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Gröditz: Bereit für die Bowlingbahn

Neben dem Spanischen Hof entsteht eine neue Attraktion der Röderstadt. Deren Herzstück sitzt allerdings noch auf einem anderen Kontinent fest.

Hier sollen bald die Kugeln rollen: Marcel Voss in der Bowlinghalle. Wo jetzt noch Baulampen, Eimer und Leitern stehen, soll bald die modernste Bowlinganlage der Gegend installiert werden.
Hier sollen bald die Kugeln rollen: Marcel Voss in der Bowlinghalle. Wo jetzt noch Baulampen, Eimer und Leitern stehen, soll bald die modernste Bowlinganlage der Gegend installiert werden. © Sebastian Schultz

Gröditz. Der künftige Chef des Hauses stützt die Arme in die Seite und gibt sich optimistisch: Ende Oktober soll Einweihung gefeiert werden in der Gröditzer Bowlinglounge. "Bisher sind wir auch gut im Plan", sagt Marcel Voß. Und obwohl es überall noch nach Baustelle aussieht und überall Material und Werkzeuge stehen, wirkt der 29-Jährige zufrieden, als er sich in dem Gebäude umblickt.

Seit dem Frühjahr ist der längliche, eingeschossige Bau auf der Freifläche neben dem Spanischen Hof entstanden. Mit vier neuen Bowlingbahnen und einer gemütlichen Bar soll er die neue Freizeitattraktion der Röderstadt werden – und künftig Gröditzer, Menschen aus den Nachbarorten und natürlich auch Gäste aus dem Viersternehotel von nebenan anlocken. Nächstes Jahr soll zwischen Bowlinghalle und Röder zudem noch ein Strandbereich mit Sand, Sitzgelegenheiten und Beachvolleyballfeld folgen.

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Hervorgegangen ist das Projekt aus den Ergebnissen einer Umfrage des Jahres 2018: Damals hatte die Voß-Gruppe – das Unternehmen, zu dem der Spanische Hof und weitere Unternehmen gehören – die Menschen der Region befragt, welche Freizeitmöglichkeiten sie sich wünschen. Eine der häufigsten Antworten lautete: eine Bowlingbahn.

Noch versteckt sich eine graue Fassade hinter einem Gerüst. Aber schon in wenigen Wochen soll die neue Bowlinglounge farblich ans Hotel angepasst in die Gröditzer Innenstadt hineinwirken.
Noch versteckt sich eine graue Fassade hinter einem Gerüst. Aber schon in wenigen Wochen soll die neue Bowlinglounge farblich ans Hotel angepasst in die Gröditzer Innenstadt hineinwirken. © Sebastian Schultz

Die entsteht nun – und sie soll eine der modernsten überhaupt werden, sagt Michael Voß, Kopf der Voß-Unternehmensgruppe, zu der neben dem Stahlhandel Gröditz auch der Spanische Hof gehört. Lichtprojektionen auf der Bahn, zig Spielmöglichkeiten, Bedienung per Handy: Die Anlage soll mit allem aufwarten, was Bowling heutzutage zu bieten hat.

Geliefert wird das Herzstück der neuen Gröditzer Freizeitstätte vom US-Hersteller Brunswick. Geht alles gut, soll die Anlage ab September installiert werden. Allerdings könnte die Containerkrise im Welthandel dem Projekt noch ein Schnippchen schlagen, sagt Marcel Voß. "Im Container ist die Anlage schon. Aber ob man einen Platz auf einem Schiff bekommt, ist die Frage", ergänzt Vater Michael.

Weniger Sorgen macht Vater und Sohn Personal für die neue Bowlinglounge. Etwa zwei Festangestellte werde es brauchen, um diese zu betreiben. Einen Barkeeper gebe es schon, sagt Marcel Voß, der während eines Auslandsaufenthalts in Spanien vor ein paar Jahren auch selbst mal eine Barkeeper-Akademie besucht hat. Als künftiger Chef der Bowlinglounge werde er aber eher Aufgaben im Hintergrund übernehmen wird, statt Drinks zu mixen, sagt der gelernte Groß- und Außenhandelskaufmann, der sich hauptberuflich beim Gröditzer Stahlhandel für die Auslandsniederlassungen zuständig ist.

Organisatorisch soll die Bowlingbahn mit Bar für sich stehen, also kein Ableger des Hotels sein, erklärt Vater Michael Voß. Das habe man bewusst so angelegt. Eine direkte bauliche Verbindung zum Spanischen Hof gebe es beispielsweise auch nicht. Trotz alledem sollen sich Hotel und Bowlinglounge ergänzen. Sei es, dass Bowlinggäste im Hotelrestaurant essen gehen – oder sich Hotelgäste in der Bar einen Cocktail kredenzen lassen und Billard spielen. Der Spanische Hof will die neue Anlage hingegen nutzen, Tagungsgästen etwas Besonders zu bieten: Tagungen in entspannter Strandatmosphäre – in legerer Kleidung, barfuß, auf bequemen Möbeln unterm Sonnenschirm.

Michael Voß ist Unternehmer und Kopf der Voß-Unternehmensgruppe. Zu dieser gehört der Spanische Hof. Künftig auch die Gesellschaft, die die benachbarte Bowlinglounge betreiben wird.
Michael Voß ist Unternehmer und Kopf der Voß-Unternehmensgruppe. Zu dieser gehört der Spanische Hof. Künftig auch die Gesellschaft, die die benachbarte Bowlinglounge betreiben wird. © Sebastian Schultz

Nach der Lage im Hotel gefragt, sagt Senior Michael Voß zunächst nur ein Wort: "Schwierig." Und legt dann nach: "Die Politik lässt uns im Regen stehen." Die versprochene Unterstützung, etwa in Form von November- und Dezemberhilfen vom Vorjahr, sei dem Haus bisher verwehrt geblieben. Ohne finanzielle Hilfe aus der Unternehmensgruppe wäre es nicht gegangen, so Michael Voß. Das Personal habe infolge der Corona-Krise zudem auf ein Minimum zurückgefahren werden müssen. Von zuvor 20 Festangestellten in Vollzeit sei noch die Hälfte übrig. Ob es wieder mehr werden? Das hänge an der Auslastung, sagt Michael Voß. In den Restaurants sei allerdings sei kein Ansturm zu spüren.

Warum die Voß-Gruppe dennoch ein Projekt wie die Bowlinglounge in dieser Zeit umsetzt? Das Projekt sei schwierig zu stoppen gewesen, und ohnehin bereits viel Geld investiert gewesen, sagt Michael Voß. Wie viel, mag er nicht sagen.

Für das Unternehmen heiße es nun: Augen zu und durch. Aufwind gebe, dass in Gröditz und Umgebung schon Vorfreude auf die Bowlinglounge und das geplante Strandareal daneben zu spüren sei. Allzuviel Geduld brauchen die Neugierigen vielleicht auch nicht mehr.

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