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Hier soll Riesa Sonnenenergie tanken

Rostocker Straße, Lommatzscher Straße, Wasserweg: An drei Stellen sind Solarparks geplant.

Solarmodule auf Gestellen: Mit solchen Kollektoren soll auch im Riesaer Stadtgebiet die Energie der Sonne eingefangen und Strom umgewandelt werden. Inzwischen gibt es drei Projekte von drei Firmen an drei Standorten.
Solarmodule auf Gestellen: Mit solchen Kollektoren soll auch im Riesaer Stadtgebiet die Energie der Sonne eingefangen und Strom umgewandelt werden. Inzwischen gibt es drei Projekte von drei Firmen an drei Standorten. ©  pixabay.com/PublicDomainPictures (Symbolfoto)

Riesa. In Zeithain oder Wülknitz gibt es sie schon lange. In Riesa waren Solarparks bis vor einiger Zeit so gut wie kein Thema. Nun sollen in absehbarer Zeit an gleich drei Stellen Sonnenkraftwerke für etliche Millionen entstehen. Wo, wann und durch wen – die SZ gibt einen Überblick.

Die Brache am Wasserweg gehörte einst der Firma TS Bau, die dort unter anderem Baumaterial lagerte. Zu DDR-Zeiten befand sich auf dem Gelände einmal ein Gefängnis – ein Vorläufer der heutigen JVA Zeithain. Künftig sollen hier Solarmodule stehen.
Die Brache am Wasserweg gehörte einst der Firma TS Bau, die dort unter anderem Baumaterial lagerte. Zu DDR-Zeiten befand sich auf dem Gelände einmal ein Gefängnis – ein Vorläufer der heutigen JVA Zeithain. Künftig sollen hier Solarmodule stehen. © Sebastian Schultz

I. Gröba - ehemaliges Gefängnis-Gelände, Wasserweg

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Auf der rund zwei Hektar großen Fläche nahe der Bundesstraße 182 am Wasserweg plant das Unternehmen SEB aus Erfurt ein Solarkraftwerk. Es soll einmal rund zwei Millionen Kilowattstunden Strom im Jahr liefern. SEB-Chef Lutz Czech unterstreicht auf SZ-Nachfrage das Ziel, im Jahr 2021 den Solarpark auf dem unternehmenseigenen Areal bauen zu wollen. Dazu braucht es aber erst einmal Baurecht. Das Verfahren dafür läuft. Bei einer ersten öffentlichen Auslegung hatte es keine Einwendungen von Bürgern zum geplanten Solarpark gegeben, so Lutz Czech. Dafür aber Hinweise von Behörden und Ämtern sowie aus der lokalen Wirtschaft. Derzeit arbeitet SEB diese Rückmeldungen in aktualisierte Planungsunterlagen ein. Unter anderem soll nächste Woche ein Gutachten folgen, das die Blendwirkung der Solarmodule für die Umgebung abklärt. Das Unternehmen SEB, das in dem Solarpark rund 1,5 Millionen Euro investieren will, hofft nun darauf, dass diese Unterlagen zeitnah in die nächste Öffentlichkeitsbeteiligung gehen und damit ein Schritt hin in Richtung Bau getan werden kann.

Bis vor einigen Monaten waren auf dem Gelände an der Rostocker Straße noch Kohlen zu bekommen. Jetzt gehört es den Stadtwerken, die dort in absehbarer Zeit einen Solarpark bauen wollen.
Bis vor einigen Monaten waren auf dem Gelände an der Rostocker Straße noch Kohlen zu bekommen. Jetzt gehört es den Stadtwerken, die dort in absehbarer Zeit einen Solarpark bauen wollen. © Sebastian Schultz

II. Merzdorf - ehemaliger Kohlehandel, Rostocker Straße

Das nach derzeitigem Stand größte Solarpark-Vorhaben in Riesa haben sich die Stadtwerke vorgenommen. Dafür hatte das Unternehmen den ehemaligen Kohlehandel an der Rostocker Straße gekauft. Das Gesamtgelände ist fast sieben Hektar groß und zieht sich bis hinter die Wohnbebauung an der Rosa-Luxemburg-Straße. Allerdings werden am Ende deutlich weniger als die 68.000 Quadratmeter tatsächlich mit Photovoltaik-Platten belegt sein, erklären die Stadtwerke auf Nachfrage. Unter anderem müssten Grenzabstände oder Böschungsanlagen zum benachbarten Bahndamm (Strecke Dresden-Leipzig) beachtet werden. Investieren wollen die Stadtwerke in das Kraftwerksprojekt zwischen zwei und vier Millionen Euro. Wie viele Kilowattstunden die geplante Anlage einmal liefern wird? Da will sich der Versorger nicht auf eine Kilo- oder Megawattstundenzahl festlegen. Grundsätzlich habe die Fläche aber das Potenzial, 1.500 bis 2.000 durchschnittliche Zweipersonenhaushalte mit Strom versorgen zu können, heißt es stattdessen. Doch zunächst muss auch dieses Vorhaben erst einmal Baurecht bekommen. Zudem wollen sich die Stadtwerke in einer Ausschreibung für eine Förderung des Projekts nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz bewerben. Von den Verfahrensabläufen hänge ab, wann das Projekt umgesetzt werden kann. Man sei aber optimistisch, dass bereits Ende 2021 "wesentliche Teile der Gesamtenergiemenge an diesem Standort erzeugt werden können", heißt es von der städtischen Tochtergesellschaft mit Sitz am Alten Pfarrweg.

Die Freiflächen hinter den Gebäuden des ehemaligen Aropharmwerks sind derzeit noch verkrautet. Perspektivisch sollen auch hier bald Solarmodule stehen. In den kontaminierten Boden soll dazu möglichst wenig eingegriffen werden.
Die Freiflächen hinter den Gebäuden des ehemaligen Aropharmwerks sind derzeit noch verkrautet. Perspektivisch sollen auch hier bald Solarmodule stehen. In den kontaminierten Boden soll dazu möglichst wenig eingegriffen werden. © Sebastian Schultz

III. Riesa - ehemaliges Aropharmwerkgelände, Lommatzscher Straße

Auf dem einstigen Aropharmwerk-Gelände an der Lommatzscher Straße will die Firma Sybac Solar auf knapp zwei Hektar Fläche einen Solarpark errichten. Für den Projektverantwortlichen Matthias Martin ist Riesa kein unbekanntes Terrain: Er sei bereits am Bau der Solaranlage auf der Sachsenarena beteiligt gewesen, erzählt er. Im Vergleich zur Anlage auf der Arena, die von der Riesaer Stadtwerke-Tochter Esam betrieben wird, soll der Solarpark im ehemaligen Aropharmwerk ein gutes Stück größer ausfallen und perspektivisch an die zwei Millionen Kilowattstunden Strom ins Netz einspeisen. Für die Sybac Solar mit Hauptsitz bei Koblenz, Niederlassung in Radebeul und deutschlandweit Dutzenden eigenen Solarparks ist dies dennoch ein eher kleineres Projekt. Was den geplanten Riesaer Standort jedoch speziell macht: Das einstige Aropharmwerk-Gelände ist ein Altlasten-Standort, der Boden auf dem Areal des früheren DDR-Chemiebetriebs ist verunreinigt. Doch solche Brachen interessieren das Solarunternehmen. Mit dem Grundstückseigentümer, der Gesa (Gesellschaft zur Entwicklung und Sanierung von Altstandorten) ist deshalb ein Pachtvertrag für 20 Jahre mit Verlängerungsoption zu zweimal fünf Jahren abgeschlossen worden. Den kontaminierten Boden will die Solarfirma beim geplanten Solarparkbau möglichst nicht antasten. Wo es geht, sollen lediglich Stahlprofile für die Solartische ins Erdreich gerammt werden. Wo das nicht möglich ist, soll mit oberirdischen Fundamenten für die Solarmodul-Gestelle gearbeitet werden. Allerdings wird es mit dem Solarparkbau auch an der Lommatzscher Straße noch etwas dauern, weil auch hier erst einmal Baurecht durch geschaffen werden muss. "Wenn alles gut läuft, bekommen wir es Ende 2021", sagt Matthias Martin. Anfang/Mitte 2022 könnte dann die Anlage gebaut werden. Ob das Unternehmen auf EEG-konformen Bau zurückgreift oder sich bei der Freiflächenausschreibung der Bundesnetzagentur beteiligt, sei noch nicht klar. Und auch beim Investitionsvolumen gibt es noch Fragezeichen, da sich Baupreise und Kosten für Solartechnik ständig änderten. Nach heutigem Stand sei aber mit etwa 1,5 Millionen Euro Baukosten zu rechnen.

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