arbeiten Zimmerleute einer Firma aus Liebschützberg an einer Dachkonstruktion. © Wohnungsgesellschaft Riesa

Im Bau befinden sich derzeit erst zwei Eigenheime, auch wenn nur noch sechs Grundstücke zum Verkauf stehen. Allerdings sind auch diese bereits reserviert. Auch auf den anderen Parzellen, zwischen 630 und 1.020 Quadratmeter groß, dürfte bald gebaut werden: Denn die WGR hat mit einer Klausel im Kaufvertrag dafür vorgesorgt, dass die Flächen nicht als Spekulationsobjekte missbraucht werden. „Es gilt für Käufer eine Bauverpflichtung innerhalb von vier Jahren, sonst gibt es Sanktionen“, sagt der WGR-Chef.

Riesas größter Vermieter will nicht nur Häuslebauer in die Stadt locken, sondern auch neue Mieter. Deshalb hat er nun eine „Wohnoffensive für Arbeitgeber“ gestartet. Mehr als 7.000 Menschen pendeln täglich nach Riesa, weil sie hier arbeiten. Davon sollten sich doch einige von einem Umzug in die Stadt überzeugen lassen, denkt man sich bei der WGR. Und kooperiert deshalb mit Arbeitgebern: Wer sich an dem Projekt beteiligt, kann seinen Angestellten einen 500-Euro-Gutschein für den Umzug austeilen, wenn der eine Wohnung bei der WGR mietet. „Damit wollen wir der erste Ansprechpartner für Unternehmen sein, zumal wir auch in der Lage sind, kurzfristig Wohnungen zur Verfügung zu stellen“, sagt Roland Ledwa. Das könne beispielsweise interessant für Unternehmen aus der Pflegebranche sein, die teils ausländische Fachkräfte in Riesa beschäftigen.

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Das Angebot findet sich auf der Internetseite der WGR, die das Unternehmen zuletzt komplett umgestaltet hat. In Zeiten von Corona-Vorschriften gibt es dort nun auch virtuelle Wohnungsbesichtigungen, bei denen man sich durch freie Wohnungen klicken kann – ein entsprechend schneller Internetzugang vorausgesetzt. Dabei wurde das Online-Angebot auch so gestaltet, dass es auf mobilen Geräten vernünftig angezeigt wird. Die Fotomodelle für die PR-Fotos hat die WGR übrigens unter ihren Mietern gesucht – und gefunden.

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