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816 Einsätze für Zeithainer Spezialisten

Der Krieg ist schon lange her? Davon merkt man beim Kampfmittelbeseitigungsdienst wenig.

Eine Auswahl von Bomben, die in Bunkern des Kampfmittelbeseitigungsdienstes am Rand der Gohrischheide aufbewahrt wird.
Eine Auswahl von Bomben, die in Bunkern des Kampfmittelbeseitigungsdienstes am Rand der Gohrischheide aufbewahrt wird. © Lutz Weidler

Zeithain/Dresden. 75 Jahre nach dem Ende des zweiten Weltkrieges gibt es für den Kampfmittelbeseitigungsdienst noch immer viel zu tun. Trotz der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie sind die in Zeithain ansässigen Spezialisten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes im Jahr 2020 zu insgesamt 816 Einsätzen gerufen worden. Das sind nur neun Einsätze weniger als im vorangegangenen Jahr.

Dabei wurden insgesamt mehr als 160 Tonnen Kampfmittel aufgefunden, wobei der größte Anteil auf Artilleriemunition und Nahkampfmittel entfällt. Gleichzeitig kann aber im Vergleich zum Vorjahr auch ein leichter Rückgang bei den Funden von Artilleriemunition, Abwurfmunition sowie bei den Sprengstoffen verzeichnet werden. Im Bereich der Nahkampfmittel und Waffen wurde wiederum eine leichte Zunahme der Funde festgestellt.

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Nicht immer sind die aufgefundenen Kampfmittel jedoch transportfähig und können geborgen und in der hauseigenen, modernen Kampfmittelzerlegeeinrichtung am Rand der Gohrischheide vernichtet werden. Dann wird zunächst eine Entschärfung oder gar die Sprengung am Fundort notwendig. Im Jahr 2020 konnten drei Bomben von den Mitarbeitern des Kampfmittelbeseitigungsdienstes entschärft werden. 42 Sprengungen mussten direkt am Fundort vorgenommen werden.

Zu den besonderen Arten von Einsatzfällen zählen auch die Tauchgänge der Einsatztaucher der Einrichtung: Drei Mal tauchten sie im vergangenen Jahr auf der vorbeugenden Suche nach Kampfmitteln in der Elbe.

Sprengmeister Holger Klemig (l.) vom Kampfmittelbeseitigungsdienst führt bei einer Visite im August 2018 in Zeithain Sachsens Innenminister Roland Wöller (CDU) besondere Funde vor.
Sprengmeister Holger Klemig (l.) vom Kampfmittelbeseitigungsdienst führt bei einer Visite im August 2018 in Zeithain Sachsens Innenminister Roland Wöller (CDU) besondere Funde vor. © Lutz Weidler

Die Spezialisten vernichten nicht nur umweltgerecht Kampfmittel, sondern bearbeiten weiterhin Anfragen zur Prüfung von Grundstücken auf eine Kampfmittelbelastung. Insgesamt 654 Anfragen gingen dazu im vergangenen Jahr von sächsischen Gemeinden und Städten ein.

Wer als Privatpersonen in Wald und Flur oder gar dem eigenen Garten einen ungewöhnlichen Gegenstand findet, der den Verdacht auf Fundmunition erregt, berührt ihn bitte nicht - sondern sichert die Fundstelle gut sichtbar und informiert die Polizei über 110 über den Fund. (SZ)

Das Jahr 2020 in Zahlen

  • Einsätze gesamt: 816
  • Einzelfundstellen: 386
  • Munitionstransporte: 367
  • Suchaufträge/Kontrollen/Überprüfungen: 18
  • Zoll-Transporte Pyrotechnik: 3
  • Bauanträge, eingegangene Anfragen: 654

Einsatzfälle

  • Entschärfungen: 3
  • Sprengungen am Fundort: 42
  • Taucher (Amtshilfe): 3

geborgene Kampfmittel

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  • Nahkampfmittel 36.065,81 Kilogramm
  • Artilleriemunition 117.872,01 Kilogramm
  • Abwurfmunition 10.176,00 Kilogramm
  • Sprengstoffe 612,89 Kilogramm
  • Waffen 1.533,50 Kilogramm

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