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Riesaer dürfen bei neuem Spielplatz mitbestimmen

Nahe dem Elbufer soll ein neuer Freizeitbereich entstehen. Wie der aussehen könnte, wollen Bauamt und Innenstadtmanagerin von Bürgern wissen.

Von Stefan Lehmann
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Aufruf zur Bürgerbeteiligung: Bauamtsleiterin Ina Nicolai (l.) und Innenstadtmanagerin Anja Dietel auf der Brache An der Gasanstalt. Für die Neugestaltung des Areals können die Riesaer ihre Ideen einbringen.
Aufruf zur Bürgerbeteiligung: Bauamtsleiterin Ina Nicolai (l.) und Innenstadtmanagerin Anja Dietel auf der Brache An der Gasanstalt. Für die Neugestaltung des Areals können die Riesaer ihre Ideen einbringen. © Sebastian Schultz

Riesa. Besonders schön anzusehen ist die Grünfläche unterhalb der Riesaer Sparkasse derzeit noch nicht. Ein Fußweg schlängelt sich den Hang hinab , am Mäuerchen Richtung Elbstraße liegt etwas Müll. Auf der Wiese drumherum herrscht ansonsten noch Leere. Keine Bäume, keine Bänke, kein Grund zum Verweilen.

Geht es nach der Stadtverwaltung, dann soll sich genau das in den kommenden Jahren aber ändern. Schon länger ist bekannt, dass im Rahmen des millionenschweren Förderprogramms "Lebendige Zentren" (LZP) ein Spielplatz auf dem Gelände des ehemaligen Gaswerks entstehen soll. Angedacht sind vor allem Spielgeräte für die Älteren, ab sieben Jahre aufwärts.

"Es gibt in der Innenstadt wenig Spielangebote, abseits der Hauptstraße und der Kindereinrichtungen", erklärt Innenstadtmanagerin Anja Dietel. Gleichzeitig ist das Areal nahe dem Elbufer eine der wenigen Flächen, die dafür noch genug Platz bieten. Jetzt geht die Planung dafür in die nächste Stufe: Am Dienstag stellten Anja Dietel und Bauamtsleiterin Ina Nicolai die ersten Ideen für die Fläche vor.

Seit dem Abriss des Gaswerks Mitte der 1990er-Jahre ist die Fläche unterhalb der Sparkasse eine Brache. Jetzt soll hier ein Spielplatz entstehen.
Seit dem Abriss des Gaswerks Mitte der 1990er-Jahre ist die Fläche unterhalb der Sparkasse eine Brache. Jetzt soll hier ein Spielplatz entstehen. © Sebastian Schultz

Im Frühjahr hatte die Stadt einige Planungsbüros wegen des Vorhabens angeschrieben, um erste Vorschläge für die Neugestaltung der seit Mitte der 1990er-Jahre brach liegenden Fläche einzusammeln. Man habe sich ganz bewusst gegen einen Architektenwettbewerb entschieden, betont Ina Nicolai. Stattdessen wurde den Büros ein Unkostenbeitrag von 500 Euro versprochen. Die Stadt versprach sich davon neben geringeren Kosten auch mehr Flexibilität. Denn die nun eingegangenen Entwürfe sollen Denkanstöße sein. "Wir wollen den Bürgern etwas anbieten: Was gefällt ihnen an den einzelnen Entwürfen", sagt Ina Nicolai.

Kommt auch ein Sportparcours auf die Wiese?

Bei den eingegangenen Vorschlägen seien interessante Sachen dabei, die Planer hätten sich teils sehr intensiv mit dem Thema beschäftigt, so die Bauamtsleiterin. Nun sind aber erst einmal die Riesaer am Zug. Sie sollen ab 15. November Gelegenheit haben, bei der Ausgestaltung des neuen Spielplatzes mitzureden: Wie viel Grün wünschen sie sich? Welche Spielgeräte werden gewünscht? Soll auch ein Sportparcours auf dem Gelände entstehen? Es geht dabei nicht darum, einem konkreten Entwurf zuzustimmen, betont Anja Dietel. Man könne sich durchaus Elemente herauspicken, die einem gefallen - oder eigene Vorschläge machen.

Fünf Planzeichnungen für die Fläche hängen momentan im Innenstadt-Büro. Eins zu eins umgesetzt werden müssen sie nicht - sie sollen eher als Diskussionsgrundlage dienen.
Fünf Planzeichnungen für die Fläche hängen momentan im Innenstadt-Büro. Eins zu eins umgesetzt werden müssen sie nicht - sie sollen eher als Diskussionsgrundlage dienen. © Sebastian Schultz

Die ersten Entwürfe und die Fragebögen werden während der Sprechzeiten im Büro der Innenstadtmanagerin ausliegen, außerdem wird gerade noch an einer Online-Abstimmung gearbeitet. Geplant ist auch eine Umfrage unter Passanten. "Da ist besonders spannend: Woher kommen die? Es soll ja auch ein Angebot für Einpendler und Kunden der Elbgalerie sein", sagt Anja Dietel. Sie will die Pläne auch in Riesaer Schulen vorstellen und dort zur Abstimmung aufrufen. Den Fragebogen gibt es deshalb auch noch in einer Ausführung in einfacher Sprache. So lassen sich gleichzeitig auch Anwohner erreichen, die weniger gut Deutsch sprechen.

Innenstadtmanagerin hofft auf mehr als 200 Teilnehmer

Die Vorschläge sollen dann wiederum Entscheidungsgrundlage fürs Bauamt liefern, das sich anschließend darüber mit verschiedenen Behörden abstimmen muss, was letztlich umsetzbar ist. Es dürfe zum Beispiel nichts zum Buddeln sein, sagt Ina Nicolai. Das hängt mit der Geschichte der Fläche zusammen. Erlaubt seien dagegen etwa gummiartige Bodenbeläge, wie es sie auf Sportplätzen gibt.

Laufen soll die Umfrage mindestens bis 30. November, eventuell auch länger. Das hänge auch vom Rücklauf ab, sagt Anja Dietel. Sie hofft auf mindestens 200 Rückmeldungen. Die Auswertung wird vermutlich bis in den Januar dauern.

  • Die Umfrage startet am 15. November. Im Innenstadtbüro, Hauptstraße 37. Teilnahme ist während der Sprechzeiten dienstags und donnerstags von 16 bis 17 Uhr möglich oder nach Terminvereinbarung unter Tel. 03525 6570338 bzw. [email protected]