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Wäldchen im Industriegebiet Zeithain kommt weg

Die Spedition Finsterwalder will gegenüber der JVA eine große Lagerhalle errichten. Dafür müssen Bäume weichen.

Ein Bagger zieht die kleineren Bäume samt Wurzel heraus.
Ein Bagger zieht die kleineren Bäume samt Wurzel heraus. © Sebastian Schultz

Zeithain. Die Vorarbeiten für das neue Logistikzentrum der Firma Finsterwalder sind gestartet. Sie lässt an der Mannesmannstraße im Industriegebiet Zeithain-Glaubitz ein etwa 1,4 Hektar großes Wäldchen fällen. Seit dem 1. Oktober ist eine Glaubitzer Gartenbaufirma damit beschäftigt, größere Bäume umzusägen und kleinere Bäume samt Wurzeln mit einem Bagger herauszuziehen.

Wie die Spedition aus Kaufbeuren mitteilt, soll stattdessen eine über 10.000 Quadratmeter große Fläche im Landkreis Meißen aufgeforstet werden. "Dazu wurde mit dem Landkreis eine entsprechende Vereinbarung erarbeitet", sagt Sven Köcke, der Pressesprecher der Firma Finsterwalder.

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Diese Vereinbarung sehe vor, dass spätestens im kommenden Jahr eine Waldinsel im Großenhainer Raum entstehen wird, auf welcher 2.250 Bäume und über 300 Sträucher neu gepflanzt werden. Aufgrund der Standortbedingungen und in Anbetracht der Anpassung an den Klimawandel soll ein artenreicher Laubwald angelegt werden. Am Rand ist ein Saum aus einheimischen Straucharten vorgesehen.

Bis Ende der Woche soll die Baumfällaktion im Industriegebiet Zeithain-Glaubitz fertig sein. Es handele sich dabei um einen "minderwertigen Industriewald", um den sich seit Jahrzehnten niemand gekümmert hat, so Köcke. Auf der gerodeten Fläche soll auch die neue Mannesmannstraße verlaufen. Die bisherige Zufahrt zum Mannesmannröhren-Werk muss abgerissen werden, da sie sich auf dem Areal befindet, auf dem die Spedition Finsterwalder das Logistikzentrum errichten will.

Das Allgäuer Unternehmen will eine 14 Meter hohe, 240 Meter lange und 145 Meter breite Lagerhalle bauen, die Platz für mehr als 57.000 Palettenstellplätze bietet. Für den Bau will Finsterwalder einen mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Betrag investieren. In dem Logistikzentrum entstehen langfristig 90 Arbeitsplätze. Sie sollen vorrangig mit Fachkräften aus der Region besetzt werden.

Für das Bauvorhaben haben die Bayern Firmen aus der Region engagiert. "Da legen wir immer großen Wert darauf", sagt Köcke. "Sie kennen sich am besten vor Ort aus." So seien neben der Glaubitzer Gartenbaufirma bisher auch ein Vermessungsbüro aus Strehla und ein Planungsbüro aus Riesa beauftragt worden.

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